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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

Selbst um den verdienten Lohn gebracht

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Ich hätte nicht gedacht, dass mich etwas noch mehr frustrieren würde als die weitgehend sinnlose Auswärtsfahrt nach Bremen am Wochenende zuvor. Jede Menge Frust und Enttäuschung ist zurück geblieben, das Spiel am gestrigen Abend ist Sinnbild für unnötig verschenkte Punkte. Mit ein wenig Hoffnung kam ich ins Stadion, mit weniger Hoffnung wieder heraus. Hier schreibe ich, warum ein Punkt nicht immer besser ist als gar keiner.

Die Niederlage aus Bremen steckte einem noch in den Knochen. Dort wurden vorgeführt, einen besseren Beweis mangelnder Qualität und lascher Einstellung konnte es kaum geben. Selbstredend fiel es sehr schwer, sich für das Heimspiel gegen Köln richtig zu motivieren, auch wenn diese zuletzt ihr Derby gegen Gladbach mit 0:3 verloren hatten.

Und für die Statistik gabs auch was: seit 15 Jahren hatte der VfB daheim nicht mehr gegen die Geißböcke gewonnen. Das kann ja heiter werden. Einzig und allein die Serienbrecher-Mentalität machte mir ein wenig Mut, könnten wir doch diesmal im positiven Sinne eine Serie brechen und erstmals seit so vielen Jahren gegen die Kölner gewinnen. Ein heeres Ziel, wie sich herausstellen sollte.

Das Flutlichtspiel am Samstag Abend begann erst 18:30 Uhr, so brachen wir kurz vor um 4 auf, verhältnismäßig früh. Nachdem es wochenlang nicht wirklich winterlich werden sollte, fiel der erste Regen am Freitag Abend, den wir mit dem Fanclub auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt verbrachten. Am Samstag Abend nieselte es ein wenig, es war ein wenig frischer geworden und dazu ein recht unangenehmer Wind. Bis zur Nase in den Schal eingemummelt und dem Wind getrotzt, was einem Heimsieg dienlich ist soll mir nur recht sein.

Vorm Stadion trafen wir nach kurzer Wartezeit auch unsere Leute, bevor wir uns schon aufmachten in den heimisch gewordenen Block, wo auf den beiden Großleinwänden die Konferenz der anderen Bundesliga-Spiele lief. Einige fanden auch schon den Weg hinein, bot es doch für die Wartezeit ein wenig Kurzweil. Wer den anderen Spielen nichts abgewinnen konnte, steckte seine Nase in die Stadionzeitung oder in die neueste Ausgabe des Cannstatter Blättle.

Erkennt man es auch nicht am Wetter “ der Schnee lässt nach wie vor auf sich warten “ so erkennt man es zumindest auch am Maskottchen Fritzle: mit Nikolausmütze unterhielt er die wenigen Kinder, die bereits ihre Plätze auf der Haupttribüne eingenommen haben. Unglaublich, dass in 20 Tagen schon Weihnachten ist, bei fast frühlingshaften Temperaturen.

Später wurde auf der Leinwand wie bei jedem Spiel gezeigt „So schießt man Tore gegen…Köln“. Wunderbare Erinnerungen wurden wach an den Februar 2010, als ich beim Auswärtsspiel mit akuter Bronchitis einen 5:1-Auswärtssieg feiern durfte. Aus gesundheitlichen Gründen nicht besonders klug, doch ich bereue nichts! Auswärts sieht es Jahr für Jahr meist so viel besser aus als daheim gegen Köln.

Es waren mehr Auswärtstore beim Rückblick als Heimtore. Doch nicht immer sind es die Tore, an die man sich entsinnt. Böse Erinnerungen an den Witz-Elfmeter vor einem Jahr und Jens Lehmanns außerstrafräumlichen Ausflug vor zwei Jahren. Ich konnte nur hoffen, dass die Serie 15 siegloser Jahre ein Ende finden würde. Ganz so pragmatisch, wie Ingrid es sah, konnte ich es nicht einschätzen: „Entweder sie gewinnen oder es werden 16 Jahre, es geht nicht anders“.

