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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

Das war mein Jahr 2009

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„So, Feierabend!“ sagte ich und schaltete das Licht aus. Das Jahr 2009 ist vorbei, reichlich spät lasse ich es nun noch einmal Revue passieren. 365 Tage, davon 365 gedanklich bei der Liebe meines Lebens: dem Fußball.

Ein durchwachsenes Jahr, mit vielen tollen Momenten, aber auch schwierigen Phasen, die ich durchlebt habe. Aber alles in allem war es ein ereignisreiches Jahr, wie ihr gleich sehen werdet.

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JANUAR

PhotobucketDas Jahr begann mit Väterchen Frost, der Winter schlug in den ersten Tagen 2009 voll zu: Eiseskälte, Schnee und Frost, wohin man auch kam, wohin das Auge reichte. Temperaturen bei mehr als 20 Grad im Minusbereich des Thermometers wünscht man noch nicht einmal seinem ärgsten Feind.

Frierend und mit den Knien schlotternd fuhr ich nach Zwickau. Aus den Bandauftritten mit meiner besten Freundin Julia, die in den Jahren vor meiner Fußballbegeisterung weitaus häufiger waren, sind nun nur noch wenige geworden, die ich dafür umso mehr genieße.

Als Klassentreffen versteht man ja eigentlich jene Zusammenkünfte, die im 10-Jahres-Rhythmus stattfinden und die man je nach dem, wie man durch die Schulzeit gekommen ist, mehr oder weniger mag. Für mich war es in der Realschule 1996 bis 2002 zwar keine leichte Zeit, aber die Klassentreffen, die seit einigen Jahren im Grunde jeden Winter stattfinden, genieße ich, kann man doch so alte Kamellen auspacken und über die gute alte Zeit plaudern, als wir noch jung, knackig und mehr oder weniger grün hinter den Ohren waren. Eine Zeit, in der Fußball für mich nur das Bolzen auf der Wiese war.

PhotobucketNoch gegen Ende des Jahres 2008 erhielt ich einen Anruf, man hätte eine Karte im B-Block für das DFB-Pokal-Achtelfinale im Januar gegen den FC Bayern – helle Freude, mein erstes Mal im Stehblock meines geliebten Stadions. Der Abend wurde aber recht schnell zur Tristesse, das von meinem damaligen NOCH-Lieblingsspieler Mario Gomez erzielte 1:5 war nur noch schmeichelhafte Kosmetik, die Vorzeichen wollte ich noch nicht wahr haben.

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FEBRUAR

PhotobucketDer Postmann brachte mir einen Briefumschlag, für die einen ist es nr ein Stück Plastik, für mich der nächste Schritt, ein Teil meines Vereins VfB Stuttgart zu sein: Seit Anfang Februar 2009 bin ich nun Mitglied im Verein, für 24 Euro Jahresbeitrag und dem Recht, die Mitgliederversammlung im Juli zu besuchen – zu der ich es dann leider nicht geschafft habe.

Meine ersten Erfahrungen mit einer Nintendo Wii waren keinesfalls praktischer Natur – ich war dazu nicht mehr im Stande, während sich 6 Leute vor dem Fernseher scharrten und die absurdesten Bewegungen mit den Controllern veranschalteten, konnte ich mich vor Lachen kaum noch halten. Und wenn ich mir nicht gerade die Lachtränen aus dem Gesicht wischen musste, so hielt ich das Prozedere auf Fotos und Videos fest. Das war ein toller Abend zum Geburtstag von Micha, der Ehemann meiner Freundin Ines.

PhotobucketDen Valentinstag könnte sich manch anderer romantischer vorstellen – ein Abendessen bei Kerzenschein, tolle Musik, ein Kinobesuch… Wer braucht das schon. Den Tag der Verliebten verbrachte ich mit meiner Liebe, dem VfB: Auswärtsspiel in Hannover, bei krassen Minusgraden. Nach nur 12 Minuten führten wir 2:0, ich machte mir keine Sorgen und erfreute mich am kollektiven Warmhalteritual. Es wurde dennoch zur emotionalen Achterbahnfahrt, nach 45 Minuten stand es 2:2, nach 85 Minuten 2:3 und nach 87 Minuten schlussendlich 3:3 – wer braucht schon die Liebe, wenn er Herzklopfen auch auf diesem Wege haben kann?

