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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

25. September 2016
von Ute
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Ein langer Weg zu gehen

Eigentlich sollten wir dankbar sein. Dankbar dafür, dass wir mit einem Punkt gut bedient sind. Dankbar dafür, dass eine englische Woche mit sieben von neun möglichen Punkten Ende ging. Dankbar dafür, dass es bei uns besser läuft als bei anderen Vereinen. So unentschlossen meine Gefühlslage mit der Verpflichtung unseres neuen Trainers Hannes Wolf war, so sehr bin ich es jetzt mit dem Unentschieden in Bochum.

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Dass ich nach vier Siegen und einem Unentschieden überhaupt unzufrieden sein würde, hätte ich nicht einmal selbst gedacht. Die Frage ist nur: reicht das wirklich für den Aufstieg? In 238 Tagen werden wir es wissen, wenn das letzte Spiel gegen die Würzburger Kickers vor heimischer Kulisse vorüber ist. Der Weg bis dahin ist lang, dabei denke ich nicht nur an die lange Zeit von gut acht Monaten, sondern sinniere auch darüber, wie weit der Weg noch ist, diese Mannschaft dort hinzubringen, um wieder aufzusteigen.

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Zwei Tage hatte Hannes Wolf Zeit, seine neue Mannschaft auf die bevorstehenden Aufgaben vorzubereiten. Verdammt wenig Zeit, wenn es darum geht, die Versäumnisse und Fehler der letzten Jahre wieder auszumerzen und aus dem VfB den Club zu machen, der wie Phönix aus der Asche aufsteigt. Er ist jung, hungrig, hat konkrete Ideen und ist vor allem eines: unverbraucht. Ein Wagnis in vielerlei Hinsicht, doch einen Versuch ist es wert. Doch falls der Versuch scheitert, stehen wir wieder am Anfang, vor den Trümmern unseres Vereins, ohne zu wissen, wer uns diesmal beim Wiederaufbau helfen soll.
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22. September 2016
von Ute
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Eine neue Hoffnung

Ihr alle, die ihr da draußen seid und diese Zeilen lest. Ihr alle, die ihr dem Brustring gewogen seid und euer Herz für diesen Verein gegeben habt. Ihr alle, die ihr mit mir in der Kurve gestanden seid und genau wisst, wie ich empfinde. In diesen Tagen eint uns alle das gleiche Gefühl: jene schmale Gradwanderung zwischen hoffnungsvoller Euphorie und vorsichtiger Skepsis, diese bizarre Mischung, Hoffnung geschöpft zu haben, obwohl man das nicht wollte.

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Der VfB hat gewonnen. Gegen den Tabellenführer. Und zwingt mich dazu, ganz neue Sichtweisen zu entwickeln, nämlich die, was ist, wenn das alles doch keine so schlechte Idee war? Was, wenn das Chaos rund um den zurückgetretenen Jos Luhukay die einzige Möglichkeit war, neue Wege zu beschreiten, seien sie auch so ungewöhnlich, mutig und riskant? Was, wenn das alles doch zu irgendetwas gut war? Unheimlich viele Gedanken wabern durch meinen Kopf, hin- und hergerissen zwischen zwei Seiten. Lähmt mich der Gedanke an das, was möglich sein könnte und lässt mich vergessen, was vorher war?

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Ein kleines Teufelchen sitzt mir auf der Schulter, schüttelt mit dem Kopf und flüstert mir unentwegt zu: „Wart es doch einfach erst einmal ab“. Wart ab, bis diese Spielzeit fortgeschritten ist. Wart ab, bis das tatsächliche Können der Mannschaft zu Tage getreten ist. Wart ab, bis die Zeit reif ist, eine vorsichtige Prognose zu warten. Seltsam, wie ich bei vermeintlich positiven Entwicklungen zögere und an anderen Tagen kein gutes Haar an meinem doch eigentlich so sehr geliebten Verein lasse. Was über Jahre verloren ging, geht nicht in wenigen Spielen wiederherzustellen. Vertrauen muss her. Auf allen Seiten.
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19. September 2016
von Ute
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Darf es noch ein bisschen mehr sein?

Unser Ruf eilt uns bereits meilenweit voraus. Jene Tage, an denen der Gegner mit Ehrfurcht den VfB empfing und das Beste hoffte, sind vorbei. Heute sind wir nur selten mehr als ein gern gesehener Aufbaugegner. Immer wieder bewies unser Verein mit schierer Leidenschaft, wie gern er seinem zweifelhaften Image nachkommt, nämlich jedem strauchelnden Verein, der dringend Punkte benötigt, bereitwillig zu helfen. An die leidtragenden Fans, die das seit langer Zeit mitmachen müssen, denkt da natürlich niemand. Von Absicht würde ich nicht unbedingt sprechen, aber man bekommt diesen Ruf einfach nicht los.

