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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

Der tödliche Pass mitten ins Herz

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Ich war mir so sicher. Als mich mein Chef am Nachmittag fragte, was ich denn tippen würde, zögerte ich keine Sekunde. „3:0!“ war meine Antwort. „Woher der Optimismus?“, eine nicht ganz unberechtigte Frage. Nach der mehr als ärgerlichen Niederlage beim Hinspiel in Rijeka eine Woche zuvor, hätte mir doch eigentlich Angst und Bange sein müssen. War es mir auch, denn kurz darauf verlor der VfB auch noch in Augsburg. Unsere weiß-rote Welt klag in Trümmern, ohne auch nur den Hauch einer Idee, wie man das wieder reparieren könnte.

Entstand mein plötzlicher Optimismus etwa aus reinem Galgenhumor? Wohl kaum. Wer mich kennt, weiß nur zu gut, dass meine Veranlagung zu Pessimismus und Schwarzmalerei ausgeprägter ist, als in dem Umfeld des stetig Unstetigem gut für mich wäre. Ein paar Niederlagen hintereinander, schon schrillen die Alarmglocken, der Fast-Abstiegs-Saison 2010/2011 „sei Dank“. Nach der Niederlage in Augsburg zog der VfB die Notbremse schon am dritten Spieltag und entließ Trainer Bruno Labbadia.

Erinnere ich mich zurück an den Montag, als in den frühen Morgenstunden die Trainerentlassung kund gegeben wurde, hätte meine Laune nicht schlechter und meine Hoffnung nicht geringer sein können. Am Nachmittag wurde auf der offiziellen Pressekonferenz der neue Trainer vorgestellt. Thomas Schneider. Bisheriger U17-Coach, Deutscher Meister, selbst jahrelang VfB-Spieler gewesen. Einer mit dem Brustring im Herzen, mit Stallgeruch, mit einer Vision.

Optimismus aus dem Nichts

Genau erklären kann ich es nicht. Ich habe nie ein U17-Spiel unter Thomas Schneider gesehen. Und dennoch: auf einmal flammte in mir etwas auf, was ich unter Bruno Labbadia schon sehr lange nicht mehr hatte: Hoffnung. Ein junger, unverbrauchter Trainer, der noch nie in der Bundesliga an der Seitenlinie stand. Trotz allem freute ich mich auf Thomas Schneider und seine Assistenten Tomislav Maric und, ein alter Bekannter, Alfons Higl, der bereits unter Armin Veh beim VfB war. Einer, der auf die Jugend setzt \“ genau das braucht der VfB!

Unbändige Vorfreude auf das erste Spiel mit dem neuen Mann an der Seite. Nicht nur bei mir, auch andere waren auf einmal positiv gestimmt. Als wäre eine Last von uns abgefallen, und ohne jetzt die komplette Arbeit des Bruno Labbadia schlecht reden zu wollen, doch genau das war es am Ende. Mit der Mitgliederversammlung schwappte eine Welle der Aufbruchsstimmung durch Bad Cannstatt, die sich aber an einem Felsen unüberwindbar gebrochen hatte: am Trainer.

An einem, der nicht hören wollte, dass Platz 12 nicht das Ziel sein darf, der seine Mannschaft wie Fallobst bezeichnete, mit der kein 6. Platz drin wäre. Das spürten nicht nur wir Fans, die in den letzten Wochen schwere Zeiten durchmachen mussten, sondern auch die Spieler. Lustlos, kraftlos, motivationslos. Wirklich hinterher geweint haben dem Spielleiter wohl die Wenigsten. Umso größer die Freude über diesen jugendorientierten Trainer, der unsere Nachwuchsarbeit im Verein zu schätzen weiß \“ er muss es wissen, er wurde mit ihnen Meister.

Thomas Schneider \“ unser Wunderheiler?

„Das wird geil heute!“ sagte ich meinen Kolleginnen und meinem Chef, als ich mich am frühen Nachmittag auf den Weg zum Neckarstadion machte. Zum Heimgehen blieb keine Zeit, die Ansetzung am frühen Abend zwangen mich dazu. Am Stadion wartete Felix bereits auf mich. Als Fels in der Brandung obliegt ihm standardmäßig der Optimismus, dass ich an diesem Tag ebenso euphorisch und hoffnungsvoll war, schien ihn fast schon ein wenig zu irritieren.

Die Sitzplätze, die in der Cannstatter Kurve in die Stufen eingearbeitet sind, waren ausgeklappt, bereit für unser Rückspiel gegen die Kroaten. Eine herrliche Gelegenheit, bin ich beim Daraufstellen doch gleich mal größer und kann bessere Fotos machen. Ich ahnte noch nicht, dass aller Optimismus binnen weniger Sekunde grausam niedergemetzelt werden würde, dass alles, was übrig bleibt, die Verzweiflung und die Trauer ist. Über vergebene Chancen und die Tatsache, dass auch das trotz aller Emotion immernoch „nur Fußball“ ist.

