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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

Diesmal nur ein Katzensprung

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Es hat auch seine Vorteile, zumindest ab und zu Stadion in der eigenen Stadt zu besuchen – Nach der Liveübertragung des WM-Halbfinales 2006 und dem Ligapokalfinale 2007 war es nun wieder soweit. Groß und breit wurde es angekündigt, das Testspiel von Lok Leipzig gegen Werder Bremen.

Natürlich ist es weder Nationalmannschaft, der VfB Stuttgart oder ein anderes Spiel mit Finalcharakter, aber ich wollte unbedingt dabei sein. Mit meiner guten Freundin Isabelle holten wir uns Tickets für den neutralen Bereich mit freier Platzwahl. Direkt nach der Arbeit gings letzten Mittwoch zum Stadion, unterwegs noch schnell die Izzy eingesackt und wir waren gut in der Zeit.

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Der erste Schock direkt am Eingang: jeder, der einen Rucksack dabei hatte, musste diesen beim Sicherheitspersonal abgeben. In dem Moment freute ich mich über meine Entscheidung, doch lieber Handtasche statt Rucksack mitzunehmen. Isabelle musste ihren Rucksack abgeben – was im Nachgang noch für ordentlich Aufregung sorgen sollte.

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Treppen, nichts als Treppen – aber irgendwann waren auch wir an unseren Plätzen, die wir uns auserkoren haben auf der Gegentribüne leicht in Richtung des Leipziger Blocks, der gut gefüllt war. Der Blick nach oben aus dem Stadiondach hinaus prophezeite uns durchgängig gutes Wetter, ein toller Fußballabend konnte beginnen.

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Wie war das nochmal mit den Testspielen? Kantersiege der „großen“ Mannschaften bei niederklassigen Gegnern im Bereich von beispielsweise 6:0 sind keine Seltenheit. Dieser ungeschriebenen Regel wollte sich der 1. FC Lok allerdings wohl nicht unterwerfen, und so entstand ein schnelles Spiel, in dem der Klassenunterschied von Werder Bremen nur selten aufblitzte – zur Freude der größtenteils Lok-lastigen Fans, die im (leider muss ich hier „selbstverständlich“ schreiben) bei Weitem nicht ausverkauften Stadion waren, um sich an der Partie zu erfreuen.

Es ist schon ein wenig ironisch, das ausgerechnet ein ehemaliger Leipziger das erste Tor schoss – allerdings nicht für Lok Leipzig, sondern für den SV Werder Bremen, der 360 Kilometer aus dem Norden angereist ist. Der gebürtige Erfurter und ehemaliger VfB Leipzig-Spieler Clemens Fritz markierte das 0:1 aus Leipziger Sicht – doch von Schockstarre und großer Enttäuschung keine Spur.

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Lok Leipzig drückte und presste weiter, immer wieder kamen sie zu Chancen, die aber einfach allesamt nicht den Weg ins Tor finden wollten. Bremen hatte zusehendst Schwierigkeiten in dieser für den Vizemeister doch recht schwachen Partie. Es war also keine Frage der Möglichkeit, sondern nur noch eine Frage der Zeit, bis der FC Lok sein Tor machen würde. An dieser Stelle möchte ich anmerken, welch illustrer und amüsanter Augenblick es war, das Stadion in eine gelb-blauen Jubeltaumel zu sehen. Ganz recht, Lok machte den Ausgleich – um kurz danach wieder in Rückstand zu geraten. Diesen Moment werden die Lok-Fans noch lange genießen.

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Das ein weiteres Tor für Bremen fiel, mag die meisten Lok-Fans gar nicht mehr interessiert haben, unaufhörlich wurde die Mannschaft nach vorne gepeitscht, die Spieler heroisch besungen und jede halbwegs anständige Szene mit sensationellem Szenenapplaus bedacht.

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Pünktlich zum Anpfiff hallte ein tosendes Gejubel durch das weite Stadionrund – man zeige mir ein anderes Stadion, was eine derartige Reaktion nach einer Niederlage gezeigt hat. Während die Lok-Fans ihre eigene Party feierten und alle doch recht gut gelaunt und mehr oder weniger zufrieden waren, suchte ich mit Isabelle den schnellsten Weg nach draußen, das Champions League Qualifikationsspiel ihres Vereins Schalke lief bereits schon ein paar Monaten, wir mussten uns sputen.

Vielleicht hätten wir uns merken sollen, bei welchem Eingang wir hineingegangen sind. Beim ersten Ausgang fragten wir den Ordner, während Izzy ihre Karte mit dem Aufkleber vorzeigte, wie weit es noch ist – und ja, wir beide haben einen absolut inakzeptablen Orientierungssinn. Der schickte uns in eine Richtung, bis wir am Rande des nächsten Sektors waren, also wieder zurück zu einem anderen Ordner, der uns in die richtige Richtung schickte. Endlich am richtigen Eingang angekommen, mehr oder weniger von miesgelaunten Ordnern bebrabbelt, gings hurtig ins Stammcafe in der Innenstadt.

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Ich wünschte, ich hätte das meiner Fußball-Kumpanin ersparen können: erst Ärger mit dem Finden des Rucksacks und dann das besagte Spiel von Schalke, was vorzeitig als „Schalke-Schande“ in die Boulevardpresse eingehen sollte. Schalke verlor das Spiel 0:4 und steht somit nun im UEFA-Cup. Mir muss niemand sagen, wie es sich anfühlt – auch wenn ich noch nicht lange VfB-Fan bin, so musste ich doch bereits enorme Leidensfähigkeiten an den Tag legen.

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Es war ein gutes Spiel, was ich heute Abend im Stadion gesehen habe – dennoch ist der Funke nicht übergesprungen. Ich kann mich einfach nicht für den lokalen Fußball begeistern. Der Leipziger Fußball langweilt und widert mich in gewisser Weise sogar richtig an, zu groß sind die Probleme mit Gewalt, Aggression und Hooliganismus. Ich bestreite nicht, das der Verein auch tolle Fans, tolle Spieler und tolle Spiele haben kann – aber ich habe kein Interesse, mich anstrengend durch die harte Hülle des schlechten Images zu kämpfen.

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Autor: Ute

31 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart - Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen – im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

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