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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

Das Übliche zum Schluss

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Das war ja irgendwie klar. Es wäre ja auch nicht unser VfB gewesen, hätte er im letzten Moment nicht wieder ein Gegentor kassiert. Das Sinnbild einer gesamten Saison, Sekunden vor dem Abpfiff jubelte als Letzter stets der Gegner. Die Münchner waren nicht die ersten, sie reihen sich an letzter Stelle ein in eine lange Liste voller Schrecken, Frust und Enttäuschung. Trotz allem blieb es ohne Folgen, das späte Tor, von dem man gehofft hatte, es würde auch mal unserer eigenen Mannschaft zuteil werden. Die Geschichte eines entspannten Ausflugs nach München, um dem VfB die letzte Ehre zu erwiesen.

Die ganz große Freude war ausgeblieben, zu viele Spuren hatte sie hinterlassen, die Höllensaison. Eine Woche zuvor war es lediglich die Erleichterung, die vielerorts im Ländle deutlich zu spüren war. Das Minimalziel war erreicht, der VfB war gerettet, bevor er die Reise nach München antreten musste. Wochenlang verfolgte mich stets die größte aller Ängste, am letzten Spieltag beim bereits designierten Deutschen Meister punkten zu müssen, um dem Abstieg noch von der Schippe zu springen. Es blieb uns erspart, dank der Unfähigkeit dreier Anderer.

Nun, wo alles vorbei ist, blicke ich zurück auf eine mehr als verstörende Zeit, die mehr Kraft und Nerven gekostet hatte, als der Abstiegskampf vor gerade einmal drei Jahren. Bin ich einfach nur näher dran und engagiere mich mehr, als noch in jener Fast-Abstiegssaison? Die Spielzeit schürte Panik und Pessimismus, ich verlor den Glauben daran, dass es einkalkulierte Siege gibt und verschloss mich bis heute dem Optimismus, dass kein Spiel verloren ist, bevor es angepfiffen wurde.

Freundschaftsspiel \“ oder so ähnlich

Ich bin mir dessen bewusst, was noch auf mich zukommt. Der Saisonrückblick 2013/2014, er wird noch geschrieben werden müssen. Jedes einzelne Spiel aus der Schublade der Erinnerungen holen, die man eigentlich für immer abschließen wollte. Wo die Reise des VfB in der nächsten Spielzeit hingeht, wird sich zeigen, doch kann man diesen Weg erst dann befreit beschreiten, wenn man weiß, was hinter einem liegt: 34 Spieltage voller Pleiten, Pech und Pannen.

Da wurde der Saisonabschluss fast schon zu einem Freundschaftsspiel. Nicht viel gemein hat man mit den Bajuwaren, die jenseits des Weißwurstäquators ihr Dasein fristen, in ganz Deutschland unerwünschtes Unkraut säen und sich allzu oft arrogant und überheblich über alle anderen stellen. Trotz allem gibt ihnen der sportliche Erfolg recht. Die wenigsten hatten Lust, sich die Übergabe der Schale anzuschauen, doch machten sich nicht weniger als 6.500 Stuttgarter auf den Weg nach München.

Ein letztes Mal für die Mannschaft da sein, ein letztes Mal singen, schreien und klatschen. Ein letztes Mal die Möglichkeit ergreifen, ihnen zu zeigen, dass wir da sind \“ und das wir doch nicht einfach vergessen können, was wir gerade in den letzten Monaten durchmachen mussten. Es wird Zeit brauchen, alles aufzuarbeiten, emotional und auch statistisch. Viele Fehler wurden begangen, doch kaum etwas liegt schwerer im Magen als die vielen Tore, die am Ende unsere Niederlage besiegelt hatten.

Viel Zeit zum Aufarbeiten

Über 100 Tage werde ich Zeit haben, über all das nachzudenken, zu sinnieren und zu sprechen. Aber nicht heute. Nichts weiter als einen lustigen und entspannten Tag, dessen Programm vornehmlich aus diversen Biergärten bestehen würde. Keine Aufregung, kein Stress, keine Panik, keine Sorgen und vor allem: keine Gedanken über das ewige \“Was wäre, wenn…\“ – die Saison war gelaufen, sowohl nach vorne als auch nach hinten konnte nichts mehr passieren. Befreit aufspielen, so lautete das Motto für die Mannschaft und alle Träger des Brustrings, die sich an diesem Samstag auf den Weg gemacht hatten.