Die zwei Stunden, die wir vor Anpfiff schon im Stadion waren, sind irgendwann auch mal zu Ende gewesen, während wir zusahen, wie sich die Blöcke mit Zuschauern füllten, auch aus dem löchrigen Gästeblock verschwanden die erkennbaren Lücken. Mit einem Meer von Fahnen, Doppelhaltern und Schals begrüßten wir beide Mannschaften. Hier und heute brauchten wir eine Trotzreaktion und das richtige Zeichen für ein versöhnliches Hinrunden-Ende. Bühne frei und alles geben, am Ende werden wir jeden einzelnen Punkt brauchen.

Seit einigen Wochen war bei der Cannstatter Kurve “ zumindest in den rechts neben den Ultrasblöcken gelegenen Bereichen “ stimmungstechnisch deutlich Luft nach oben. Die akustische und körperliche Beteiligung am Support hielt sich in Grenzen, was sehr bedauerlich ist, haben wir doch nun endlich das, wofür man sich jahrelang eingesetzt hat: ein reines Fußballstadion ohne Laufbahn. Doch nun gab die gesamte Kurve Vollgas, eine tolle Stimmung bildete den Soundtrack für ein spannendes Spiel, das uns noch in Erinnerung bleiben würde.

Ich wollte und konnte es nicht beschreien. Doch mich beschlich schon bald das positive Gefühl, es würde nicht in einem Debakel enden wie neulich in Bremen. Nein, sie gaben sich sichtlich Mühe, was die Kurve ihnen auch honorierte mit lautstarkem Support. Ich behielt es vorerst für mich und erfreute mich an den ersten Minuten, in denen konzentrierter zu Werke gegangen wurde als in den letzten Wochen, das tolle Heimspiel gegen Dortmund mal ausgenommen.

Einige Male kamen die Kölner dann doch zum Strafraum vor der Kurve, noch gab es keinen Grund zur Panik. Zumindest nicht, bis ein Kölner fiel und Schiedsrichter Felix Brych auf den Punkt zeigte. Für uns im ersten Moment völlig unverständlich, gehörte der Zweikampf von Slawomir Peszko und Maza eher zur Kategorie „Kann“, nicht „Muss“. Bitte nicht schon wieder! Wie war das nochmal mit Elfmetern in den Heimspielen gegen Köln?

Lukas Podolski, der schon vor einem Jahr vom Punkt zur Kölner Führung traf, traf auch diesmal. Alle „Ulle, Ulle, Ulle!“-Rufe vergebens. Und der Angstschweiß floss schon jetzt in Strömen. Gerade einmal 15 Minuten gespielt, schon der schnelle 0:1-Rückstand. Das darf noch nicht wahr sein. Wie jetzt, warum, wieso, weshalb gabs diesen Elfmeter? Seit wann wird bei Kontakt gepfiffen, statt bei Foul?

Dass der VfB insgesamt in einem rundum verbesserten Zustand im Vergleich zu Bremen war, konnte man sehen. Schnell schüttelte man den Schock des Rückstands ab und ging wieder motiviert nach vorne. Es gab Eckball vor der Untertürkheimer Kurve, Tamas Hajnal stand da bereit und sollte ihn hineingeben. Händeringend hoffte ich, dass gleich alle schreiend aufspringen und sich freuen. Doch ich hoffe viel, wenn das Spiel lang ist. Dass es auch so kam, war natürlich erleichternd, ohne jeden Zweifel.

Ich sah noch, wie der Torschütze zu Tamas Hajnal rannte und ihn hochhob, konnte aber nicht genau erkennen, wer es geschossen hat. Auf der Leinwand stand er nun, nicht nur ich rieb mir da die Augen. Christian Gentner, oft gescholten in den letzten Wochen, sorgte hier für den schnellen Ausgleich nur 14 Minuten nach dem Rückstand durch den fragwürdigen Elfmeter. Von ihm hätte man das wohl am allerwenigsten erwartet.

Der Ausgleich war zwar äußerst erquickend und sorgte dafür, dass die Kurve nun noch energischer ihre Mannschaft nach vorne peitschte, doch noch war “ ich zitiere meinen langjährigen Bremer Kumpel Dennis “ der Drops nicht gelutscht. Eine Stunde noch zu spielen, es war nun an uns, das beste daraus zu machen. Man konnte nur an die Leidenschaft und den Willen jedes einzelnen VfB-Spielers appellieren, alles zu geben, bis zum Wadenkrampf zu rennen und zu fighten.

