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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

Im Namen der Fanfreundschaft

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Dass mein Herz dem VfB Stuttgart gehört, ist hinlänglich bekannt. Meine Verbindung zur Nationalmannschaft, mit der eigentlich alles erst richtig angefangen hat, ist ebenso klar. Und auch wenn sie noch recht jung ist, so ist sie nicht von der Hand zu weisen: meine Sympathie zum Ostverein Energie Cottbus.

Im Dezember 2008 wurde das Auswärtsspiel des VfB in Cottbus besucht. Damals noch im Gästeblock, schaute ich mir das Relegationsspiel des FC Energie Cottbus im heimischen Stadion gegen den 1. FC Nürnberg an. Ganz recht, es spielte weder der VfB, noch die Nationalmannschaft, und dennoch war ich dabei. Grund: der VfB pflegt seit vielen Jahren eine Fanfreundschaft zu Cottbus und wir sind selber Ossis, halten also zur einzigen bis dato verbliebenen Mannschaft im Oberhaus der Bundesliga. Außerdem die Nähe, in gut 2 Stunden ist man vor Ort.

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„Was wäre, wenn…“ ist eine jederzeit gern gestellte Frage, sei sie manchmal auch noch so sinnlos. Was wäre, wenn es Cottbus geschafft hätte, rechtzeitig alle Punkte für den Klassenerhalt beisammen gehabt hätte? Es nützte alles nichts, also ging es mit der „Zweitfamilie“, Reinhart, Conny und Torsten 200 Kilometer gen Osten nach Cottbus, für das Hinspiel der wieder eingeführten Relegation hatten wir Karten auf der Gegengeraden.

Im Namen der Fanfreundschaft streiften Reinhart und ich unsere VfB-Trikots über, meines mit der Nummer 33 hatte ich aus Frust mit Packband abgeklebt, Conny trug ihr Aufstiegs-Shirt 2005/2006 von Cottbus, welches sie im Adrenalin der Meisterschaft 2006/2007 mit einer Cottbuserin getauscht hat. Und so zogen wir los zum Stadion und ernteten damit zweierlei: verdutzte Gesichter und das eine oder andere herzerwärmende „Cooootbus und der VfB!“.

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Wo ich noch gut gelaunt den Blick nach vorne warf, hoffend, Cottbus würde die Relegationsspiele für sich entscheiden und in der 1. Bundesliga verbleiben, brachten die Franken diesen Wunsch schon in der 13. Minute zu Fall, oder zumindest einen Teil davon. Schnell stand es 0:1, Nürnberg machte das Spiel und Cottbus hatte einmal mehr in dieser verlängerten Saison mit der Chancenauswertung zu kämpfen, immer wieder retteten Pfosten und Latte für die Franken aus Bayern, auch der Schiedsrichter tat sein übriges („Jens Lehmann hatte Recht, die Schiris pfeifen nur für die Bayern“ – in gewisser Weise hatte Torsten Recht).

Während wir an jenem Donnerstag Abend stets die Arme mit der tief stehenden Sonne zu kämpfen hatten, war das Spiel auf dem Feld auch in der 2. Halbzeit nicht sehr erfreulicher. Den Kräfteverhältnissen auf dem Platz zu urteilen, kam das 0:2 nahezu folgerichtig, die Stimmung im Stadion der Freundschaft war endgültig am Gefrierpunkt. Nur in einer Ecke lärmte es gewaltig, im Gästeblock war man zusehendst prächtig drauf bei schönstem Fußballwetter. Welche Ironie, wer darüber lachen konnte, zeigte Galgenhumor: einige Reihen vor uns brüllte ein Fan in Richtung der Cottbuser Spieler: „Hallo…! Ihr liegt 0:2 hinten.“ – seine Aussage war durchaus berechtigt, sah man doch kein einziges Aufbäumen.

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So schockierte das 0:3 am Schluss dann am Ende auch nicht mehr wirklich jemanden. Wer so spielt, brauch sich nicht auch wundern, wenn er dann absteigen wird. Über ausverkauftes Haus darf sich der FC Energie nur selten in einer Saison freuen, zumeist nur dann, wenn es gegen die Bayern aus München geht. An jenem Tag zum Relegationsspiel gab es ebenfalls ausverkauftes Haus. Dass man daraus nicht mehr macht, ist mir unverständlich.

Nur 4 Tage später verlor Cottbus auch das Relegationsrückspiel in Nürnberg und ist somit abgestiegen. Überraschend kam das nach 2 äußerst schwachen Auftritten natürlich nicht – aber ärgerlich allemale, sind die Cottbuser doch immer dafür gut, die Großen zu ärgern. Wie solle man so etwas nennen: Abbau Ost? Es würde passen. Nach Rostock eine Saison zuvor folgt nun auch Cottbus in die 2. Bundesliga. Ironisch, dass sich Cottbus an den eigenen 3-Jahres-Rhythmus hält: alle 3 Jahre wird aufgestiegen, 3 Jahre später abgestiegen, seit Jahren das selbe Spielchen.

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Unterm Strich war das eine Woche zum Vergessen, aber als Fan musst du auch da durch. Und dass es nicht die eigene Mannschaft war sondern „nur“ eine Mannschaft, die einem in erster Linie wegen der lokalen Nähe sympathisch ist, macht dabei nur relativ wenig Unterschied.

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Autor: Ute

31 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart - Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen – im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

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