Conny, die Frau meines Stammfahrers Reinhart, liegt im Leipziger St. Georg Krankenhaus, sie ließ sich operativ ein paar Polypen im Rachenraum entfernen, ohne Voranmeldung klopfte ich an ihr Zimmer – und schaute grinsend in ein paar bekannte Gesichter, auch Reinhart, die kleine Tochter Olivia und Connys Mutter waren auch da. In der Krankenhaus-Cafeteria ließen wir es uns gut gehen und ich war Olivia gern dabei behilflich, fleißig an den ersten Schritten zu üben.

Es erfreut mich in höchstem Maße, wenn meine beste Freundin Julia mal einen Bandauftritt in Leipzig hat, der Bequemlichkeit wegen freute ich mich also auf den Abend im Club Twenty One. Leider wurde der Abend zu eine Reinfall, da man die Uhrzeit für den Auftritt auf Mitternacht legte und das Publikum auf den anderen beiden Floors bei ohrenbetäubender Schlagermusik richtig abstürzte. Zumindest war es nicht rappelvoll in dem kleinen Kabüffchen und es war dann ein entspannter Abend, entspannter, als wir dachten, aber der nächste Auftritt wird besser.

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MÄRZ

Allerspätestens jetzt hält man mich in meiner Leipziger Stammkneipe für eine entlaufende Wahnsinnige. Der VfB gewinnt nach dem tollen 3:1-Heimsieg im Hinspiel auch das Rückspiel in Karlsruhe mit 2:0. Einige verwirrte Blicke nannte ich in diesem Moment mein eigen, ich sprang hoch und schrie wie eine Verrückte: „Derbysieger! Derbysieger! Derbysieger!“.

Kleine Maus ganz groß – so oder so ähnlich hieß das Motto von Olivias erstem Geburtstag, zu dem auch ich eingeladen wurde. Beladen mit Geschenken, guter Laune und der Fotokamera machte ich mich auf den Weg zu einem tollen Tag in Grimma, eine halbe Stunde von Leipzig entfernt. Auch wenn mich starke Kopfschmerzen vorzeitig in die Knie zwangen, dank Conny haben die medikamentös eine aufs Maul bekommen und ich genoss den restlichen Tag, umringt von vielen Leuten und kleinen und großen Kindern.

PhotobucketSeit Monaten freute ich mich auf dieses Highlight: Länderspiel in Leipzig, mein auf dem Fußballforum tooor.de ganz persönlich ausgerufenes „Projekt 2009″. Als Organisatorin des Fantreffens dachte ich an alles, an eine Liste von Übernachtungsmöglichkeiten für Auswärtige, Anfahrtsskizzen und Tarifinfos für öffentliche Verkehrsmittel, ja bis hin zu den Tischkärtchen – nur dass der Abend für mich zum Alptraum werden könnte, daran hatte ich nicht gedacht. Das Spiel gewann die Deutsche Fußballnationalmannschaft gegen Liechtenstein mit 4:0 – für mich war es der schlimmste Heimsieg aller Zeiten.

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APRIL

PhotobucketDas erste Bundesliga-Heimspiel des Jahres, wieder suchte ich mir das Spiel gegen Hamburg aus, nicht nur alleine aufgrund der guten Erinnerungen an mein allererstes Heimspiel, das 1:0 gegen Hamburg gewonnen wurde. Nur 2 Monate zuvor fror ich in Hannover, nun lief ich kurzärmlig in Stuttgart herum. Ein spannendes und kampfbetontes Spiel, nur wenige Sekunden vor Schluss entlud sich die pure Euphorie. Wieder ein 1:0, es war der grandioseste Torjubel, den ich je miterlebt habe.

Grandioser Fehlkauf: mein neues Handy, das Nokia 7370 – es ist pink, es glitzert, ich wollte es! Da es wesentlich neuer ist als mein altes Handy 3650 ging ich davon aus, dass die wichtigsten Funktionen für ein modernes Handy vorhanden sein müssten – waren sie aber leider nicht. Kein Bluetooth, kein Speicherkartenslot, kein anständiges Datenübertragungskabel und ein SMS-Speicher, der für meine Vieltippere nicht ausreicht. Pech gehabt – ich habe es heute, Stand 31.12.2009, immernoch, mangels Geld für ein Neues – man setzt eben gewisse Prioritäten.

