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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

1:0! Gott sei Dank kein 2. Cordoba!

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Eigentlich war es doch kein Thema mehr, nach dem Spiel gegen Polen. Gruppenerster oder Gruppenzweiter, die Deutschen wähnten sich weiter. Dann der Rückschlag gegen Kroatien, der Rückfall zum Rumpelfußball, Enttäuschung bei Spielern, Experten und natürlich bei den Fans. So wurde das Spiel gegen Österreich unfreiwillig zum Endspiel.


Jetzt wirds ernst: „Endspiel“ im Ernst-Happel-Stadion Wien

Erinnerungen werden wach an den Sommer 1978, vor genau 30 Jahren bei der WM in Argentinien. Österreich war im letzten Gruppenspiel bereits ausgeschieden, Deutschland spielte in der Spielstadt Cordoba noch ums Weiterkommen ins Viertelfinale, brauchte dazu aber mindestens ein Unentschieden. Was geschah? Der Österreicher Hans Krankl schoss kurz vor Schluss das grausam bittere 3:2 für Österreich und kegelte damit Deutschland vorzeitig aus dem Turnier. Auch wenn ich da noch nicht einmal geplant war, Cordoba war in jenen Tagen vor dem Spiel am vergangenen Montag allgegenwärtig. Deutschland braucht mindestens ein Unentschieden gegen Österreich. Wieder das letzte Gruppenspiel vorm möglichen Viertelfinale. Die Nervosität auf beiden Seiten war deutschlich zu spüren.

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Sicher aufgehoben fühlte ich mich lediglich in der Gewissheit, das Deutschland in der Regel keine 2 Spiele hintereinander verliert. Mein Optimismus war trotz der schlechten Vorzeichen schier grenzenlos, die Vorfreude sehr groß und so fuhr ich schon am Samstag nach Wien, um dort am darauffolgenden Montag das Spiel zu sehen, in dem Stadion, wo Deutschland nach Möglichkeit 2 Mal spielen sollte. Die Geschichte von meinem Aufenthalt in Wien wird an anderer Stelle erzählt, hier weiterlesen.

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Mannschaftsaufstellung

Meine Vorfreude sollte allerdings nicht ungetrübt bleiben, das große Fantreffen mit meinen Leuten von tooor.de stand um 16 Uhr an und man konnte mir die nervöse Anspannung definitiv ansehen – zumindest meinten das alle, die mir mit einem Klopfen auf die Schulter Mut zusprachen und mein Nervenkostüm zusammenhalten wollten. Es war hilfreich, ich genoss die Stunden mit den Jungs und Mädels vom Forum, viele altbekannte Gesichter, sehr viele neue Leute, ich war aufs Positivste vom Fantreffen erstaunt.

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Rechtzeitig zogen wir (die 2 Tooorler mit denen ich zusammensitzen sollte und ich) los zum Stadion, jeder Schritt wurde hierbei von hunderten, unzähligen Fußbalfans begleitet, die es uns gleichtaten. Ein Großteil Deutsche, nur wenige Österreicher mischten sich unter das illustre Publikum, welches teilweise kreativ geschminkt und gekleidet war. Fahnen wurden auch ausgeteilt, hier und da ein bisschen Häme von den Ösis, aber 30 Jahre nach Cordoba und wieder vor einem so wichtigen Spiel muss man das einfach mit einem Schmunzeln hinnehmen.


Danke Frank für das Ticket! 😀

Das Stadion selbst war recht gut ausgeschildert und wir fanden schnell zu unserem Eingang, in den wir reinmussten. Mein Kumpel Frank, von dem ich das Ticket hatte, hat Wort gehalten: Deutschlandblock, gute Sicht. Und er hatte nicht gelogen. Wir 3 machten es uns gemütlich, recht bald ging es dann auch los mit dem Vorprogramm, Einlaufen der Mannschaften und die Hymnen ließen nicht lange auf sich warten.

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Nachdem ich wieder die Hymne aus ganzem Leibe mitgesungen habe, rollte der Ball endlich. Ernüchterung machte sich recht schnell breit. Deutschland zwar offensichtlich überlegen, aber vorne zu harmlos und hinten immernoch recht wackelig. So sieht keine gelungene Rehabilitierung nach einer enttäuschenden Niederlage aus, dachte ich mir. Das Spiel selbst war eher von der schlechten Sorte. Unruhe machte sich breit im Deutschlandblock, was aber schnell und gut mit einer prima Stimmung überspielt wurde, unablässige Fangesänge, Sprechchöre und Klatschen peitschten unsere Mannschaft nach vorn.