Zu verlieren hatten wir ja nichts. Oder etwa doch? Ein Schlachtfest musste es ja nicht unbedingt werden. Und wenn doch, wäre es egal. Kurz vor acht Uhr morgens marschierten wir los, unser Abholservice würde uns einsammeln am Cannstatter Wasen. Mit dabei: diverse Kameras, Verpflegung und natürlich der obligatorische Auswärts-Laptop, der trotz überschaubarer 222 Kilometer nicht fehlen darf.

Strahlende Gesichter, entspannte Vorfreude, Fußball kann manchmal so unheimlich schön sein. Sich keine Sorgen machen zu müssen, wie der VfB später spielen würde, das gab es schon lange nicht mehr bei mir. Es war sonnig und warm, als wir zu fünft auf der A8 unterwegs waren, ein durchwachsenes Wetter mit einem Gemisch aus Wolken und Sonne, sowie Regen am Abend war angesagt.

Entspanntes Touri-Programm

Beim Spaziergang durch den Schlosspark Nymphenburg wurden Erinnerungen wach an meinen mehrtägigen Citytrip vor sieben Jahren, gefolgt vom mit Vorfreude erwarteten Hirschgarten inklusive zahlreicher Maß Bier und gutem Essen. Ewig viel Zeit blieb uns leider nicht, das Stadion rief, aus Erfahrung wissen wir, wie lang sich der Weg vom Hirschgarten bis zum Gästeblock mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinziehen kann.

Schnell war klar: für ein kurzes Treffen mit meinem guten Freund Josef aus Passau, seines Zeichens Bayernfan (einer der ganz Wenigen, mit denen ich zurecht komme), würde es vor dem Spiel nicht mehr reichen. Die Uhrzeit war schon fortgeschritten, nur noch eine halbe Stunde bis zum Anpfiff. Soviel also zum Universalplan, der bei den meisten Spielen greift: eine Stunde vor Anpfiff sollte man schon direkt vor dem Block sein. Denkste.

Gut gefüllt war der Oberrang in der Ecke schon, als wir ihn erreichten. Ausverkauftes Haus, wie eigentlich immer bei den Münchnern. Ein langes Transparent, welches vorne am Oberrang befestigt war, erkannte ich gleich wieder: \“Danke Fredi & Bernd für die geile Saison!\“, ein ironischer Wink mit dem Zaunspfahl, bereits zum letzten und damit erlösenden Heimspiel gegen Wolfsburg wurde das Transparent gezeigt.

Rückkehr der Pokalfinalisten

Auf der anderen Seite: die Münchner Südkurve. Wenig Stimmung, viel heiße Luft. Auch sie dankten ihrer Mannschaft für eine geile Saison, nur meinten sie es Ernst, im Gegensatz zu uns. Viele Bekannte waren da, das Fortbewegen im Gästebereich stellte sich dennoch als schwierig heraus, die meisten saßen in den hinteren Reihen faul auf ihren Sitzplätzen, sie mussten aufstehen, um mich vorbei zu lassen, oft kritisch beäugt und wenig erfreut.

Schon bald war es soweit, der Anpfiff nahte. Völlig egal, was passiert, ich würde mich nicht aufregen wollen. Einen Sieg oder überhaupt einen Punktgewinn hatte ich gewiss nicht auf der Agenda, doch was nicht gerade in einem Desaster endet, wie an selber Stelle in der vergangenen Saison, würde ich dankbar aufnehmen, zumindest dachte ich das noch, als der Unparteiische Bastian Dankert die Pokalfinalisten des letzten Sommers aufs Feld führte.

Wessen Idee war es eigentlich, den VfB mit weißen Trikots und schwarzen Hosen auflaufen zu lassen? Das sah ja völlig unmöglich aus. So wie auch der Beginn des Spiels, nur mit Glück entgingen wir dem ersten schnellen Gegentor nach nur wenigen Sekunden. Schmunzelnd schaute ich rüber, auf der anderen Seite des Gästeblocks, jenseits der Absperrung, saß Josef, der ein paar Fotos von uns machte. Das wäre ja gleich \“gut\“ losgegangen hier.