Selbstverständlich ist es beim Ausgleich die oberste Prämisse, bestenfalls noch den Rückstand in eine Führung umzuwandeln. Und wenn selbst Christian Gentner trifft, ist hier noch einiges möglich. Und tatsächlich war es auch diesmal wunderschön gespielt, drin war der Ball, so fühlt sich die pure Freude an. Doch was sehen wir da auf der Leinwand? Wieder war es Christian Gentner! Hier ist ja was los. Wer darauf gewettet hatte, dass er mindestens 2 Tore gegen Köln schießt, dürfte sich freuen. Selbst die Haupttribüne, die ihn seit Wochen gnadenlos ausgepfiffen hat, freute sich nun zusehendst.

Rückstand nach 15 Minuten, Führung nach 40 Minuten, das konnte sich bisher doch wirklich sehen lassen. Kurz darauf war Pause, viele verschwanden in Richtung Imbiss-Bude, Loge oder Fantreff in der Kurve. Ich für meinen Teil habe aktuell wenig Begehr, in der Halbzeitpause nach draußen zu gehen, oft genug blieb ich bei den ersten Heimspielen auf der Treppe hängen und kam vor lauter Menschenmassen nicht raus. Nein danke, ohne mich. Also lieber mein Trinkpäckle, Strohhalm rein, pappsüßes Zuckerwasser. Schmeckte zumindest besser als es sich anhört.

Dass eine 1-Tor-Führung für einen unkonstanten Verein wie dem VfB nicht zwangsläufig einen Sieg bedeutet, weiß man ja schon längst. Ich weigerte mich jedoch zu glauben, dass dies noch schief gehen würde, so sehr haben sich die Spieler ins Zeug gelegt. Würden sie das beibehalten stünde weiteren Toren und dem ersehnten ersten Heimsieg seit 1996 eigentlich nichts mehr im Wege. Eigentlich.

Über die zweite Halbzeit zu schreiben, fällt mir unwahrscheinlich schwer. Da der Frust nach wie vor groß ist und sich daran in den nächsten Minuten und Stunden kaum etwas ändern wird, nutze ich die Gunst der Stunde und schreibe darüber, solange es noch frisch ist. Ich wünschte, ich könnte über schöne Dinge schreiben. Etwa, dass der VfB weitere Tore schoss und der Sieg in trockenen Tüchern war. Doch dem ist leider nicht so, was bleibt, ist die Frage nach dem „Warum“ und die verzweifelte Suche nach Konstanz und Konzentration.

Später schrieben Kölner Presseberichte, das Ergebnis ginge aufgrund der zweiten Halbzeit in Ordnung. Wen wunderts, haben wir uns selbst doch wieder nur ein Bein gestellt und um den eigenen Verdienst gebracht. Dass man es nicht schafft, gegen Kölner, die deutlich das Derby verloren haben, einen Sieg zu erringen, sollte einem wirklich zu denken geben.

Jeder, der auch nur ein wenig von Fußball versteht, weiß, dass es mindestens 2 Arten gibt, wie man die eigene Führung halten kann. Entweder, man spielt auf Nummer sicher und schießt noch 1 oder besser 2 Tore. Oder aber man verwaltet den Vorsprung eines einzigen Tores, was man aber nur dann tun sollte, wenn man sein Handwerk wirklich versteht und die eigene Abwehr die Humorlosigkeit von Türstehern mit 1 Meter Schulterspannweite hat. Ich bin mir nicht sicher, welche Vorgabe Bruno Labbadia seinen Jungs in der Halbzeit gemacht hat.

Der Kölner Trainer Stale Solbakken, der viele Jahre in Kopenhagen mit unserem Neuzugang William Kvist als Kapitän gearbeitet hat, hat anscheinend die besseren Worte gefunden. Mit der ersten Chance, die Sven Ulreich gerade noch weglenken konnte, setzten die Kölner ein erstes Ausrufezeichen im zweiten Durchgang.