Recht häufig in den letzten Jahren tat ich mich schwer, auf ein Spiel zurück zu blicken, welches ich am liebsten für immer und alle Zeit vergessen würde. Man war nah dran, der Effekt, den die wenigen Tage unter Thomas Schneider auf die Mannschaften hatten, war bereits sichtbar, eine ganz neue Emotion im Neckarstadion. Und doch ist am Ende alles zerplatzt wie eine Seifenblase. Es waren doch nur noch ein paar Sekunden. Bis heute kann ich noch nicht ganz begreifen, was da passiert ist.

Ein Schneider-Trikot als vermeintlicher Glücksbringer

Schon einige Spiele haben wir im letzten Moment noch hergeschenkt, ich denke an Wolfsburg, ich denke an Leverkusen \“ doch kein einziges war so bitter und folgenschwer wie dieses. Dabei war ich mir so sicher, dass es toll werden würde. Es hätte der perfekte Einstand für den blonden 40-Jährigen sein können. Am Ende kam doch alles anders, so bitter, so unerwartet, so frustrierend. Die Gedanken an das Spiel kriechen in mir wieder nach oben und setzen sich in Form eines dicken Kloßes in meinem Hals nieder.

Gut eine Dreiviertelstunde war es noch bis zum Anpfiff, es war angerichtet. Der Gästeblock war gut gefüllt, offenbar sehr viel mehr Kroaten im Vergleich zum Stuttgarter Auswärtsspiel machten sich auf den Weg nach Stuttgart, viele von ihnen hatte ich bereits auf unangenehme Art und Weise in der S-Bahn kennenlernen dürfen. Langsam lief ich die Treppenstufen hinunter, schaute mich um, wer schon alles dagewesen war.

Schnell erspähte ich ein allzu bekanntes Gesicht, sein gelbes Trikot erkannte ich schon von weitem. Ich kenne dieses Trikot bereits vom Auswärtsspiel in München, welche Bedeutung es hatte, wurde mir erst heute klar. Nummer: 14. Name: Schneider. Das kann ja heute überhaupt nicht schiefgehen! Ich schaute hoch zu den Sitzplätzen hinter dem Stehbereich, dort erspähte ich Glücksbringer Sandro. Wir waren uns einig, ohne ein Wort miteinander gesprochen zu haben. Eine simultane Jubelfaust, das sagte alles.

Freier Eintritt für Dauerkartenbesitzer

Wird jetzt alles gut beim VfB? Ich hoffte es so sehr. Es war im Grunde das, was wir uns alle erhofft hatten. Gerd Mäuser war weg, Dieter Hundt war weg, Bernd Wahler war neuer Präsident und unser einzig wahres Wappen kehrte zurück \“ die Mitgliederversammlung weckte unsere Geister, dass aus dieser Saison eine ganz besondere werden würde, ich freute mich sehr darauf, nach Monaten der Tristesse wieder oben mitspielen zu können. Was folgte, war eine Niederlage nach der anderen. Damit war die Aufbruchsstimmung wieder dahin.

Wie würde es werden mit diesem jungen Trainer, der gerade einmal drei Tage Zeit hatte, das Ruder rumzureißen. Dieses Spiel war so verdammt wichtig. War das Neckarstadion auch nicht ausverkauft, so verbesserte sich der Zuschauerschnitt im Gegensatz zu den Gruppenphasenspielen in der vergangenen Saison um fast das Doppelte: 30.200 waren gekommen und hofften auf die Trendwende. Lag es auch daran, dass alle Dauerkarteninhaber die Eintrittskarte für dieses Spiel geschenkt bekommen hatten? „Freier Eintritt fürs Play-Off-Heimspiel für alle Dauerkartenbesitzer“ hatte Fredi Bobic auf der Mitgliederversammlung ausgelobt.

Wenn schon ein Aufbruch in erfolgreiche Zeiten, warum nicht gleich hier anfangen? Trotz der verbesserten Zuschauerzahl war das Stadion dennoch nur zur Hälfte voll. Das spürte man auch in der Cannstatter Kurve, in der man deutlich mehr Platz hatte als sonst. Man rückte zusammen, ich nutzte die Gelegenheit für eine hervorragende Foto-Position direkt an dem Zaun, an dem die Stimmung leider nur allzu oft ihr jähes Ende hat, sie schafft es selten rüber zu den anderen Blocken jenseits davon.