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Jetzt also nach Kaiserslautern. Vier Spiele, zwei Punkte, Tabellenletzter. Es könnte besser laufen auf dem Betzenberg, ohne jede Frage. Was würde da besser ins Bild passen als das Spiel gegen den VfB? Als hätten wir keine eigenen Probleme, die Euphorie (sofern man es überhaupt so nennen kann) für das Aufstiegsrennen hatte schnell merklich gelitten durch die Niederlagen in Düsseldorf und jüngst gegen Heidenheim (der Gewohnheit nach hatte ich eben „Hoffenheim“ geschrieben). Das hielt die Fans allerdings nicht davon ab, so zu tun, als sei man nie abgestiegen.

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Die Gerüchte waren also wahr. Während der VfB von offizieller Seite von 5.000 Stuttgartern im Fritz-Walter-Stadion sprach, die Vermutungen aber bei gut 9.000 Weiß-Roten lag, übertrafen die tatsächlichen Auswärtsfans sämtliche Erwartungen. Über 10.000 sollen es gewesen sein, die Blöcke 17 bis 20 waren nahezu vollständig voll gefüllt mit Gästefans. Eine durchaus respektable Leistung nach den gut 7.000 Leuten in Sandhausen (oder waren es sogar knapp 8.000?), die damit das Auswärtsspiel kurzerhand zum Heimspiel machten.
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12. September 2016
von Ute
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Beschämend und beängstigend

Andere Worte kann es für diese Darbietung nicht geben. Für manche war es der Tiefpunkt der letzten Jahre, und von denen gab es wahrlich viele, für andere wiederum der allerletzte Schuss vor den Bug. Für manche überlebt Jos Luhukay den Herbst nicht als VfB-Trainer, andere wiederum sind der festen Überzeugung, er sei der richtige für die Mission Wiederaufstieg. Jeder soll selbst entscheiden, was er glaubt und woran er bis zum Ende der Saison glauben will, ich weiß nur, woran ich nach dem Freitagabend nicht mehr glaube: dass wir ein ernsthafter Kandidat für den Aufstieg sind.

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Ich habe mir nie besonders viele Freunde gemacht, wenn ich nach nur wenigen Spieltagen weitgehend resigniert den Kopf schüttelte, einen Seufzer ausstieß und nicht glauben wollte und konnte, wie in dieser Spielzeit der Klassenerhalt gelingen sollte, oder wie in dieser Spielzeit, wie das weitaus schwierigere Unterfangen der Plätze eins und zwei vollbracht werden soll. Für Optimismus werde ich wahrscheinlich Zeit meines Lebens nicht mehr bekannt sein, doch sind jene harte Worte zu Beginn einer neuen Spielzeit immer komplett aus dem Leeren gegriffen?

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Wie gerne ich doch am Spieltag früh morgens aufstehen wollte, mein Trikot überstreifen würde und mir keine Sorgen darum machen müssen, wie sich die Mannschaft wohl schlagen würde. Sie liegen lange zurück, die sorglosen Zeiten, als er VfB noch regelmäßig im internationalen Geschäft vertreten war und man das Gefühl der Abstiegsangst, der enttäuschten Hoffnungen und des tiefen Frustes noch nicht kannte. Heute wissen wir: der VfB wird niemals müde, seine Fans zu enttäuschen.
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28. August 2016
von Ute
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Heimspiel in der Ferne

Der Inbegriff der Zweitklassigkeit. Sandhausen. Lange hatte ich in der Nacht davor noch wach gelegen, habe die Schlafzimmerdecke angestarrt und mir bewusst gemacht, am nächsten Tag nach Sandhausen aufzubrechen. Keinem anderen Gegner haftet dieses unbequeme Gefühl der Zweitklassigkeit mehr an als dem SV Sandhausen, der kleinen 15.000-Einwohner-Stadt im Rhein-Neckar-Kreis, acht Kilometer südlich von Heidelberg. Wer nach Sandhausen muss, ist wirklich abgestiegen und muss sich klar machen, dass einem nichts geschenkt wird. Das alleine machte es auch gefährlich.

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Gut zwei Tage liegt es es nun schon hinter uns, das „Auswärtsspiel“ in Sandhausen, dass eigentlich gar keines gewesen war. Hatte ich vor einigen Wochen beim Testspiel gegen Fürth in Weinstadt-Beutelsbach noch mit zwei Freunden auf den kochend heißen Betonstufen des Benzach-Stadions gesessen und gemeint, nach Sandhausen würden wohl kaum viele Fans kommen, so sah ich mich bald eines besseren belehrt.

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Im Gegenteil, als wäre das Motto „Alle nach Sandhausen“ gewesen nahmen geschätzt rund 7.000 VfBler (die genaue Anzahl lässt sich nicht wirklich bestimmen) die kurze Strecke auf sich und machten es zu einem wahren Heimspiel. Darauf alleine galt es sich schon zu freuen. Aber sonst? So richtig angekommen ist der VfB im Unterhaus noch nicht, spielt manchmal so, als wäre er sich dessen noch nicht ganz bewusst und bietet damit eine Angriffsfläche. Noch mehr Unruhe nach einer Niederlage in Sandhausen kann der Club nun wahrlich nicht gebrauchen.
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