Ein paar wenige Versuche, die allesamt entweder an der Abwehr oder an Sven Ulreich kleben blieben (oder an der eigenen Unfähigkeit), das war eigentlich schon alles, was die Kölner später als „gute zweite Halbzeit“ bezeichnen würden. Sie bissen sich wahrlich die Zähne an uns aus, was auf der einen Seite allemale erfreulicher war als ein erneutes Gegentor, auf der anderen Seite versäumten wir es im Gegenzug, den Deckel drauf zu machen.

Es ist nicht so, als wäre es nur eine Großchance gewesen, die uns das 3:1 und damit den vermutlich sicheren Sieg eingebracht hätten, nein, es waren so viele Chancen dabei, teils hochkarätige. Da kannst du als Fan eigentlich nur eines tun, bevor du wieder die Jungs nach vorne schreist: du greifst dir an den Kopf und fragst dich, wie man so was nur versemmeln kann.

Ich bin mir nicht sicher, ob es blockübergreifend war, doch in der zweiten Hälfte skandierte mein Umfeld immer wieder „Schieber, Schieber, Schieber!“. Zuerst dachte ich, es wäre ein Foul an einem unserer Spieler gewesen, was nicht gepfiffen wurde und im Gegensatz ein Kontakt an einem Kölner mit Freistoß geahndet wurde.

Doch dann sickerte durch: es ist Julian Schieber gemeint, der nach einem Jahr in Nürnberg wieder zurück gekehrt ist und nach seiner langwierigen Verletzung nun wieder ins Geschehen eingreifen kann. Nach minutenlangem Fordern kam er dann, unter tosendem Applaus der gesamten Kurve. Willkommen zurück. So, und nun mach bitte das, was du letzte Saison so oft, leider auch gegen uns, gezeigt hast: mach die Tore!

Die Minuten verstrichen, händeringend, zähneknirschend und teilweise kopfschüttelnd sehnte ich den Abpfiff herbei. Nicht mehr lang, nur noch 2 Minuten plus ein wenig Nachspielzeit. Bald ist es geschafft. Wenns vorne schon nicht klappt, dann haltet um Himmels Willen hinten noch die Abwehr einigermaßen zusammen, ihr könnt das Ziel doch auch schon sehen, kommt schon Jungs, reißt euch ein letztes Mal zusammen.

Meine stillen Gebete mündeten in lautstarkes Geschrei. „Auuuf geeeehts“, „Lauuuuuuuf!!!“ und „Passt auf!“. Es war nicht laut genug. Für einen kleinen Moment Lukas Podolski nicht im Visier gehabt, schon war er enteilt und ließ Sven Ulreich, die ganze Mannschaft, die Trainerbank und 56.255 Stadionbesucher dabei zusehen, die der Ball ins Tor rollte. Es wäre der Moment gewesen, in dem ich schreiend aus meinem Alptraum erwachte. Kein Erwachen, kein Alptraum, das hier war Wirklichkeit, so unwirklich und absurd diese mehr als frustrierende Situation auch war.

Kopfschüttelnd und mit leeren Blicken starrte ich hinaus aufs Spielzeit. Das nennt man dann wohl „Scheiße“. Überall verteilt auf Haupt- und Gegentribüne und Untertürkheimer Kurve jubelten ein paar wenige Kölner Fans von insgesamt etwa 3.000 Gästen. Für sie dürfte es sich anfühlen wie ein Sieg, für uns ist es unnötig wie ein Kropf und schmerzhaft wie eine Niederlage. Jetzt weiß ich, wie sich die Nürnberger gefühlt haben müssen.

Von diesem Schock konnte sich der VfB nicht mehr erholen. Nach dem Jubel der Kölner folgte schon bald der Abpfiff. Ich konnte es nicht glauben. Keiner hat das so kommen sehen. Ein sicher geglaubter Sieg, der uns wenige Zentimeter vor der Ziellinie doch noch aus den Händen gefallen ist, weil wir ein weiteres Mal über unsere eigenen Füße stolpern und mit dem Gesicht im Dreck landen. Für Situationen wie diese findest du nur schwerlich Worte.

