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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

Als ich einmal vergaß, Dortmund zu hassen

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Gleich zu Beginn: ich empfinde keinerlei „Hass“ für Borussia Dortmund, kann aber normalerweise nicht sehr viel mit dem Verein anfangen. Der Titel ist eine Anlehnung an das Buch „Als ich einmal vergaß, Schalke zu hassen“ von Christoph Biermann, ich wollte damit aber nicht so lange warten, bis ich mal über ein denkwürdiges Schalke-Spiel berichten kann.

Gestern war es soweit, das von allen mit Vorfreude herbeigesehnte Finale des DFB-Pokals. Ausgetragen wurde es zwischen Borussia Dortmund und dem Rekordmeister Bayern München, die dieses Jahr das Triple holen wollen: DFB-Pokal, Meisterschaft und UEFA-Cup. Die Bayern – nunja, entweder man liebt sie oder man hasst sie. Ich stellte mich heute auf die Seite der Dortmund-Fans, da auch ich den Bayern das Triple nicht gönne.

Geguckt wurde in einer urigen, nostalgischen Kneipe in der Leipziger City, die auch recht schnell recht gut gefüllt war. Franz, Dennis und Kaspar waren mit am Start, wir waren nun 2 VfB Stuttgart-Fans und 2 Werder Bremen-Fans – und trotzdem beim Pokalfinale schauen. In einer Lautstärke, das man brüllen musste um sich gegenseitig zu übertönen sahen wir ein spannendes, packendes Pokalfinal-Duell. Ein kollektives Raunen bei jedem Fehlpass und bei jeder Torchance, die nicht genutzt wurde.

Alle 4 waren wir für BVB Dortmund, so wie die meisten in der Kneipe. Dennoch jubelte die auch nicht zu verachtende Minderheit zuerst: nach 11. Minuten fiel das erste Tor – für die Bayern. Und trotzdem gaben wir die Hoffnung nicht auf, Minute für Minute sehnten wir den Ausgleich herbei, der uns eine Verlängerung und vielleicht auch ein spannendes Elfmeterschießen bescheren könnte. Allen voran der Franz, der den Ausgleich für die Schlussphase zwischen 86. und 89. Minute prophezeit hatte.

Die Uhr lief gegen die Borussia aus Dortmund, 3 Minuten Nachspielzeit ließen unsere Hoffnungen noch nicht vollends sterben, dennoch fanden sich wohl die meisten schon mit der Tatsache ab. Den Blick noch starr auf die Leinwand gebannt verfolgte ich einen letzten Angriff des BVB – und auf einmal war er drin, der Ball! Ab da gab es kein Halten mehr in der Kneipe, die meisten sprangen auf, schrien, brüllten, gröhlten, klatschten, jubelten, feierten. Und ich mittendrin. Das war definitiv die geilste Stimmung außerhalb des Stadions, die ich bei einem Nicht-VfB-Spiel und Nicht-Deutschland-Spiel erlebt habe. Der nicht mehr für möglich gehaltene Ausgleich in der 2. Minute der Nachspielzeit sorgte für eine Explosion der guten Laune.

Laut den Regeln brach nun die Verlängerung an – zur Freude aller, nur nicht der Bayern-Fans, die neben uns plötzlich ganz, ganz still geworden sind. Als Fan geht dir ja auch echt die Pumpe, wenn du vorne liegst und dann kurz vor Schluss noch den Ausgleich bekommst – ich weiß ja wie es ist, der FC Carl Zeiss Jena machte das mit den VfB-Fans gleich 2 mal in einem Spiel: kurz vor Ende der regulären Spielzeit und kurz vor Ende der Verlängerung. Im Elfmeterschießen schieden wir schließlich aus.

Auch die Verlängerung war spannend und wahnsinnig aufregend, die Stimmung in der Kneipe war auf dem Siedepunkt. Alles Hoffen und Daumendrücken nutzte jedoch nichts, der Ball zappelte erneut hinter BVB-Keeper Ziegler im Netz – und was für ein Bolzen! Wieder war es der Italiener… ich glaub mir wird schlecht.

Das haben sich die Bayern dann auch nicht mehr nehmen lassen – Dortmund, mittlerweile nur noch zu Zehnt, konnte mit sichtbarem Kräfteverschleiß kein zweites Mal zurückkommen und ebnete den bayerischen Weg ins Pokal-Glück. Ich hatte zwar anderes gehofft, aber ich war dennoch sehr froh, so ein Wahnsinnsspiel gesehen zu haben, mit einer Dramaturgie die noch lange im Gedächtnis haften bleiben wird.

Unterm Strich wars jedoch verdient, also Glückwunsch an die Bayern!

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Autor: Ute

31 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart - Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen – im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

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