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Laoooolaaaaaaaaaa

Was soll ich sagen? Es liegt mir einfach im Blut. Die Digitalkamera, die ich bei Spielen nahezu unablässig eingeschaltet in der Hand halte, sollte auch dieses mal wieder gute Dienste leisten, nachdem sie schon in der 1. Halbzeit, in der Halbzeitpause sowie zu Beginn der 2. Halbzeit gute Dienste geleistet hatte. Aber es liegt mir eben einfach im Blut. Ein Freistoß aus aussichtsreicher Position. Ballack hats drauf, das hat er gegen Serbien bewiesen mit einem Hammerfreistoß ins kurze Eck. Also einfach mal draufhalten.

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In einem schier endlos wirkenden Jubelschrei vergaß ich die eingeschaltete Kamera für einen Moment und war nur noch damit beschäftigt, meine 2 Mitzuschauer zu herzen und zu drücken, der gesamte Deutschlandblock, wohl eher Deutschlandkurve, glich einem schwarz-rot-gelben Fahnenmeer, voll mit lachenden und fröhlichen Menschen, die nun endlich eine handfeste Vorstellung des Viertelfinals hatten.


Ungefähr hier war ich bei der Choreographie!
Danke an Christian für das Foto!

Aber noch war es nicht soweit. Noch lagen quälend lange 40 Minuten vor uns, in denen noch so viel passieren kann. Der Fußball kann unglaubliche und verrückte Geschichten schreiben, nicht vorhergesehene Szenarien können sich plötzlich auf dem Platz abspielen und der Traum, den man eben noch geträumt hatte, zerplatzt wie eine Seifenblase

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Nationalhymne

Der Anfeuerungsrufe des fantastischen Publikums sei Dank passierte dann aber tatsächlich nichts mehr. Auf beiden Seiten vergebene Chancen, Österreich dem Ausgleich gegen Ende des Spiels näher als Deutschland der ausgebauten Führung. Hätte ich meine 2 Bekannten nicht umarmt, ich wäre im Moment des Abpfiffes wahrscheinlich auf dem gelben Stuhl aus Metall unter mir zusammengeklappt. Nur langsam senkte sich der Adrenalinspiegel, der ganz hochepuscht war durch diesen dreckigen, unschönen aber derart wichtigen Sieg.

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Jetzt schon recht erschöpft ging es mit letzter Kraft zum Nachtreffen, zu denen, die nach dem Spiel zum Treffpunkt zurückkehrten. Deutlich weniger als noch am Nachmittag, aber ich freute mich trotzdem, meine Leute nach dem Spiel wieder zu sehen. Der Optimismus in weiser Voraussicht aufs Viertelfinale gegen Portugal hielt sich bei scheinbar allen in Grenzen. Während nur wenige eine „Wir sind im Viertelfinale, alles andere ist jetzt erstmal egal“-Mentalität an den Tag legten, gingen die meisten wohl vom drohenden Viertelfinal-Ausscheiden gegen Portugal aus. Man durfte gespannt sein – ich bin schließlich selbst mit dabei.

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Ballack trifft in die deutsche Glückseligkeit

Viel Zeit für meine lieben Leute blieb dann leider auch nicht mehr, ich musste die U-Bahn um 1 Uhr nachts bekommen, da ich zu Nici, meiner Wiener Freundin und Übernachtungsmöglichkeit zurückfahren musste. Mit perfektem Timing 1 Minute vor U-Bahn-Abfahrt trat ich die U-Bahn-Fahrt nach Wien-Leopoldau an, welche dank eines freundlichen, sympathischen, wenn auch „ein wenig“ geknickten Ösis dann nochmal zusätzlich angenehmer gemacht wurde.


Aus, das Spiel ist aus! Viertelfinale!

Und jetzt volle Konzentration aufs Viertelfinale. Ich hatte nicht einmal Zeit, den Bericht vor jenem Spiel zu schreiben, heute bin ich nämlcih von dort zurückgekommen. Was solls, ich lege euch den folgenden Bericht zum Viertelfinale gegen Portugal auf alle Fälle wärmstens ans Herz, ebenso den Bericht samt allgemeinen Fotos von meinem Aufenthalt in Wien.

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Que sera sera, wir scheißen auf Cordoba!

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So gehn die Deutschen!

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Autor: Ute

31 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart - Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen – im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

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