Alles, nur kein Schlachtfest

Es sei mir verziehen, dass ich nicht das ganze Spiel Revue passieren lasse, die Lust darauf ist deutlich weit unten, darüber hinaus bot die Partie auch bei weitem nicht die Spannung, die man sich trotz bereits entschiedener Saison erwünscht hätte. So ein rassiges Hin und Her mit zahlreichen Toren auf beiden Seiten, das wäre doch etwas feines gewesen für die Fans und neutralen Zuschauer. Ein lauer Sommerkick bot sich uns dar, den man nicht so recht einzuschätzen vermochte: hatten die Bayern keine Lust oder stellte es der VfB einfach nur clever an? Vermutlich ein bisschen was von beidem.

Die Minuten vergingen, weitgehend im Mittelfeld wechselte der Ball den Besitzer, viele geblockte Schüsse, Fehlpässe und Ballverluste. Schön ist irgendwie anders. Das haben wir auch schon ganz anders erlebt. Wie haben wir es gefeiert, als uns Martin Harnik beim letzten Gastspiel in Führung schoss. Das erzürnte die Hausherren so sehr, dass sie Sturm liefen und in wenigen Minuten gleich sechs Tore schossen und wir dastanden wir ein begossener Pudel. Man sollte also gewarnt werden, sich nicht zu früh über ein offenbar ordentliches Spiel der Jungs zu freuen.

Eines musste man ihnen lassen, obwohl die Chancen gemessen an den vielen bayerischen Schützenfesten überschaubar waren, so stellte es der VfB doch durchaus geschickt an, die Angriffe abzuwehren, nicht zuletzt Sven Ulreich, der den einen oder anderen guten Schuss der Gastgeber bravourös parierte und einen Rückstand verhindern konnte. Alles, was nicht zu deutlich ist, würde am Ende schon irgendwie in Ordnung gehen, so war mein Gedanke, als sich die erste Halbzeit dem Ende neigte.

Die Sehnsucht nach Langeweile

Ein letzter Applaus für Arthur Boka, nach einer gelben Karte aus der 21. Minute und einer überdeutlichen Geste des Unparteiischen war sein Arbeitstag und damit seine Karriere beim Verein mit dem roten Brustring beendet. Langsam schlappte er vom Platz und erzürnte das Münchner Publikum, mit einem Platzverweis wollte und sollte er sich schließlich nicht verabschieden. Daniel Didavi kam für ihn ins Spiel, während ich mit Josef via WhatsApp und SMS (je nachdem, was schneller beim Empfänger ankam) für ein kurzes Treffen inmitten diverser Ordnungskräfte verabredete.

Irgendwie merkwürdig, sich inmitten von Bayernfans zu bewegen. Auch der eine Ordner wusste nicht so recht, was er davon halten sollte, als ich gerade auf ihn zusteuerte und andeutete, das offene Tor zur Gegentribüne durchschreiten zu wollen. Da stand schon Josef, die Gesichtszüge des Ordners entspannten sich, während wir kurz, aber nett plauderten. Normalerweise hab ich es nicht so mit den Bajuwaren \“ was nicht bedeutet, dass man keine Freundschaften pflegen darf.

Während es ihn wieder in Richtung Haupttribüne zur Familie inklusive Frau und Kleinkind zog, bewegte ich mich ein paar Meter zurück in Richtung Gästeblock. Wie entspannt ein Fußballnachmittag doch sein kann, es es um nichts mehr geht. Viele meinen, Spannung in einer Saison sei doch gar nicht so schlecht, ich für meinen Teil hätte lieber entspannte und langweilige letzte Wochen gehabt, ein wenig eher Gewissheit zu haben hätte meinem Nervenkostüm mit Gewissheit ganz gut getan.

33 Tage Vollgas

Wer schon einmal in der Allianz Arena gewesen war, kennt die akustische Situation bei Heimspielen der Bayern: der Gästeblock macht die Stimmung, fast völlig egal, wer zu Besuch ist. Ein über Jahre schwelendes Stimmungsproblem beim Operettenpublikum, es ist nicht schwer, sich im 2005 eröffneten \“Schlauchboot\“ Gehör zu verschaffen, wenn man zahlreich erschienen ist. Das gilt nicht nur für uns sondern für viele weitere Fanszenen, die über die Jahre den Münchner Gästeblock betreten haben.

