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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

Where did it all go wrong?

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Es gab nichts, was mich trösten konnte. Wie gut, dass ich meinen Spielbericht erst am Samstag Abend geschrieben habe, als der erste große Frust etwas abgeflaut ist. Doch geblieben ist die bittere Enttäuschung dennoch.

So etwas hätte nicht passieren dürfen, aber wie so oft erwies sich unser VfB als Aufbaugegner. Nur zu, ihr Mannschaften, die ihr auf der Suche nach Punkten seid. Spielt gegen uns, dann wird das schon. Die Niederlage gegen Hamburg, vor diesem Spiel nur einen Punkt auf dem Konto, ist eine schallende Ohrfeige.

Dabei hat es so gut ausgesehen. Zuletzt die beiden Siege gegen Hannover und Freiburg, schon wähnten wir uns auf einem guten Weg, den wir schon seit ewigen Zeiten in der Hinrunde vermissen ließen. Jede Niederlage ist frustrierend und deprimierend, es reicht dabei von unglücklich bis verdient, dieses Ergebnis war einfach nur unnötig.

Wie konnte das passieren? War es der kleine Höhenflug, der uns den Blick auf die Tatsachen versperrt hat? Oder war es doch nur ein Ausrutscher, ein kleines Absacken in die Muster der letzten Saison. Nichts vermochte den Frust zu lindern, als wir am Freitag Abend den Heimweg antraten. „Stümper“ wurde meist gebrauchter Begriff meines abendlichen Vokabulars.

Durch etliche Überstunden in dieser Woche habe ich auf Freitag hinarbeiten können, um rechtzeitig aus dem Büro zu kommen. Daheim noch schnell etwas gegessen und schon ging es los. Auch hier war schwer zu sagen, ob es unsere Jungs auch dieses Mal schaffen, den positiven Schwung mitzunehmen und alles zu tun, um 3 Punkte zu erarbeiten. Hamburg hat wenige Tage zuvor Coach Oenning entlassen \“ mein Chef hat gleich schon befürchtet, dass das schlechte Auswirkungen haben könnte.

Umringt von den üblichen Verdächtigen, die einen jedes Mal im Stadion begleiten und mit denen man Seite an Seite die schönste Siege feiert und die bittersten Niederlagen durchsteht. Nach nur 20 Minuten sah es so aus, als würden wir ersteres feiern dürfen. Doch diese Rechnung haben wir offenbar ohne die Hanseaten gemacht, deren Trainerwechsel neue Energien hervorgerufen zu haben scheint.

Nach einem 10 Minuten verspäteten Anpfiff stimmten einen die ersten Minuten auch schon optimistisch, der erste Warnschuss des VfB nach wenigen Sekunden des Spiels \“ das wärs gewesen! Wie damals gegen Wolfsburg… Während ich meine Kamera auf die schwierigen Lichtverhältnisse eines Flutlichtspiels einstellte, war die Hoffnung noch allgegenwärtig.

Zu meiner Kollegin Daniela meinte ich noch am Nachmittag, es wäre eminent wichtig, dass wir in Führung gehen. Und wir taten es \“ Martin Harnik mit einem Abstauber. Wer sonst? Derzeit ist im Sturm relative Flaute, bis auf unseren Österreicher, der derzeit fast alles trifft, was er will. Die Freude war groß, das „Stuttgart: EINS, Hamburg: NULL!“ hat gut getan.

Es hätte der Todesstoß für die Hamburger sein können, doch er ging nicht ins Netz. Shinji Okazaki, auch nicht gerade der Harmloseste, traf leider nicht zum 2:0, nur 4 Minuten nach dem 1:0. Es hätte so schön sein können, von diesem erneuten Rückschlag hätten sie sich wohl kaum erholt. Wenn ich gewusst hätte, was passiert, ich hätte die Führung nach 18 Minuten vielleicht weniger ekstatisch gefeiert.

Langsam durften wir alle zusehen, wie die Gefälligkeit und Sicherheit in der Mannschaft verloren ging, die Beine schwer wurde und die Gedanken weiter abdrifteten. Ich weiß nicht, wo die Jungs waren, oder was sie gemacht haben, nach dem 1:0 waren sie zumindest nicht dort, wo sie sein sollten: gedanklich auf dem Platz, nicht nur körperlich.

Die Halbzeit wurde zur Auszeit, Kräfte tanken und hoffen, dass Bruno Labbadia, der von 2009 bis 2010 selbst Trainer des HSV war und unrühmlich gefeuert wurde, die richtigen Worte finden würde. Dort, wo wir neulich noch zur Stadionführung in der Kabine saßen, waren nun unsere Jungs. Wir hofften, sie würden die Kabine mit breiter Brust verlassen und auf den Platz zurückkehren.