PhotobucketDa das Heimspiel gegen Hamburg so wunderschön war entschied ich mich dazu, noch 2 Mal runter zu fahren, darunter auch das Heimspiel gegen Frankfurt, was wieder zeitgleich mit dem Cannstatter Frühlingsfest zusammenfiel. Ich genoss die Stimmung im 33er Block des Stadions, sah einen nie gefährdeten 2:0-Sieg gegen die Hessen und lernte Martin kennen, mittlerweile ein guter Freund. Wir treffen uns heute bei fast jedem Heimspiel in der Halbzeitpause auf „halber Höhe“ vor dem Block 35. Das Training am nächsten Morgen verlief ebenfalls erfolgreich, viele Autogramme, viele Fotos.

Gegen Ende des Monats breitet sich überall auf der Welt die Schweinegrippe aus, eine beunruhigende Entwicklung. Viele Menschen werden krank, einige davon sterben an den Folgen des Virus, für dass es erst im Herbst einen Impfstoff geben sollte. Als jedoch ans Tageslicht kam, dass einige Menschen auch alleine an der Impfung gegen die Schweinegrippe ihr Leben lassen, entschied ich mich dazu, mich vorerst nicht impfen zu lassen.

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MAI

Am Maifeiertag luden Conny und Reinhart zum Geburtstag nach Lützschena bei Leipzig ein, wo deren beider Geburtstag (24. & 25. April) mit gutem Essen und Trinken gefeiert wurde. Als Location diente der Garten von Connys Eltern, auch Olivia hatte ihren Spaß beim Herumtollen und dem auf Trab halten der Geburtstagsgäste.

PhotobucketEigentlich dachte ich, dass 3 Heimspiele gegen Ende der Rückrunde 2008/2009 genug wäre. Die Euphorie, die die 2. Saisonhälfte des VfB mit sich brachte, ließ mich auf den letzten Skrupel vergessen und da ich ohnehin schon ein Ticket fürs letzte Saisonheimspiel 2 Wochen später war, kam es auf das eine Spiel mehr oder weniger auch nicht mehr an. Den Preissturz im Fanshop neben dem Stadion nutzte ich und kaufte mir für „kleines Geld“ das noch aktuelle Trikot und ließ es mir beflocken. Nur 2 Stunden später schoss eben jener alle 4 Tore zum 4:1-Sieg gegen Wolfsburg. Ein Zeichen?

Das jährliche Seifenkistenrennen fand wie immer auf dem Fockeberg statt. Auch 2009 amüsierte ich mich köstlich über den Gipfel der Kreativität, bestaunte clever gebaute Rennkisten, die über den steinigen Boden rollten, bis die Achsen brachen. In meiner Erinnerung wird dabei der Name eines Teams besonders haften bleiben: „Familie Slöbel mit den niedlichen Zwillingen Justin und Dustin beim Muttertagsausflug“.

Nur eine Woche nach dem emotionsgeladenen Spiel gegen Wolfsburg wurde es wieder Zeit, schon wieder ging es nach Stuttgart, zum letzten Mal in dieser Saison, die zur Winterpause noch mäßig bis schlecht aussah und mittlerweile zur Sensation wurde. Das Spiel gewannen wir mit 2:0 gegen Cottbus und somit standen wir auf dem 3. Platz der Tabelle, es würde also doch noch einmal spannend werden. Als die Mannschaft in die Kurve kam, sangen wir alle voller Inbrunst: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“.

Ich trug mein geliebtes Trikot auch noch am nächsten Tag zum fast schon obligatorischen Trainingsbesuch, mit einem überbreiten Dauergrinsen und heftigem Sonnenbrand bekam ich das, was ich wollte: ein Foto mit ihm, meinem Helden, dem Torschützen vom Dienst, Mario Gomez. Schon bald sollte ich lernen, dass man nicht zu sehr an einem einzelnen Spieler hängen sollte.

