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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

Auf der Zielgeraden

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Tief durchatmen. Besinnen wir uns auf das, was hinter uns liegt. Und seien wir zuversichtlich für das, was noch vor uns liegt. Wir schreiben den 32. Spieltag der Saison, und wir können derzeit wirklich davon sprechen, dass wir es selbst in der Hand haben. Für Hoffenheim, unserem heutigen Gegner, ging es um nichts mehr. Für uns um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Zwischenzeitlich sah es dabei gar nicht so gut aus, es drohte zur Enttäuschung zu werden. Wir oft war das in dieser Saison der Fall, mit großen Hoffnungen gestartet, ein einziger Gegentreffer reichte, um das Gebilde in sich zusammen fallen zu lassen \“ nicht gerade selten waren diese Situationen ausschlaggebend für liegen gelassene Punkte. Es waren zu viele.

Vor einigen Monaten sah das alles noch ganz anders aus. Einst verzweifelte ich schon fast beim Auswärtsspiel in Leverkusen, als jegliches Leben in der Mannschaft ausgeloschen schien. Die Hoffnung kehrte wieder, in Form einer beinahe kontinuierlichen Serie von Siegen und Remis. Mit dem Glauben, spätestens in zwei Wochen den Klassenerhalt feiern zu können, ging es nach Hoffenheim.

Bei herrlichem Sonnenschein, aber haarezerzausendem Wind machten wir uns wie schon letzte Saison in Felix‘ Auto auf den Weg in Richtung Sinsheim, wo wir bereits von unseren Fanclub-Leuten in Empfang genommen wurden. Der Gästeblock im Stadion des traditionslosen Kommerzklubs ist zwar recht fanfreundlich gebaut worden, jedoch sparte man an der Stadiongastronomie \“ diese hatte ich von letzter Saison gar nicht so übel in Erinnerung.

Ausreichend lange vorm Spiel waren wir schon im Block, warum sollten wir auch vor dem Eingang verharren, wenn man mitten im Gewerbegebiet sonst nichts machen kann und die Gastronomie zum vergessen ist. Jedes Mal wieder amüsant, Leute zu beobachten, die man in der Ferne gesichtet hat und mit einer SMS zum Winken aufruft oder wie in diesem Falle ein „Ich seh dich!“. Der Gästeblock war erst halb gefüllt, so konnte ich noch gemütlich rüberlaufen \“ an der Stelle nochmal liebe Grüßle an Markus von StuttgartSupporter.

Dem Anpfiff fieberte man gespannt entgegen. Was passieren würde, vermochte keiner vorherzusagen. Fest eingeplante Punkte hat man schon zu oft in dieser Saison einfach liegen lassen. Das Stadion füllte sich zusehendst, auch außerhalb des Gästeblocks war immer mehr Weiß-Rot zu sehen, überall verteilt mit Ausnahme der Hoffenheim-Kurve, welche ein weiteres Mal an Lächerlichkeit kaum zu überbieten war.

Gemächlich gingen sie zugange, die beiden Mannschaften. Schon in der ersten Viertelstunde nahm aber unsere Sorge zu, die nächste Zeit würde nicht gerade zu unseren Gunsten hinauslaufen. Und so war es schließlich auch. Hoffenheim stürmte fleißig nach vorne und bot eine gute Anfangsphase gegen die wir partout kein Mittel hatten, was sich schon schnell rächen sollte.

Ein weiterer Vorstoß des Gegners wurde zum peinlichen Moment: Serdar Tasci wurde bedrängt und fand kein anderes Mittel, den Ball zu Sven Ulreich zurück zu spielen. Und wir erinnern uns nur an das Fußball-Regelwerk, welches besagt, das bei einer direkten Rückgabe aus der eigenen Mannschaft der Ball nicht mit den Händen aufgenommen werden darf sondern nur mit dem Fuß oder dem Kopf. Und da der Ball hoch gespielt war, ging Ulreich mit dem Kopf hin. Ein fataler Fehler, ehe wir uns versahen, war der Ball vom Hoffenheimer Mlapa zum 1:0 für den Gastgeber eingeschoben. Ach du Scheisse.