Was sich in der 2. Halbzeit ereignete, kann man kurz und treffend bezeichnen: „Was für eine Scheiße!“. Gerade erst wieder angestoßen, schon versteinerten die Blicke. Das war der Ausgleich. Von Hamburgern, die sonst an Harmlosigkeit und Unfähigkeit seit Wochen nicht zu übertreffen sind. Kopfschütteln, doch noch war das Spiel nicht verloren.

Es war nicht alleine die eigene Mannschaft, die uns Frust bereitete, sondern auch zunehmend der Schiedsrichter Zwayer, der dieses Spiel leitete. Das Anschauen der Sportschau am Samstag Abend brachte keine Auflösung darüber, ob das Gefühl, ständig benachteiligt worden zu sein, nur ein normales Ergebnis der Vereinsbrille war, oder ob da tatsächlich etwas im Argen lag \“ komischerweise sah man im TV nichts von den vielen Fouls, die ungestraft an uns begangen wurden, während kleine Nicklichkeiten sofort geahndet wurden. Verhältnismäßigkeit: anscheinend ein Fremdwort.

Bevor der Anschein erweckt wird, ich würde die letztendliche Niederlage dem Schiedsrichter zuschreiben wollen, dem sei gesagt: so ist es nicht. Die Mannschaft ist selber dran Schuld, sie hätten wissen müssen, dass man gegen eine angeschlagene Mannschaft nach dem knappen 1:0 nicht das Fußballspielen einstellt, sondern nachsetzt, immer und immer wieder, bis es 2:0 oder 3:0 steht, der Gegner sich nicht mehr rühren kann und man sich tatsächlich sicher sein kann, das Spiel zu gewinnen.

Viel zu sehen von dem Willen, das Spiel doch noch zu gewinnen, gab es allerdings nicht. Das war nicht nur äußerst nervenstrapazierend, sondern auch ziemlich beängstigend. Die Strafe folgte auf dem Fuß, in der 67. Minute trafen die Hamburger zur Führung. Irgendwie… selber Schuld. Ich konnte es nicht glauben. Was war hier los, und warum konnte man dagegen nichts unternehmen?

Die souveräne Führung aus der Hand gegeben, in einer Art und Weise, die uns an die vergangene Saison erinnerte. Viel haben wir durchstehen müssen, und so groß die Freude in dieser Spielzeit über verhältnismäßig großen Erfolg auch war, sie ließen jene Alarmglocken schrillen, von denen wir hofften, sie nicht wieder allzubald hören zu müssen.

Viel konnten auch wir nicht tun. Wir schrien unsere Jungs nach vorne, doch es schien, als konnten sie uns nicht hören. Scheinbar dem Schicksal ergeben, war kaum jene Leidenschaft zu sehen, die noch in den ersten Minuten bis zur Führung allgegenwärtig war. Worauf haben sie nur gewartet? Chancen gab es kaum noch, und alles, was dann doch mal in Richtung HSV-Tor zu Stande kam, wurde schnell von den Hamburgern, die um ihr Leben rannten, im Keim erstickt.

Manche von uns behielten sich bis zum Schluss die Hoffnung auf ein spätes VfB-Tor, manche resignierten und gaben die Hoffnung auf, dass der VfB hier noch etwas Zählbares holen könnte. Meine Wenigkeit dachte an beides, wie immer der Grundsatz: das Beste Hoffen, das Schlimmste erwarten.

Und es war wirklich ziemlich schlimm, als nach lächerlichen 2 Minuten Nachspielzeit die Partie abgepfiffen wurde und die Niederlage besiegelt war. Ein paar Leute pfiffen die Mannschaft aus (Schande über euch!), als sie sich der Kurve stellten, der Rest machte gute Miene zum bösen Spiel und klatschte trotzdem. Ein bitterer Moment, für beide Seiten.

Nur die Hamburger hatten ihren Spaß. Da verlieren sie wochenlang hintereinander und kommen dann zu den doch eigentlich nicht zu unterschätzenden Stuttgartern, gewinnen einfach mal mit 2:1 und haben nun neue Hoffnung auf bessere Tage. Das gegenteilige Bild bei uns: wir waren \“ wie ich meine \“ auf einem guten Weg. Ob es nun wirklich nur ein Ausrutscher oder der vorübergehende Genickbruch war, werden insbesondere die nächsten Spiele gegen Kaiserslautern und Hoffenheim zeigen.

Wir konnten nichts tun. Nur frustriert das Stadion verlassen und den 20-minüten Heimweg nach Hause antreten. Jeder Schritt schmerzte, doch die Niederlage war an diesem Freitag Abend noch schmerzhafter als alles andere. Ob aus dem Schmerz eine lange schleichende Krankheit wird, wollen wir an dieser Stelle mal nicht hoffen. Wie konnte das heute nur passieren? Wie schon Oasis vor 11 Jahren sangen: Where dit it all go wrong?

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Autor: Ute

31 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart - Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen – im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

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