PhotobucketDen Abschluss der Saison 2008/2009 feierte ich bei Conny und Reinhart, zusammen mit Torsten aus Weißenfels, seines Zeichens ebenfalls VfB-Fan. Zum Meisterstück fehlten uns nur 2 Dinge: wenn Wolfsburg das Spiel gegen Bremen verlieren würde und wenn wir unser Spiel in München gewinnen würden, dann hätten wir das nicht für möglich gehaltene Wunder schaffen können. In einer Sache waren wir uns sicher, würde das eintreffen, hätten wir uns sofort nach Spielschluss ins Auto gesetzt und wären nach Stuttgart gefahren. Doch daraus wurde nichts – wir verloren unser Spiel im Südschlager, Wolfsburg wurde durch einen Kantersieg gegen Bremen erstmals Deutscher Meister.

Der Wonnemonat Mai endete mit der Bekanntgabe von Mario Gomez‘ Wechsel zu Bayern München und riss mich in ein mehrere Wochen andauerndes Tief. Die größten Befürchtungen wurden wahr, aber man konnte nichts dagegen tun. Da habe ich gelernt, dass das Herz dem VfB gehört und allem, wofür er steht, aber nicht für einzelne seelenlose Spieler.

Zwar mussten die 3 Punkte gegen Cottbus im Ländle bleiben, aber den Abstieg des FC Energie Cottbus wünschten wir – Conny, Reinhart, Torsten und ich – uns keinesfalls! Mit Sympathien für die Lausitzer ging es für einen Tag nach Cottbus, wo wir die Daumen im Relegationsspiel gegen Nürnberg drückten – es half nichts. Cottbus verlor beide Relegationsspiele und musste absteigen.

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JUNI

PhotobucketWährend einige Bekannte anderer Vereine noch über die absurde Möglichkeit spekulierten, ich würde nun vielleicht überlaufen, stand ich im schwersten Moment wieder auf, schüttelte mich kurz – und traf dann eine Entscheidung, die ich noch vor einigen Monaten für unmöglich gehalten hatte. Am 12. Juni erhielt ich um kurz nach um 12 einen wichtigen Anruf von meinem Kumpel Micha: „Du darfst dich jetzt offiziell stolze VfB-Dauerkartenbesitzerin nennen!“ – jeder Zweifel, man würde mich vor der endgültigen Verrücktheit retten können, war hiermit zunichte gemacht worden.

PhotobucketDas schönste Geschenk zum 23. Geburtstag habe ich mir also schon selbst gemacht. Einen Tag später feierte ich mit meinen Freunden David und Lisa in meinen Ehrentag hinein, zum Essen gabs selbstgemachte Pizza, und um Punkt 0 Uhr selbstgemachte Spielerfotos auf bemalter Leinwand und einen Kinogutschein, am nächsten Nachmittag gaben sich die Gäste die Klinke in die Hand: meine Eltern, Conny, Reinhart und Olivia sowie meine Freundin Ines, Ehemann Micha und Tochter Isabelle.

Wozu habe ich eine Fotokamera, wenn ich damit nicht mal ab und zu etwas Nützliches machen? Einen ähnlichen Gedanken fasste ich, als ich mich dazu entscheid, Conny und Reinhart beim Umbau ihres Grimmaer Büros behilflich zu sein. Ich packete fleißig mit an und wurde in erster Linie damit betraut, Fotos von Dingen zu machen, die gewinnbringend bei eBay verhökert werden sollten – ich habe eine gute Arbeit gemacht, nur wenige Tage später war alles ratzfatz verkauft. Mission erfüllt, Speicherkarte voll, Akku leer.

Nachdem ich mich erfolgreich als Umbauhelferin und eBay-Fotografin bewiesen habe, ging es tags darauf wieder ins Büro, voller Vorfreude auf den Nachmittag. Nach „nur“ 2 Überstunden kamen Kollege Sebastian und ich als die Letzten in Markkleeberg an, als die Sommer-Grillparty der Firma schon im vollen Gange war. Lecker Würsten, Steaks und Getränke wohin das Auge reichte. Für Agenturhund Kito ein Tag im Himmel, er hielt es wohl für den Internationalen Tag des Hundes, wir lassen den kleinen Fresssack einfach mal in dem Glauben.

Die Flut an Fotos der letzten Monate forderte ein finanzielles Opfer von knapp 150 Euro, eine externe Festplatte musste her. Diese leistet mir seitdem treue Dienste. Mehr Platz für noch mehr Fotos. Als Dauerkartenbesitzerin werde ich diesen Speicherplatz auch bitternötig haben.