Nur heute war es anders. Keine Stimmung. Was war passiert? War etwas vorgefallen am Eingang, als die aktiven Fans das Stadion betreten wollten? Ein Boykott? Wie auch immer die Beweggründe gewesen sein mögen, weitgehend schwieg der mitgereiste Anhang, sehr zu meiner Enttäuschung. Man hatte Vollgas gegeben und viele Opfer gebracht, 33 Spieltage lang, bis der Akku eben leer ist. Nur selten machte ein kleines Lied die Runde und ließ das Heimpublikum schnell verstummen, das dem nicht anzumerken war, dass sie heute die Meisterschale in Empfang nehmen würden.

Sie hatten die Seiten gewechselt, die Bayern spielten nun in Richtung der Südkurve, welche in naher Zukunft nach dem patentierten \“Stuttgarter Modell\“ umgebaut werden wird. Am Bild der Partie änderte das jedenfalls nicht viel, noch immer war es keiner Mannschaft vergönnt, die ganz großen Gelegenheiten herauszuspielen. Immer wieder schaute ich mich im Block um, als würde ich verzweifelt nach der Erklärung suchen, weshalb der Gästeblock heute geschwiegen hatte.

Same procedure as every time

Cacau war ins Spiel gekommen, frenetisch bejubelt aus unseren Reihen, eine lange Karriere im Brustring-Trikot neigt sich dem Ende. Und wenn es schon einmal so lange 0:0 steht, warum nicht gleich…? Ach, nicht drüber nachdenken, am Ende gewinnen die Bayern erwartungsgemäß sowieso mit 3:0. Doch was, wenn nicht? Je länger die Anzeigetafel nicht mehr als die Zwischenstände aus den anderen Stadien zeigte, so lange durfte man doch eigentlich den kleinen Hauch eines Wunsches haben, nicht mit leeren Händen die Saison zu beenden.

Immer wieder Ulle! Je näher man dem Schlusspfiff kam, desto mehr rannten sie an. Sven Ulreich hielt die Null fest, ein tolles Gefühl nach all den Rückschlägen dieser Spielzeit. Vor 71.000 Zuschauern im ausverkauften Haus war die Nachspielzeit bereits angebrochen, begleitet von Pfiffen des heimischen Publikums \“ Wie kann man es nur wagen, gegen einen Beinahe-Absteiger nur ein müdes 0:0 abzuliefern. Wie gerne ich das doch so mitgenommen hätte, ein Punktgewinn war mir hier noch nie vergönnt.

Nur noch ein paar Sekunden. Am Ende jubelten sie doch. Claudio Pizarro hatte nach wenige Augenblicke vor dem Schlusspfiff noch zum 1:0 getroffen, in einer Partie, die so eigentlich keinen Sieger verdient hatte, diesen aber andererseits auch nicht nötig hatte. \“Völlig egal\“ wollte ich mir mit aller Macht einrede. So ganz funktionierte es nicht, es fader Nachgeschmack, am Ende doch noch die Hausherren jubeln zu sehen.

Wie ein Wecker am Montagmorgen

Nichts spiegelte unsere gesamte Saison besser wieder als diese letzte Minute. Zum Glück ist es nun vorbei. Zahlreiche Bayern-\“Fans\“ klatschten brav in die Hände, erhoben sich und verließen das Stadion, um rasch bei der Bahn oder beim Auto auf dem Parkplatz zu sein. Viele bekamen nicht einmal mehr mit, wie die provisorische Bühne auf dem Rasen aufgebaut wurde und die Zeremonie ihren Lauf nahm.

Das Stadion schnell verlassen und früh von dort weg kommen, so lautete eigentlich der nächste Tagesordnungspunkt. Dass sich unser Auswärtsfahrer Gerd doch noch umentschied und die Schalenübergabe anschauen wollte, konnte ja keiner ahnen. Mein Handy war aus, alleine konnte ich das Stadion nicht verlassen, die Angst, verloren zu gehen, war schließlich lähmend groß. Mit uns blieben noch zahlreiche VfBler, filmend und fotografierend mit ihren Handys \“ ich werde das nicht kommentieren.