Alle gemeinsam für unseren VfB!

Punkt Sechs war es dann endlich soweit, vorfreudig, erwartend und euphorisch begrüßten jene, die die Zeit und Muße zur Unterstützung unseres Herzensvereins hatten, beide Mannschaften. Mit einem Spruchband über zwei Zeilen versuchte man wachzurütteln, dass nun für uns alle eine Zeit gekommen war, um zusammen zu rücken, alles zu geben, damit der VfB wieder dort hinkommt, wo er hingehört: nach vorne. „Trainer, Mannschaft, Fans, Vorstand & AR: Alle gemeinsam für unseren VfB!“

Es war ein bisschen eigenartig, jemand Neues und Ungewohntes an der Seitenlinie zu sehen. Thomas Schneider trug rote Trainingsklamotten, dazu ein weiß-brauner Pulli lässig um die Hüften geschlungen. Ein anderes Auftreten, als es Bruno Labbadia im feinen Zwirn bevorzugte. Ich stand, wie schon vermutet, auf einem der Metall-Klappsitze, die Jungs hinter mir störte das nicht, umso besser.

Es war angerichtet für einen Abend, der uns in Erinnerung bleiben würde, soviel war ich schonmal sicher. Am Ende sollte ich Recht behalten \“ nur eben anders, als wir alle gehofft hatten. Der neue Coach wusste gleich schon zu überraschen, indem er William Kvist, der bei Bruno Labbadia ohne ersichtlichen Grund monatelang aufs Abstellgleis geraten war, in die Startelf nahm. Ebenso schenkte er Benedikt Röcker und Antonio Rüdiger sein Vertrauen. Für ihn zählt keine Vergangenheit, sondern nur das, was er auf dem Trainingsplatz sieht.

Mut machende erste Minuten

Der schwedische Schiedsrichter Martin Hansson pfiff diese so unheimlich wichtige Partie an. Es tat sich gut an in den ersten paar Minuten \“ haben diese ersten drei Tage unter Thomas Schneider bereits die verborgenen Lebensgeister geweckt? Die Marschrichtung war klar: nur nach vorne, hinten sicher. Es ging schon gut los, ein Beinahe-Eigentor der Kroaten nach einem Eckball von Ibrahima Traoré hätte uns beinahe die Führung gebracht, die am Ende ausgereicht hätte nach der 2:1-Niederlage in Rijeka.

Das wusste die Kurve zu honorieren und blühte auf, ein weiteres Zeichen der Aufbruchsstimmung, auch, wenn diese spät kommt. Es ist bedauerlich, welche Personalentscheidungen erst getroffen werden müssen, damit unser Verein für Begeisterung aus der Hefe kommt. Mit Spannung und Vorfreude schauen wir nun zu, wie Thomas Schneider die Geschicke der Mannschaft zu lenken versucht. Eine neue Ära des Spaßfußballs, des Erfolgs und der Leidenschaft \“ endlich wieder tolle Zeiten am Neckar, wie wäre das doch schön.

Es dauerte eine Viertelstunde, bis die Kroaten, beeindruckend supportet von ihrem mitgereisten Anhang, in die Nähe von Sven Ulreich kamen. Eine scharfe Hereingabe und ein ungewollter Hackentrick vom 1,97m großen Hünen Benedikt Röcker hätte beinahe unsere großen Hoffnungen im Keim erstickt, Sven Ulreich hatte glänzend reagiert, wie schon so oft in der jungen Saison \“ ohne ihn würde auch in der Bundesliga die Tordifferenz noch düsterer aussehen.

Keine Ausreden mehr

Wie viel dieser frische Wind, den der neue Trainer binnen weniger Tage hinein gebracht hatte, der Mannschaft geholfen hatte, sah man sichtlich auf dem Platz. Direkt danach der Konter, Martin Harnik kam im Strafraum zu Fall, es gab keinen Elfmeter, allerdings auch kein großes Beschweren. Die Zeichen standen klar auf Begeisterung. Verlor man kurzzeitig die Aufbruchsstimmung zu Beginn der Saison, so war sie auf jeden Fall wieder zurück gekehrt.

Kein Jammern, kein Motzen, kein Lamentieren \“ es gibt keine Ausreden mehr! Auf einmal konnten diese zuletzt so gehemmten Spieler auf einmal wieder kicken! Konzentrierte Angriffe, gutes Passspiel, Übersicht im Spielaufbau. Nach vorne sah das alles schon richtig gut aus! Arthur Boka probierte es nach gut 20 Minuten sogar mit einem Seitfallzieher, Torhüter Ivan Vargic, der im Hinspiel sehr zu unserem Leidwesen unheimlich stark pariert hatte, war jedoch zur Stelle.