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JULI

PhotobucketMit dem Last-Minute-Meistertitel hatte es im Mai leider nicht geklappt, dennoch genoss ich die Sommerpause, blieb mir somit doch die Zeit, mich um Dinge zu kümmern, zu denen in den letzten Monaten schlichtweg die Zeit fehlte. Somit verbrachte ich ein Wochenende bei meiner besten Freundin Julia, natürlich mit einem Hintergedanken: ich wollte an einem Fotowettbewerb teilnehmen, der die sächsische Stadt Chemnitz von der schönsten Seite zeigen sollte, beladen mit der Kamera, meinem Stativ, unzähligen Batterien und Speicherkarten, machte ich mich auf dem Weg zu einem 2-tägigen Shooting. Die eingereichten Bilder reichten zwar nicht für die digitale Spiegelreflexkamera, die als Hauptpreis ausgeschrieben war, aber wenigstens für einen Theatergutschein für 2 Personen und ma wieder richtig viel Zeit mit meiner Julia verbracht zu haben, war mir ebenfalls wichtig.

Eines Tages rief mich Reinhart an, ob ich schon die Auslosung der Champions League Qualifikation vernommen habe, da mein Rechner sich aber gerade an diesem Tag höchst unkooperativ zeigte, erfuhr ich es telefonisch: Qualifikationsspiel in Timisoara. TimiWAS? Timisoara, die zweitgrößte Stadt Rumäniens. Da wollte ich mitkommen!

PhotobucketWie immer 1 Woche vor Saisonauftakt fand das jährliche Tooor.de Kleinfeld-Open statt, ein vom Forum organisiertes Fußballturnier, dass jedes Jahr in einer anderen Stadt, wenn möglich immer in einer anderen Region Deutschlands ausgetragen wird. Im Jahr zuvor war ich erstmals in Rottenbach (Thüringen) dabei, dieses Mal ging es nach Merzkirchen  (grob gesagt Richtung Trier, nahezu deutsch-luxemburgisch-französisches Dreiländereck). Selbst gespielt habe ich nicht, aber unzählige Fotos habe ich gemacht, die Leute mit T-Shirts erfreut und am Ende den inoffiziellen Preis für den stärksten Sonnenbrand abgeräumt: mit Verbrennungen 2. Grades musste ich nach dem Turnier zum Hautarzt.

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AUGUST

Der Schmerz ging, die Hautfärbung blieb. Zum Saisonauftakt in Wolfsburg reiste ich mit einem nach wie vor krebsroten Gesicht an, freute mich dennoch darauf, dass es endlich wieder losgeht. Ich sah eine gute erste Hälfte meiner Mannschaft, am Ende verloren wir Christian Träsch (Handbruch) als wir bereits alle Wechseloptionen gezogen hatten und kassierten in der 2. Halbzeit die 2 Gegentore, die aus unserem Saisonauftakt eine Pleite machten.

Nur eine Woche später war es soweit, mein erstes Heimspiel aus Dauerkartenbesitzerin. Es sollte der Auftakt für eine großartige Europareise werden. Im Vorfeld des ersten Heimspiels nahm ich auch an den letzten Metern der Karawane Cannstatt teil und erfreute mich über alle Maßen an diesem Heimsaisonauftakt – ein 4:2 im „kleinen Derby“ gegen Freiburg, die seit dem Abstieg des Karlsruher SC als Derbygegner herhalten müssen, das war entzückend.

PhotobucketEinen Tag später brachen wir auf zu unserer Europareise, die uns über Österreich und Ungarn nach Rumänien führte – eine tolle Reise, wir haben viel gesehen, viel erlebt und viele schöne Erinnerungen mitgenommen. Das i-Tüpfelchen bildete schlussendlich der Grund unserer Europareise, ein 2:0-Sieg in der Champions League Qualifikation gegen Timisoara. Für mich war es aber noch mehr als das – und wenn derjenige, um den es hier geht, das hier liest, dann wird er es wissen.

Erst einmal verschnaufen? Denkste! Nur eine Woche später ging es wieder los, zum Rückspiel nach Stuttgart. Da nur 3 Tage später das nächste Bundesliga-Heimspiel anstand, entschied ich mich dazu, auch diesen Aufenthalt zu überbrücken und in Stuttgart zu übernachten. Das Qualifikationsrückspiel endete torlos, und wir waren aufgrund des Hinspielergebnisses von 2:0 für die Champions League qualifiziert. Wieder zog es mich zum Training am nächsten Morgen, diesmal sogar mit Conny, Reinhart und Olivia im Schlepptau.