Ein Pfeiffen hallte durchs Stadion. Verständlich, ist es doch einfach zu dumm, den Sieg doch noch herzuschenken. Nicht besonders erbaulich ist dabei, dass es eine von nur wenigen echten Chancen war, die die teilweise völlig überforderten Gäste im zweiten Durchgang der Partie hatten. Man brachte es nicht auf unserer Seite nicht fertig, aus zahlreichen aussichtsreichen Szenen ein Tor zu erzielen und stellt sich dann dermaßen amateurhaft beim sogenannten „Verwalten“ der Führung an, dass man sich schlussendlich nur noch fragen kann, ob die Qualität in der Mannschaft ausreicht. Ich denke mir meinen Teil und schüttle “ mit immernoch großem Frust “ langsam den Kopf.

Grundsätzlich bin ich nach jeder Form des Punktverlusts frustriert und fürs erste nicht zu trösten. Es gibt jenen Frust nach einer seelenlosen Leistung des VfB, in der sie mit einer laschen Einstellung die Spiele zurecht verlieren, und es gibt jenen noch schmerzhafteren Frust, der mich erfüllt, wenn man ganz knapp am Ende doch noch scheitert. Ich konnte es schlichtweg nicht begreifen, was geschehen war. Es war ein gutes Spiel, super Stimmung auf den Rängen “ an der Stelle meine Grüße an alle, die dazu beigetragen haben “ das Ziel vor Augen, und dann: futsch.

Das wird noch lange weh tun. Weniger allein durch den Verlust von 2 Punkten aus eigener Inkonsequenz und mangelnder Konzentration in diesem einen speziellen Fall, vielmehr mache ich mir jetzt allgemein Sorgen, wie es mit dem VfB weiter gehen soll. Klar ist auch, das alles besser ist als letzte Saison, denn schlimmer könnte es ja fast gar nicht kommen. Doch dass man immer wieder so klare Defizite aufgezeigt bekommt von Gegnern, die meist keinen Deut besser sind als wir, das gibt mir zu denken und wird mich über diesen Spieltag hinaus noch eine Weile beschäftigen.

Jetzt davon ausgehen, dass wir ausgerechnet mit diesem Negativerlebnis daheim gegen Bayern bestehen können oder bei unserem nächsten Mini-Angstgegner Wolfsburg (punktlos seit 2008) gewinnen zu können, ist utopisch. Eine Trotz-Reaktion nach der erschütternden Vorstellung im Weserstadion war heute durchaus zu sehen, am Ende reichte es dennoch nicht. Eine weitere Steigerung kann ich mir bei den aktuellen Akteuren kaum vorstellen.

Allein mir fehlt der Glaube, dass es dann für die Bayern reicht, die nicht so lasch mit ihren Chancen umgehen wie die Kölner. Da braucht es Konzentration, Kaltschnäuzigkeit und vielleicht auch ein bisschen, ich korrigiere, jede Menge Glück. Und auch wenn Wolfsburg in der gesamten Saison nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzt, wenn wir nicht aufpassen, bauen wir auch die Wölfe wieder auf.

Doch ich kann einfach nicht anders. Immer wieder gehe ich ins Stadion, schreie die Mannschaft nach vorne, hoffe und glaube auf ein gutes Ende. Und wenn es nicht reicht, wird mehr oder weniger gebruddelt, auch das ist klar. Manchmal beruhige ich mich schnell wieder, mal jedoch wieder nicht. Mit jedem Punktverlust wird die grausige letzte Saison wieder hinauf befördert, ohne dass ich das will schrillen die Alarmglocken.

Wie ich mit all dem umgehe, ist natürlich meine Sache. Doch in unser aller Interesse sollte ja eigentlich sein, dass wir sehen, warum wir Woche für Woche ins Stadion gehen, ob daheim oder auswärts, nach 15 Minuten Fußweg oder 10 Stunden Anfahrt in Bus oder Bahn. Es ist eine (Sehn)Sucht die uns antreibt und uns glauben lässt, das wir all das eines Tages von unserem Verein entlohnt bekommen. Allein mir fehlt der Glaube, dass uns lohnenswerte Wochen bevorstehen. Doch ein wenig Hoffnung habe ich immer wieder, selbst nach der größten Enttäuschung.

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Autor: Ute

31 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart - Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen – im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

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