Es wurde lauter und lauter in der Cannstatter Kurve. Blickte ich in die Gesichter meiner Bekannten und Freunde sah ich Hoffnung, Mut und Leidenschaft. Ich stand auf einem der Metallsitze, schon recht bald schmerzte meine Achillessehne, die ganz offenbar entzündet ist, der Termin beim Orthopäden ist erst in einigen Wochen. Es schmerzte, doch das war mir egal. Meine Mannschaft zu unterstützen und hier in meiner Kurve dafür Sorge zu tragen, dass wir sie nach vorne schreien, das war das Einzige, was in diesem Moment zählte.

Angriffe im Minutentakt

Es ging immer wieder nach vorne, Ibrahima Traoré scheiterte denkbar knapp, als er von der Strafraumgrenze auf den Ball drosch, der hätte wunderbar gepasst. Hier geht was! Dessen waren wir uns ziemlich sicher, die Kurve stand euphorisch hinter ihrer Mannschaft, so sehr wie schon lange nicht mehr. Im Minutentakt rollten Angriffe auf das Tor des kroatischen Torhüters, denkbar knapp war es doch recht oft. Eine halbe Stunde war gespielt, es schien nur eine Frage der Zeit.

Wenn Rijeka im Ballbesitz war, drückte man sogleich dagegen, luchste ihnen den Ball wieder ab und rannte damit sofort zum gegnerischen Tor. Ein dominantes Spiel unseres VfB, das freute uns doch ganz offensichtlich. Wieder ein Kopfball, diesmal von Martin Harnik, den Ivan Vargic leider sicher hatte, sofort führte er den Abwurf aus, direkt in den Lauf seiner Mitspieler. Ein langer Pass aus dem Mittelfeld auf den durchgebrochenen Leon Benko erhitzte binnen weniger Millisekunden die Gemüter.

Benedikt Röcker war bei ihm, den sollte er doch eigentlich irgendwie noch weg bekommen? Artistisch wollte er mit der Pieke noch dran kommen, zeitgleich rannte Sven Ulreich aus seinem Kasten heraus \“ „Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“. Beide VfBler rasselten zusammen, während Leon Benko, der bereits im Hinspiel das Führungstor erzielte, samt Ball unterwegs war zum 0:1. Ist das bitter.

Der Rückstand aus dem Nichts

Damit war das Spiel komplett auf den Kopf gestellt. Fast 30 Minuten rannten wir konzentriert an, erzielten kein Tor, gewannen die meisten Zweikämpfe und hatten die meisten Ballkontakte und Eckstöße. Eine einzige Unkonzentriertheit, ein Missverständnis zwischen Torwart und Verteidiger und schon war alles, wofür wir gekämpft haben, in weite Ferne gerückt. Jetzt heißt es „Zähne zusammen beißen“, es war noch genug Zeit. Doch eines war klar: wir müssten jetzt zwei Tore schießen, um zumindest noch in die Verlängerung zu kommen.

Während im Gästeblock die bengalischen Fackeln brannten, verstummte die Cannstatter Kurve. Das kann doch nicht wahr sein! Das Wort „unverdient“ trifft es noch nicht einmal ganz. Die Ironie des Ganzen: der lange Pass sowie das Tor selbst kamen von den Beiden, die im Hinspiel gegen uns getroffen hatten. Wie dumm kann ein Spielverlauf eigentlich gedreht werden? Lange Gesichter, doch noch keine Spur von Hoffnungslosigkeit oder Verzweiflung.

Ein paar Sekunden saß der Schock, bis man sich schüttelte und weitermachte wie bisher, sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen. Alles schrie die Jungs wieder nach Vorne, es war noch nicht zu spät, wir konnten hier immernoch Tore schießen. Wie motiviert die Mannschaft war, wie motiviert die Fans waren, das alles offenbarte sich recht schnell an diesem Donnerstag Abend. Irgendwie den Ausgleich schießen, egal wie, und schon ist hier wieder alles offen. Es wäre so wichtig für die Mannschaft, einen Rückstand auch mal drehen zu können.

Auf den Knien zum Ausgleich

Lange dauerte es nicht, bis es endlich soweit war. Nur vier Minuten später traf Christian Gentner zum Ausgleich \“ und wie! Marke „Tor des Monats“? Ibrahima Traoré hatte einen Eckball vor der Haupttribüne getreten, den darauffolgenden Ballverlust bügelte unsere Nummer 20 schnell wieder aus, drehte sich aber zu schnell um die eigene Achse und ging zu Fall, oder zumindest beinahe. „Gente“ kniete im Strafraum, der Ball war noch immer bei ihm \“ also schoss er trotzdem, aus dieser nahezu unmöglichen Lage. Ein langer Bogen, Innenpfosten, Tor!