Wenige Tage später spielten wir gegen den 1. FC Nürnberg, auch dieses Spiel endete 0:0, zum ersten Mal deutete sich an, dass einiges im Argen liegt, seit wir unseren Torschützen vom Dienst eingebüßt haben. Ein fades Spiel, am Ende konnten wir uns glücklich schätzen, das Spiel nicht auch noch verloren zu haben.

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SEPTEMBER

Für Wochenenden, an denen ich nicht in der Weltgeschichte herumreise, ist meine beste Freundin Julia besonders dankbar. Das Auswärtsspiel in Hamburg ging verloren, ich hatte dringend Aufmunterung nötig, diese bekam ich und genoss ich – und am Ende des Tages konnte ich sogar wieder lächeln.

PhotobucketDie Champions League Auslosung brachte uns die Glasgow Rangers (Schottland), den FC Sevilla (Spanien) und Unirea Urziceni (Rumänien), mit den Tickets für die entsprechenden Heimspiele habe ich mich sofort eingedeckt. Zunächst freute ich mich auf das Spiel gegen die Glasgow Rangers, welches vielversprechend begann, wir führten zur Halbzeitpause durch ein Tor von Pavel Pogrebnyak, der in den ersten Spielen einen guten Eindruck hinterließ. Am Ende stand es jedoch 1:1, böse Erinnerungen wurden wach an 2007, als wir ebenfalls in der Champions League Gruppenphase im 1. Spiel auf die Glasgow Rangers trafen, zur Halbzeit 1:0, am Ende 1:2, auch der Rest der Gruppenphase verlief katastrophal. Direkt nach dem Spiel ging es per Nachtfahrt zurück nach Leipzig.

Damals in Cottbus hatten sie Glück gebracht: meine Eltern. Zum ersten Mal nahm ich sie mir nach Stuttgart zum Heimspiel gegen Köln, was bereits Wochen zuvor feststand und auch alle Tickets organisiert wurden. Gerade gegen Köln sollte ein machbarer Heimsieg werden, so dachten wir jedenfalls. Wir wurden bitter enttäuscht, es hagelte Pfiffe und die Stimmung kippte. Offensichtlich bringen meine Eltern nur auswärts Glück, nicht zu Hause, das Spiel ende mit 0:2.

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OKTOBER

Pünktlich zum Cannstatter Wasen stand das Heimspiel gegen Bremen an, wie schon in den letzten beiden Saisons. Die Vorfreude auf dieses Spiel war riesengroß, endeten die letzten beiden Spiele gegen Bremen mit 6:3 und 4:1 für den VfB. Doch auch hier sollte es nicht sein, mit einer katastrophale Leistung verloren wir auch hier schnell den Faden, und später logischerweise auch das Spiel, erneut 0:2, erneut kein Tor geschossen, erneut die Deppen der Nation.

PhotobucketUnter dem Motto „20 Jahre friedliche Revolution“ fand in Leipzig das sogenannte Lichtfest statt. Im Oktober 1989 fanden damals in Leipzig erstmals die Montagsdemonstration statt, als sich tausende von mutigen Menschen dazu entschlossen, auf die Straßen zu gehen und friedlich zu demonstrieren gegen die Politik im geteilten Deutschland. Ich war damals 3 Jahre, 3 Monate und 3 Wochen alt – und 20 Jahre später zog es mich auch auf die Straße.

Das ungeduldige Warten auf den 2. Heimsieg der Saison 2009/2010 – auch beim Spiel gegen Schalke wurde es enttäuscht. Dabei hatte mein Kumpel und Platznachbar Micha noch gemeint, wir würden zumindest nach dem 0:1 noch den Ausgleich erzielen, was auch so eintrat. Doch dann kam der Ex-Stuttgarter Kevin Kuranyi und stieß unseren Karren noch weiter in den Dreck.

PhotobucketWieder englische Woche, wieder ein Champions League Heimspiel, diesmal gegen den FC Sevilla aus Spanien, so entschied ich mich auch, nach dem Spiel gegen Schalke in Stuttgart zu bleiben und mir zumindest trotz der Niederlage ein paar schöne Tage zu machen, was mit dem obligatorischen Trainingsbesuch und meinem ersten Besuch in der Wilhelma auch ganz gut geglückt ist.