Da standen wir nun, im Gästeblock, im Rückstand, am Ende der Saison, wo jeder Punkt über Leben oder Tod im Oberhaus entscheiden kann. Das konnte nicht wahr sein. Überall um mich herum sah ich Kopfschütteln, aber auch den Willen, sich damit nicht einfach abzufinden. Immerhin waren noch 75 Minuten zu spielen. Dennoch mussten wir uns bis zur Halbzeitpause weiter ansehen, wie unsicher und gespickt von Fehlpässen das Spiel des VfB gewesen war.

Eines stand fest: findet Bruno Labbadia in der Kabine nicht die richtigen Worte, könnte das hier übel ausgehen. Bereits am Vorabend gewann Mitkonkurrent Wolfsburg gegen Bremen und rückte uns auf einen Punkt auf die Pelle, nicht gerade ein beruhigender Gedanke. Erst mit der Halbzeitpause kam der erhoffte Schwung. Ob Bruno Labbadia genau die richtigen Worte gewählt hat, daran habe ich keinen Zweifel.

Der VfB wurde etwas besser und kämpfte sich zurück ins Spiel, mit einer tollen Moral belohnten sich die Jungs selbst und die mitgereisten Fans. Martin Harnik mit einem Traumpass auf den durchgestarteten Cacau, schon stand es 1:1 und der Jubel bei uns war riesengroß. Nach etwas mehr als einer Stunde zeigte der VfB das, was man im Abstiegskampf erwarten durfte. Kaum hatten wir uns wieder beruhigt, ging es weiter mit der Heiterkeit. Ein Sturz im Strafraum, ein Pfiff, Elfmeter!

Ich hatte selten so einen klaren Elfmeter gesehen wie diesen hier \“ Martin Harnik, der schon das 1:1 vorbereitet hatte, war wieder beteiligt, er wurde im Strafraum umgesenst. Richtige Entscheidung! Erinnern wir uns kurz an die Elfmeter unseres Stammschützen Zdravko Kuzmanovic. Er schießt sonst immer links unten, schon beim letzten Elfmeter in Köln entschied er sich anders und schoss nach rechts unten. Das tat er wieder so \“ und der Ball war drin. Spiel gedreht, der Wahnsinn!

Das war der Genickbruch für die ganz und gar ungeliebten Hoffenheimer. Diese trauten sich danach nicht mehr wirklich, auf unser Tor zu schießen. Uns soll es recht sein, auch wenn die letzten 20 Minuten schon auch nervenzehrend waren, so passierte nichts mehr. Genau so wollten wir das sehen. Die Sorgen über Wolfsburg Sieg vom Vorabend gingen beim Abpfiff im Jubel unter.

Schnell noch mit der Mannschaft gefeiert und von Freunden und Bekannten verabschiedet, schon ging es zurück nach Stuttgart \“ auf mich wartete am selben Abend noch ein Junggesellinnenabschied in Fellbach, den ich auf keinem Fall verpassen wollte. Spaß hats gemacht, sowohl das Spiel als auch der Abend unter Weibern. Im ersten Moment noch mittem im proletenhaften, biertrinkenden, brüllenden und gröhlenden Männervolk, im nächsten Moment mit gackernden, kreischenden und kichernden Mädels unterwegs. Ein Tag der Extreme war das durchaus.

Was bleibt hängen vom Spiel in Hoffenheim? Definitiv die offensichtliche Tatsache, dass die Jungs brennen und wirklich wollen. Es sind jetzt noch 2 Spiele zu spielen, gegen Hannover und gegen Bayern München, beides Champions League Aspiranten. Darf man gesorgt sein? Ja, nachwievor. Darf man hoffen? Mehr als je zuvor.

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Autor: Ute

31 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart - Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen – im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

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