„Das gibts ja gar nicht!“, zwei Mal innerhalb von fünf Minuten zwei Tore, das eine aus dem Nichts, das andere aus einer unfassbaren Stellage. Schnell stand er wieder, doch ohne großen Jubel, schnell alle abgeklatscht und mit einer Geste ala „Kommt schon, wir brauchen euch!“ das Publikum eingeheizt. Nach dem unerwarteten Rückstand war hier nun wieder Feuer im Spiel. Mit breiter Brust schaute der Kapitän zu seinem neuen Coach, zeigte die Jubelfaust und bekam sie zurück.

Jetzt noch zwei Tore und wir sind durch. Wenn es doch nur so einfach wäre…?! Nichts schien unmöglich, wir standen hinter der Mannschaft, die das auch spürte. Kurze Zeit später wäre beinahe noch das 2:1 gefallen, nach starker Vorarbeit von Ibrahima Traoré konnte Mate Males in höchster Not noch für seinen geschlagenen Keeper klären, der den Ball nach vorne zu Vedad Ibisevic abklatschen ließ. Das wäre es gewesen!

Hoffnungsvoll in die Halbzeitpause

Mit dem 1:1 ging es in die Halbzeitpause, und zwar mit einem lauten Applaus. Wann gab es das zuletzt? Auf das Gegentor hätten wir alle gerne verzichtet, dass sie nicht aufgegeben hatten und von der ersten Minute an offensiv nach vorne gingen, das wussten wir zu schätzen. Hier auf ein 1:0 zu spielen und darüber hinaus keinen Plan B zu haben, hätte uns in diesem Falle nicht gut getan. Ich sah es ehrlich gesagt kommen, nachdem wir die Partie in Augsburg fahrlässig und ohne jede Not hergeschenkt hatten.

Mit Thomas Schneider kehrte die Hoffnung zurück, dass er das Ergebnis noch umbiegen könnte. Dabei ist es nicht er, der auf dem Feld steht, zumindest „nicht mehr“. Zwölf Jahre trug er das Trikot mit dem Brustring und stand nun an alter Wirkungsstätte neben dem Platz, auf dem er selbst zwischen 1991 und 2003 gestanden hatte. Ein paar Minuten entspannen, etwas trinken und der schmerzenden Achillessehne eine Viertelstunde Pause gönnen.

„Das wird geil heute!“ hatte ich am Nachmittag gesagt \“ ich blieb bei meiner Meinung. Kaum hatte der zweite Durchgang angefangen, ging es gerade so weiter: der VfB im Vorwärtsgang, so wie wir es gerne gesehen haben. Drei Kroaten standen Vedad Ibisevic und dem zweiten VfB-Tor im Weg, denkbar knapp, aber die Begeisterung in der Kurve schürte er dennoch.

Ein junger Wilder

Während der Sonnenuntergang das Neckarstadion in ein warmes Licht tauchte, sangen wir weiter unsere Lieder, voller Zuversicht, dass uns dieses Spiel nach 90 Minuten den Weg nach Europa öffnen würde. Dass es am Ende nicht reichen würde, daran wollte hier keiner denken, so positiv die Stimmung, so groß der Glaube, dass wir es schaffen würde. Auch die Gäste aus Rijeka gaben sich nicht geschlagen, obwohl sie in dieser Partie klar dominiert wurden und nur durch einen einzigen kleinen Fehler in Führung gehen konnten. Das bekommen wir hin, dessen war man sich doch recht sicher.

Für den bemühten Martin Harnik kam nach 56 Minuten der 17-jährige Timo Werner ins Spiel, erst einmal herzlich vom Kroaten Ivan Tomecak, der für sein rüdes Foul zurecht den gelben Karton gesehen hatte. Wenige Minuten später kam der Ball wieder zu ihm, einer junger Bursche, der zugleich richtig Betrieb macht! Zwei Kroaten konnten ihn nicht stoppen, erst am Torwart scheiterte der jüngste Debütant des VfB, der erst im nächsten Jahr sein Abitur macht.

So wie es schon im Hinspiel auf der einen oder anderen Seite hin und wieder gebrannt hatte, so zündelte der mitgereiste Anhang schon wieder (die ominöse 60. Minute!), während die Jungs in den weißen Trikots immer weiter nach vorne marschierten. „Auf gehts Stuttgart“ sang die Kurve und sahen sich erhört. Eines war klar, sie müssten mindestens noch ein Tor schießen, um wenigstens in die Verlängerung zu kommen. Für Cacau, dessen Akku nach intensiven 75 Minuten leer war, kam Neuzugang Mohammed Abdellaoue ins Spiel.

