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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

Zu schwach! Zu blöd! Zu spät?

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In einer Zeit, in der ich so manch andere Dinge zu erledigen habe, als Berichte über enttäuschende Spiele zu schreiben, dauert es eben so einige Zeit, bis Muße und Zeit aufeinander treffen und Zeilen entstehen lassen, die viel zu selten von Begeisterung und Enthusiasmus handeln.

Viel mag und kann ich nicht schreiben, es ist immerhin schon 3 Wochen her. Was bleibt ist lediglich die Erinnerung an ein weiteres Spiel des Schreckens. Erinnerungen, die ich lieber verdrängen wollte. Kurz: in Überzahl nur ein mageres 1:1 trotz bester Chancen. Worte, die zu so manchen Spielen passen würden, diesmal bezieht es sich auf das Spiel gegen Hoffenheim, von dem ich dachte, bzw. hoffte (Ha, Wortwitz!), es würde so laufen wie letzte Saison.

Ein Spiegelbild der gesamten Saison. Der Jubel der Anderen, markerschütternd und frustrierend, von Mal zu Mal und es vermag nicht besser zu werden. Fangen wir einmal an mit dem, was unter anderem die Misere heraufbeschworen hat: falsche oder keine Transfers bei Abgängen erfahrener oder talentierter Spiele. In den letzten Jahren haben wir verloren: Mario Gomez, Sami Khedira, Jens Lehmann, Ricardo Osorio, Thomas Hitzlsperger, Julian Schieber, Andreas Beck und Sebastian Rudy, um nur einige zu nennen.

Die letzteren beiden verdienen ihr Geld mittlerweile in Hoffenheim, billig verkauft in dem Glauben, man würde das Beste für sie tun. Und wie es halt so ist, versucht man das Beste zu machen, macht man es meist schlimmer. Eben jene, die man in die Welt hinausziehen lässt, werden zum Boomerang – sie kehren ins Neckarstadion zurück, in den Trikots ihres neues Vereins und machen die guten Spiele gegen uns. Was wollte man gleich nochmal besser machen, als man Beck und Rudy an Hoffenheim verschacherte?

Eine Szene, die ebenfalls in negativer Erinnerung bleiben wird: Timo Gebhart, alias Timo Gebnieab, versuchte im eigenen Strafraum in höchster Not vor den heranstürmenden Hoffenheimern zu klären. Als geeignetes Mittel erschien ihm dabei ein Fallrückzieher – der aber im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose ging. Lange werde ich noch Alpträume haben, der Moment, in dem Timo Gebhart auf seinen Hosenboden plumpste, die Blauen in Ballbesitz kamen und eine Flanke und ein Fuß ausreichten, um das 0:1 zu erzielen. Und es waren gerade einmal 11 Minuten gespielt.

Über eine halbe Stunde lagen wir zurück, angesichts einer neuerlichen Niederlage, unfähig, etwas daran zu ändern. Es war Martin Harnik, der nach toller Flanke von Cacau ungestört zum 1:1 einschob. Der Jubel war groß, noch größer wurde er noch ein paar Minuten später, als der Hoffenheimer Vorsah wegen einer nicht unbedingt absichtlichen Aktion an Gentner mit Glatt-Rot vom Feld gestellt wurde. Da sollte doch mehr drin sein als ein Punkt, sollte man zumindest meinen. Es ging zumindest erst einmal in eine Halbzeitpause, die Hoffnung ließ auf bessere 45 Minuten.

Was Hoffenheim in Unterzahl ablieferte, war nicht ernsthaft der Rede wert. Unsere Jungs kamen immer besser ins Spiel (regelrecht peinlich, dass dazu erst der Gegner dezimiert werden muss), was fehlte, waren die Tore. Immer wieder die Chancenverwertung. Cacau traf nur den Pfosten, Martin Harnik ebenfalls nur knapp vorbei. Welches Leid in der Kurve seinen unaufhaltsamen Lauf nahm, kann man sich vorstellen.

Am Ende reichte es wieder nicht. Den Kraichgauern ist mit diesem einen Punkt noch mehr geholfen, für uns war es ein weiteres symptomatisches Spiegelbild einer Seuchensaison, in der die Scheiße so oft am Fuß klebte. Enttäuschtes Kopfschütteln, frustriertes Bruddeln, hoffnungsloses Schulterzucken, nichts vermag einem in dieser schweren Zeit ein Lächeln entlocken. Die kurzen Freuden eines kurzfristigen Ausgleichs reichen nicht aus, um uns am Ende der Saison den Hals zu retten.

Mit einem Schmunzeln wird lediglich eines in Erinnerung bleiben: Der Banner, der zu Spielbeginn über dem Hoffenheimer Gästeblock entrollt wurde, zeugte von Kreativität und Humor: „Traditionslose Arschlöcher hier abstellen“ – dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Auch wenn das Sicherheitspersonal das nicht allzu lustig fand. Wir schon.

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Autor: Ute

31 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart - Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen – im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

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