Großes Interesse schien nicht einmal das Heimpublikum zu haben. Eine lieblose Darbietung, so emotionslos wie ein Wecker am Montagmorgen. Auch für uns wurde es schließlich Zeit, zu gehen. Meinen Frust konnte ich trotz der geplanten Entspannung nicht verbergen, so typisch und unnötig zu gleich war ein weiteres Tor im letzten Moment. Die Sonne brannte auf uns hinab, daheim lagen sie gut, die kurzen Hosen.

Weiter zum nächsten Biergarten

Erwartungsgemäß dicht gedrängt ging es zu, am Bahnhof Fröttmaning drängelte und schubste sich alles, um einen Sitzplatz in einer der Bahnen Richtung Innenstadt zu ergattern. Am Sendlinger Tor wollten wir umsteigen, es zog sich hin, doch mit lustigen Gesprächen und den neuesten Trainergerüchten beim VfB brachte man die Zeit schon irgendwie herum. Die Station am Marienplatz war wie ausgestorben, wegen hoffnungsloser Überfüllung konnte keiner aus- oder zusteigen. Ganze 25.000 Menschen feierten später die Bayern mit Begeisterung \“ oder so ähnlich.

Für uns ging es zurück zum Hirschgarten, wo das Auto an einem schattigen Plätzchen verweilte. Auch der nächste Punkt der Tagesordnung war geplant: wie im letzten Jahr ein Anstandsbesuch im Biergarten \“Insel Mühle\“, idyllisch gelegen in einem kleinen Waldstück, durch das ein kleines Bächlein, die Würm, fließt. Es fing langsam an zu regnen, dank der großen Sonnenschirme störte uns das allerdings nicht wirklich, lediglich die abrupt fallenden Temperaturen machten mir zu schaffen.

Langsam wurde es dunkel, schnell schob ich mir einen leckeren Wurstsalat zwischen die Kiemen, während die Bilder auf meinen Laptop kopierten, dazu ein weiteres Maß Bier. Die angeregten und amüsierten Gespräche um mich herum registrierte ich nur teilweise, als ich gewissenhaft die ausgewählten Fotos aufbereitet und zugeschnitten hatte. Fertig wurde ich nicht, bevor wir gegen später wieder aufgebrochen waren.

Über Umwege nach Hause

Der Akku meines Laptops ging zur Neige, bevor ich fertig werden konnte, für den Großteil meiner ehrenamtlichen Arbeit reichte es trotzdem. Müde und erschöpft schloss ich meine Augen und fand zurück zur Entspannung, die ich durch Pizarros spätes Tor kurzzeitig verloren hatte. Gut zwei einhalb Stunden brauchten wir für den Hinweg, doch der Rückweg hatte es spät Abends in sich. Die Autobahn nahe Augsburg wurde gesperrt wegen Brückenarbeiten, die Umleitung sorgte für einen Stau von vier Kilometern.

Nach Mitternacht kamen wir schlussendlich dann doch wohlbehalten an. Lange haben wir darauf hingefiebert, dass es ein glimpfliches Ende für den VfB hat, und nun standen wir da, leicht fröstelnd mitten auf einer Straße in Bad Cannstatt. Nun war es wirklich vorbei. Die Saison ist vorbei. Es konnte mir gar nicht schnell genug gehen, es schreit nach langer Erholung. Kraft tanken für die neue Saison, in der der VfB mit dem einzig wahren Wappen auflaufen wird. Man darf gespannt sein.

Was bleibt hängen von dem Spiel in München? Huub Stevens jedenfalls nicht, er erklärte nach der Partie, nicht weitermachen zu wollen. Langsam sickerte durch, wer es nun richten soll: der alte neue Trainer, Armin Veh. Den Meisten noch ein Begriff als Meistertrainer. Ob er Erfolg haben wird, wird sich zeigen. Doch am Ende sind wir uns doch in einem völlig einig: keiner von uns erträgt eine weitere Saison wie diese. Trotz allem ist die Kurve zusammen gerückt und gab meist alles, was sie konnte. Chapeau, meine Freunde.

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Autor: Ute

31 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart - Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen – im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

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