Stand jetzt: Verlängerung

Noch gut eine Viertelstunde war zu spielen, als Ibrahima Traoré Glück hatte, dass ihm der Ball bei seinem Sprint auf der rechten Außenlinie nicht ins Aus gerollt war, der flinke Nationalspieler Guineas rannte einfach immer weiter, so schnell, dass Rijeka nicht hinterher kam. Kurz vor der Torauslinie brachte er die Flanke, bei der die Kurve gespannt ihren Atem anhielt. Wir brauchten dieses Tor so dringend. Irgendwer, irgendwie, einfach den Schlappen dranhalten.

Eine gefühlte Ewigkeit war die Flanke in der Luft, und als sie sich vor dem Kasten von Ivan Vargic langsam senkte, stand Vedad Ibisevic bereit. Es zappelte im Netz, was hier nun loswar, war gigantisch. Eine Explosion der Freude, der Erleichterung, der Hoffnung \“ das Spiel war gedreht. Alles schrie, alles jubelte, alles sprang wild durcheinander. Unser Bosnier ließ sich feiern, doch war er es nicht selbst, sondern ein Eigentor von Luka Maric.

Stand jetzt wären wir in der Verlängerung, wenn in dieser mitreißenden Partie kein Tor mehr fallen würde. Doch statt sich darauf zu verlassen und zu spekulieren, hinten Beton anzumischen und vorne das Fußballspielen komplett einzustellen, machten sie einfach weiter. Sie rannten an und gingen an ihre Grenzen und darüber hinaus, sie wollten nicht aufgeben, sie wollten sich nicht in die Knie zwingen lassen \“ und sie wollten auf Gedeih und Verderb noch das dritte Tor erzielen, was uns die Verlängerung erspart hätte.

Vier Minuten Nachspielzeit

Nur noch ein paar Minuten reguläre Spielzeit, immer wieder versuchten sie es, scheiterten aber jeweils am Torhüter oder an der kroatischen Abwehr. Alles nach vorne hieß es jetzt, irgendwie noch das eine Tor erzwingen, was uns die Verlängerung erspart. Die Beine waren mit der Zeit schwer geworden, was bei den Gästen von der Adriaküste noch deutlicher zu sehen war als bei unseren eigenen Jungs.

Rijeka war stehend K.O., nur noch selten gelang ihnen eine gute Aktion. Oft wussten sie sich nicht anders zu helfen als mit kleinen Fouls, die noch einige gute Freistöße in den letzten Minuten bedeutet hatten. Vier Minuten Nachspielzeit gab es oben drauf, ein später Treffer für den VfB, das wäre es jetzt! Eine schnelle Flanke von Timo Werner erreichte Mohammed Abdellaoue, trotzdem stand auf der Anzeigetafel weiterhin nur 2:1. Kommt schon, Jungs!

Nur noch ein paar Sekunden, es gab noch einmal Ecke für den VfB, eine der vermutlich letzten Szenen. Wer nicht schon stand, stand allerallerallerspätestens jetzt. Die Schals wedelte in der Kurve, auf der Haupttribüne, auf der Gegentribüne und der spärlich besetzten Untertürkheimer Kurve. Das Ding nei, jetzt! Christian Gentner brachte den Ball hinein, keine wirklich gute Ecke unseres Führungsspielers, Ibrahima Traoré kam an den Ball und hatte ihn eigentlich sicher. Eigentlich.

Mitten ins Herz

Ich werde vermutlich sehr lange nicht vergessen können, was danach folgte. Die Nummer 16 verlor den Ball, sein Gegenspieler im weinroten Dress war dicht hinter ihm, bedrängte ihn und nahm ihm schlussendlich das so wertvolle Spielgerät ab. Oh Gott, nein! Bitte nicht, bitte nicht jetzt, bitte nicht so, bitte nicht heute! Flehentlich starrte ich erschrocken auf das Spielfeld, sah einen Pass auf Goran Mujanovic, der immer weiter in Richtung Sven Ulreich rannte. Dieser kam aus seinem Kasten heraus, kein weiterer Verteidiger des VfB war in der Nähe.

Im Bestreben, kurz vor Schluss noch das rettende Tor zu erzielen, warf man alles nach vorne und vergaß hinten die Abwehr komplett. Das letzte Duell des Abends, Goran Mujanovic gegen Sven Ulreich. Der in der 70. Minute eingewechselte Mittelfeldspieler blieb Sieger des Duells, behielt die Nerven und traf uns mit einem einzigen Schuss direkt ins Herz. Kraftlos sanken die Leute neben mir auf den Metallsitzen zusammen.