Treffender hätte mein Titel für das Spiel gegen Sevilla kaum sein können: „Wenn alles steht, und keiner lacht“ …hat Stuttgart keinen Punkt gemacht, schon wieder. Dabei sah es unterm Strich gar nicht so schlecht aus, wenn man von dem mehr als deutlichen Ergebnis von 1:3 mal dezent absieht.

Auch als gebürtige Ur-Leipzigerin und Großstadtkind gibt es Gegenden, in denen ich noch nie war, und wo ich nicht wirklich nochmal herumwandern möchte, zumindest nicht ohne Begleitung und/oder Orientierungssinn. Irgendwo in einem Wohngebiet in Leipzig-Miltitz lud mein Kumpel Hannes und meine beste Freundin Julia zum Bandauftritt ein, perfektes Timing, ich kam an und die Band betrat die Bühne.

PhotobucketDas Monatsende bildete das Spiel gegen die Bayern, kein Spiel wie jedes andere, die Rückkehr des Verräters ins Neckarstadion. Nach wochenlanger Tristesse hatte ich die Nase voll von den ewigen Niederlagen und Unentschieden, die keinem etwas nützen, Ende Oktober war ich aber einfach nur noch froh, dass mir der größte Alptraum erspart geblieben ist.

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NOVEMBER

PhotobucketObligatorisches Klassentreffen, zahlreiche Leute sind erschienen, darunter auch einige, die ich seit dem Abschluss 2002 und länger nicht mehr gesehen hatte. Es hatte wieder viel Spaß gemacht, besonders, dabei zuzusehen, dass 2, die sich früher die kalte Schulter zeigten, heute an einem Tisch sitzen können und sich angeregt unterhalten, wer hätte das damals gedacht.

Endlich 18! Meine Freundin Lisa hat Geburtstag und feiert mit der Familie, ihrem Freund und ein paar Verwandten, auch ich wurde kurzfristig eingeladen, um mich von der schmerzhaften 0:4-Niederlage des VfB abzulenken. Nach einem leckeren Abendessen ging es zum Kegeln, für mich völliges Neuland, Spaß gemacht hat es trotzdem.

Nicht nur die deutsche Fußballwelt ist erschüttert beim Tod von Nationaltorhüter Robert Enke, mit seinem Schienensuizid hinterlässt er Ehefrau Teresa und Tochter Leila, die erst wenige Monate alt ist. Nach dem Verdauen des Schocks und dem Ende der Trauer über einen sympathischen Sportsmann, bleibt das „Geschmäckle“, wie er das seiner Familie antun konnte. Doch niemand konnte in ihn hineinschauen.

Wieder passte ein stadionfreies Wochenende perfekt mit dem Bandauftritt meiner Julia zusammen, diesmal war es nur nicht der eigene oder der ihres Mannes, sondern von einer befreundeten Band. Coole Musik von einer Rock ‚n‘ Roll Band aus Weimar.

Eine ganze Hinrunde wollte ich zumindest kompett durchziehen, nach den durchwachsenen Leistungen meines VfB in den letzten Monaten wurde einem Angst und Bange, wenn man nur an die letzten ausstehenden Spiele denkt, die man bei Saisonbeginn noch als sichere 3 Punkte eingeplant hatte. Und wenn du ein weiteres Mal in Führung gehst und es am Ende wieder nur 1:1 steht, dann kannst du eigentlich nur noch verzweifeln. Aber ich war froh, dass ich an diesem Tag in Stuttgart war und Abends in der VfB-Fankneipe, ich lernte den Fanclub „Cannstatter Kurve Berlin“ kennen.

PhotobucketSchon zur Auslosung der Gruppenphase stand es fest: Auswärts nach Glasgow! Wochenlang habe ich mich auf dieses Highlight gefreut und darauf hingefiebert, dann war es endlich soweit. Ich schloss mich dem Berliner VfB-Fanclub an und bestieg zum ersten Mal in meinem Leben ein Flugzeug. Es war genial in Glasgow, bis auf das typisch schottische Wetter. Und das Spiel gegen die Glasgow Rangers war sensationell, weniger, weil wir souverän mit 2:0 siegten, es war die Stimmung, die so grandios war, wir hatten vom ersten Moment an die Oberhand und sangen die Rangers-Fans in Grund und Boden. Und als dann auch noch „You’ll never walk alone“ angestimmt wurde und der ganze Gästeblock die rot-weißen Schals in die Luft streckte, erfreute es mein Herz.