94 Minuten lang hatten alle, die das VfB-Wappen auf dem Trikot oder in ihrem Herzen tragen, alles gegeben, auf dem Platz, in der Kurve, am Ende reichte eine einzige letzte Szene, um alle Hoffnungen im Keim zu ersticken. Das wars mit Europa. Ich konnte es nicht fassen. Der Kroate drehte ab, wusste nicht so recht, wohin er zuerst rennen sollte, zog sich das Trikot vom Leib. Da standen wir also, in der Cannstatter Kurve, die 94 Minuten lang Schauplatz von aufopferungsvollem Supports und euphorischer Stimmung war.

Es war vorbei

An der Seitenlinie fielen Trainer, Betreuer und Ersatzspieler der Gäste übereinander her, mit obligatorischer Pyrotechnik feierte der Gästeanhang das, was uns bis ins Mark erschütterte. Mit einem einzigen Tor wären unsere Sorgen vergessen gewesen, stattdessen machte uns ein einziges Tor auf der falschen Seite sprachlos. Es waren doch nur noch ein paar wenige Sekunden bis in die Verlängerung?! Es war vorbei.

Da war es wieder: „Stuttgart, Stuttgart, auf Wiedersehen„. Einfach nur unglaublich, nach allem, was man in diesem Spiel investiert hatte, eine verloren geglaubte Leidenschaft und Offensivkraft war wieder auferstanden, mit einem neuen Mann an der Seitenlinie. Eben noch die Vorfreude auf Spiele in den entferntesten und abgefahrensten Ecken Europas und wir mittendrin, innerhalb von Sekunden kam das Aus. Es war vorbei.

Noch einmal gab es Anstoß, doch wussten wir alle, dass es zu spät gewesen war. Wir hätten in den letzten verbleibenden Sekunden noch zwei Tore erzielen müssen, eine Verlängerung war durch den zweiten Treffer nicht mehr möglich, von der restlichen Zeit mal ganz abgesehen. Langsam schaute ich mich um. Die Kurve war tot. Sie zappelte nicht einmal mehr, sie war komplett tot. Im vollen Lauf gewesen, das Ziel im Blick, den Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommen, ein schneller Sturz und der endgültige Genickbruch. So ähnlich hat es sich angefühlt. Es war vorbei.

Am Ende bleibt die Trauer

Viele auf den Tribünen jenseits unserer Kurve verließen das Stadion postwedend. Einen Freistoß hatte es noch gegeben, doch selbst die größten Optimisten unter uns glaubten nicht mehr daran. Ich kenne mindestens zwei. Der eine außerhalb meiner Sichtweite, der andere gut drei Meter von mir entfernt mit einem gelben Schneider-Trikot. Es würde Glück bringen, dachte ich. Vor Stunden, Minuten und Sekunden war ich noch zuversichtlich. Ich war mir so sicher, dass es gut gehen würde.

Mit dem Abpfiff rannten die Kroaten von der Bank aufs Spielfeld, unsere Jungs sanken verzweifelt zu Boden. Es hatte nicht sollen sein. So hatte man sich das Debüt unseres hoffnungsbringenden neuen Trainers nicht vorgestellt. Er lief über das Spielfeld zu jedem einzelnen Spieler, ein paar tröstende Worte. Bei ihm waren seine Co-Trainer Alfons Higl und Tomislav Maric, die ihre Mühe hatten, die frustrierten Spieler wieder aufzurichten.

Das würde mit sicherheit einige Zeit dauern, das wieder aus den Köpfen zu bekommen. Auch Thomas Schneider brauchte Trost, das konnte man ihm ansehen. Nach all den Jahren war ihm das Wappen eingebrannt, ein wahrer VfBler. Schiedsrichter Martin Hansson klopfte ihm vorsichtig auf die Schulter. Mit der Kapitänsbinde am Arm schüttelte er den Kopf, auch der draußen gebliebene Alexandru Maxim, der in einer Verlängerung ohne jeden Zweifel die richtigen Akzente hätte setzen können, vermochte den Nürtinger nicht zu trösten.

Raus mit Applaus

Der Schock saß tief, ich konnte soviel bitteres Pech einfach nicht so schnell verarbeiten. Interessant zu beobachten, wie die Reaktionen sein würden, wenn die geknickte Mannschaft langsam in Richtung Kurve läuft. Wie verpackst du das so schnell, wenn du so knapp davor warst? Unter Bruno Labbadia auszuscheiden hätte mit Sicherheit viele Pfiffe und wütende Reaktionen hervorgerufen. Doch es gab keinen Bruno Labbadia mehr.