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DEZEMBER

Wie man es auch dreht und wendet, ein richtungsweisendes Spiel: Anfang Dezember ging es gegen Bochum, und um den Job von Trainer Markus Babbel, der weitermachen könnte, wenn dieses Spiel gewonnen werden würde. Doch was schreibe ich – ihr könnt es euch sicherlich denken: in letzter Minute kassierten wir das 1:1 und es kam nach dem Spiel zum Fanaufstand vor dem Stadion. Einen Tag später wurde Markus Babbel gefeuert, der neue Trainer Christian Gross aus der Schweiz übernahm, während ich noch auf dem Heimweg nach Leipzig war.

PhotobucketDas Klügste wäre eigentlich gewesen, in Stuttgart zu bleiben, doch mangels der Möglichkeit, kurzfristig zusätzliche Urlaubstage dazwischen zu schieben, war ich gewungen, Montags bis Mittwoch Mittag im Büro zu sein, bevor ich mich auf die Reise nach Stuttgart machte – erstmals mit dem Zug. Was würde passieren, so wenige Tage nach dem Trainerwechsel? Niemand konnte es sagen, aber erstaunt waren wir doch allesamt: nach nur 11 Minuten führten wir bereits 3:0, neuer Champions League Rekord, alle 3 Tore auf der Baustellenseite, wo wir die gesamte Saison nie getroffen hatten. 11 unglaubliche Minuten.

Mit einem breiten Dauergrinsen genoss ich den Rest der Woche, Dennis lud ein zur jährlichen Hinrundenabschlussfeier, auch bekannt als Weihnachtsfeier. Da die meisten der Teilnehmer zum eigentlichen Hinrundenabschluss eine Woche später selbst im Stadion sein würden, wurde die Feierlichkeit vorgezogen und mit Glühwein aus dem Wasserkocher und leckerem Nudelsalat aus einer riesen Schüssel ließen wir es uns gut gehen.

PhotobucketAuf gehts zum letzten Spiel der Hinrunde, der Gegner: Hoffenheim. Ich dachte eigentlich, ich hätte schon einst in Cottbus, Hannover und Wolfsburg erfahren, was es bedeutet, sich bei einem Spiel richtig den Allerwertesten abzufrieren, dieser Samstag 5 Tage vor Heiligabend setzte jedoch neue Maßstäbe. Mit der richtigen Warmhaltetechnik genoss ich den Tag, mit meinen Mädels Bea, Julia und Lena, weiteren Freunden und dem schönen Gefühl, nach dem souveränen 3:1 allmählich wieder auf dem Weg der Besserung zu sein.

Weihnachtszeit, stressige Zeit. Als alle Geschenke besorgt, verpackt und gegebenenfalls in die Weltgeschichte verschickt waren, sollte man meinen, einfach mal die Füße hochzulegen und die Seele baumeln zu lassen. Stattdessen tigerte ich lieber beladen mit meinem Stativ und meiner Kamera über den Leipziger Weihnachtsmarkt, bevor ich tags darauf Besuch von einer Freundin bekam und noch einen Tag später der Weihnachtsmarkt 2009 bereits Geschichte sein sollte.

PhotobucketWelcher Mensch geht an Heiligabend noch arbeiten? Nunja, ich zum Beispiel. Bis Mittags wurde noch fleißig gebastelt, geschraubt und repariert, bis ich zu meinen Eltern aufbrach und einen geselligen Nachmittag und Abend verbrachte, bevor ich später die Päckchen aufriss, die mir per Post zugeschickt wurden. Der Weihnachtsmann brachte unter anderem Kalender vom VfB, von den Simpsons und einen Selbstgebastelten, ein VfB-Puzzle, welches schon 48 Stunden später fast fertig war, Geld, was ich als Vielfahrerin immer gut gebrauchen kann sowie einige andere schöne Kleinigkeiten.

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Weitere Jahresrückblicke: 2006 | 2007 | 2008

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Autor: Ute

31 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart - Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen – im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

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