Allen voran lief der Neue, hielt die Hände nach oben und applaudierte zum ersten Mal in seiner jungen Trainerkarriere vor der Cannstatter Kurve.Wir taten es ihm gleich. Hat es auch am Ende von 94 aufopferungsvollen und mitreißenden Minuten nicht gereicht, so sah man einen VfB, der sich schon jetzt stark verbessert hatte. Natürlich kann man keine Ergebnisse über Nacht erzielen, aber gute Ansätze waren schon da. Trotz allem überwog die Trauer.

Jetzt die Köpfe wieder schnell nach oben, anders würden wir es nicht schaffen. In wenigen Tagen findet hier bereits das nächste Spiel statt, der Gegner heißt dann Hoffenheim, keine Aufgabe, die man eben im Spaziergang erledigt. Mit hängenden Köpfen schon mal gar nicht. Zu den Klängen von „Ride on“ von AC/DC zogen sie sich in die Kabinen zurück, wie blieben zurück, viele noch immer so schockiert, dass sie sich von ihren Plätzen nicht fortbewegen konnten.

„Kopf hoch!“

Auch ich blieb lange auf dem Platz sitzen, auf dem ich 94 Minuten lang gestanden, geschrien, gehüpft und fotografiert hatte. Felix kam zu mir, wollte mich trösten, so wie es Thomas Schneider bei seinen Schützlingen versucht hatte. Der Erfolg war der selbe: nicht vorhanden. Wie auch die Europa League, die im einen Moment noch so nah greifbar war und im nächsten Moment zerplatzte wie eine Seifenblase. Erst auf Drängen eines Ordners rappelte ich mich auf.

Ich erhob mich von dem Sitz, es war das letzte Mal für mindestens etwa elf Monate, dass die in die Stufen dieser Kurve eingebauten Sitzplätze aufgebaut worden waren. Ich werde sie sehr vermissen, noch nicht einmal für die erhöhte Fotoposition, vielmehr für die internationalen Spiele, die uns nun entgehen würden \“ auch wenn man diese nur unter Alkoholeinfluss hätte ertragen können. Ob wir im nächsten Europa-Anlauf auf Bier, Schnaps und andere harten Sachen angewiesen sind, wird sich zeigen. Stuttgart international…

Auf dem Weg die Treppe hoch, um nach draußen zu gelangen, konnte mich auch unser Auswärtsfahrer Gerd nicht trösten. Er nahm mich in den Arm und gab mir Worte mit auf den Weg, die ich mir gemerkt habe, und die mir hoffentlich ein Trost in mancher schwerer Zeit sein würden. Wie und ob das funktioniert, muss ich für mich selbst herausfinden: „Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist“. Ich würde gerne darauf verzichten, dass direkt vier Tage später anwenden zu müssen.

Kein Losglück durch die Hintertür

Frustriert schlichen wir nach Hause. Wo ich am liebsten manchmal alles vergessen und mich ablenken würde, so bleibt mir die Nachbetrachtung auch nach geradezu traumatischen Erlebnissen wie diesem nicht erspart. Sogleich setzte ich mich wie jedes Mal nach einem Heimspiel an den Rechner, kopierte insgesamt 596 Bilder auf meine Festplatte und fing an, diese zu bearbeiten. Mit einem Kloß im Hals bearbeitete ich sie bis zum bitteren Ende, noch einmal sah ich jene Bildmotive, die den Schock des Moments aufgezeichnet hatten.

Nach einer unruhigen Nacht fuhr ich am nächsten Morgen ins Geschäft. Übermüdet, frustriert, verstört. Vor Neun wollte ich an meinem Arbeitsplatz sein und schaute mir, mein Chef möge mir verzeihen, den ersten Teil der Live-Übertragung von der UEFA an. Stunden vor der Auslosung, die ich mir schon im Vorfeld in den Kalender eingetragen hatte, die aber nun keine Rolle mehr für den VfB spielt, kam es zu einer Vorauslosung, von der ich direkt nach Abpfiff zum ersten Mal gehört hatte, als vom „grünen Tisch“ die Rede war.

Alle 30 Mannschaften, die in der Play-Off-Runde gescheitert waren, würden noch einmal in einen Lostopf kommen. Ein unorthodoxes Verfahren, doch durch den Wettbewerbsausschluss von Fenerbahce Istanbul (aufgrund einer Bestechungsaffäre), wurde ein weiterer Platz frei, der nun besetzt werden sollte. Wie glücklich und dämlich wäre es zugleich, hier gelost zu werden? Die letzte Hoffnung wurde im Keim erstickt: Apoel Nikosia hieß der Nutznießer. Jetzt kann, bzw. muss sich der VfB auf die Bundesliga konzentrieren, um im Juli/August 2014 wieder auf die Bühne Europas zurück zu kehren.

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Autor: Ute

31 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart - Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen – im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

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