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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

Kämpferischer Einsatz ohne Belohnung

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Alle erhoben sich, wandten sich den Jungs mit freundlichem Gesicht zu, als sie in die Kurve gelaufen kamen. Jeder klatschte in die Hände, zeigte „Daumen hoch!“. Als hätten wir das Spiel gewonnen. Haben wir aber nicht. Auch, wenn wir am Ende ohne Punkte dastehen, so hat uns dieses Spiel etwas gegeben, was so manche knappen Siege in dieser Saison nicht konnten: uns die Hoffnung zurückgeben, dass man mit Kampf, Leidenschaft und Einsatz so manches erreichen kann.

Relativ schnell nach dem Spiel setzte bereits die Medienhetze ein. Jürgen Klopp, den ich immer sympathisch fand, sagte im Interview, dass seine Spieler Prellungen, Brüche, Risswunden und Beulen haben, er hätte Angst um seine Spieler gehabt. Auch die Bild-Zeitung beteiligte sich daran, BVB-Fans, die nichts besseres zu tun haben, nehmen sich die Zeit und fluten sämtliche VfB-Seiten auf Facebook, um nur einige Beispiele zu nennen.

Das war mit Sicherheit kein Kindergeburtstag. Lieber BVB, vielleicht wären berührungslose Sportarten wie Tennis oder Golf idealer für euch? Wie Bruno Labbadia schon sagte, auch als (noch amtierender) Deutscher Meister steht man nicht unter Artenschutz, in Spielen, wo die Dortmunder selbst krass zu Werke gehen, wird ebenfalls herunter gespielt. Wer also nicht vor seiner eigenen Haustüre kehren kann, reagiert sich eben beim unterlegenen Gegner ab \“ das ist asoziales Ruhrpott-Verhalten!

Viel Wut und Frust

Vergesse ich für einen Moment den Frust, den dieses Spiel mit sich gebracht hat, so war es dennoch das, was man seit Wochen, nein, Monaten vom VfB sehen möchte. Eier zeigen, Gras fressen, fighten, kämpfen, um jeden Zentimeter. Es war „nur“ ein 1:2, gut 20 Minuten in Unterzahl. Vor dem Spiel schätzte ich unsere Chancen allenfalls realistisch ein: Null Punkte, bestenfalls lassen sich die Jungs nicht abschlachten. Bedenkt man, wie nah wir am Punktgewinn dran waren, ärgern einen die Aussagen nach dem Spiel umso mehr. Bis dahin war es ein andere, bei dem sich aller Frust entlud.

Geboren in Nürnberg, Jahrgang 1978, Fußballschiedsrichter seit der Saison 2008/2009. „Hängt sie auf, die schwarze Sau!“ war zwischenzeitlich zu hören, abwechselnd mit anderen netten Liedchen, die wir dem Spielleiter Deniz Aytekin zukommen ließen. Vereinsbrille hin oder her, da dies ein Blog über meine persönlichen Fußballerlebnisse ist, gebe ich auch meine persönliche Meinung wieder: Wieviel der BVB wohl bezahlt hat? Zu Zehnt gegen Zwölf zu spielen würde uns auch viel leichter fallen.

Wenn ich auf den gestrigen Nachmittag zurückblicke, wird mir ein hart umkämpftes und am Ende unglückliches und unverdient ausgeganges Spiel in Erinnerung bleiben. Die Hoffnung auf bessere Zeiten bringt uns an dieser Stelle keine Punkte, die wir so dringend nötig haben, doch sie lässt uns ein wenig hoffen, dass es besser wird. Es hätte auch viel schlimmer laufen können. Alles, was nicht schlimmer wird als ein 0:4, wäre gegen die Borussen aus Dortmund gerade noch ertragbar, nachdem sie die letzten 2 Spieltage jeweils 5 Tore geschossen hatten.

Der Gegner macht das Stadion voll

Ostersamstag 2013. Kälter als Weihnachten 2012. Ein paar Schneeflocken sah ich durch das Fenster zu Boden fallen, ein paar Grad über Null sind nicht gerade das, was man sich unter Frühling vorstellen konnte. Gemeinsam liefen wir zum Neckarstadion, durch die Straßen von Bad Cannstatt, auf Schritt und Tritt verfolgt von Schwarz-Gelben, wohin das Auge reicht. Naturgemäß haben die Dortmunder überall, wo sie spielen, mehrere Tausend Fans am Start. An diesem Tag waren es 6.500 BVBler. Auch mein Personal Trainer Stefan war mit dabei.

Vor den Toren des Stadions war die Stimmung tiefenentspannt. Ordnungsdienst und Polizei setzten auf eine provokationsfreie Umgebung, nur wenige unwissende Dortmunder trauten sich in die Nähe des Ultra-Treffpunkts, bei dem mittendrin eine kleine Treppe zum Palm Beach und den Eingängen zur Gegentribüne führt. Wer dort durch will, ist entweder mutig oder einfach nur sehr dumm. Trotz der entspannten Umgebung, ich konnte mir irgendwie nicht helfen, mein Bauchgefühl sagte mir, dass heute etwas Unerwartetes passieren könnte.

Von Felix musste ich mich alsbald wieder verabschieden, mit Christoph vom Fanclub ging es in den 33er-Block, wo wir lange auf das Dazukommen unserer Freunde und Bekannten warten mussten. Schaute man sich um, sah man mit Ausnahme der Cannstatter Kurve in jeder einzelnen Richtung des Stadions die Dortmunder. Im Vorfeld wurde bekannt, dass das Stadion ausverkauft wäre \“ schon ein Armutszeugnis, wenn es den Gegner braucht, um das Stadion voll zu bekommen.

Ein letztes Mal SSDSS

Ein letztes Mal müssten wir die vereinseigene Casting-Show über uns ergehen lassen, die Bühne dafür war bereits vor der Haupttribüne aufgebaut. Seit Wochen blamierte man sich bis auf die Knochen angesichts der Bands, die vom VfB eingeladen wurden, für die Suche eines eigenen Stadionsongs aufzutreten. Schon im Vorfeld hätten die Fans gleich sagen können, dass dies keine gute Idee ist. Der Verein wollte nicht hören \“ und wunderte sich über gellende Pfiffe.

Einzige Ausnahme: der letzte Teil, Fools Garden und die Fraktion standen auf dem Programm, 2 Bands, die zumindest von der Cannstatter Kurve mitgetragen werden, bei Fools Garden wusste ich bis vor einigen Wochen nicht, dass diese aus Deutschland, geschweige denn aus Württemberg kommen, sie waren mir immer geläufig als das One-Hit-Wonder hinter „Lemon Tree„. Die Fraktion hingegen kennt man, eine Berliner Band mit Stuttgarter Wurzeln, die nachweislich einen Hang zum VfB haben, der schon länger existiert als die Idee mit dem Stadionsong.

Durch die im Vorfeld bereits angekündigte Unterstützung der Kurve kam beiden Bands zwar nicht der erhoffte stürmische Applaus zu, doch gab es im Vergleich zu allen anderen Beiträgen kein Pfeifkonzert. Da die Suche nach dem Stadionsong sowieso unsinnig ist, tut es mir nur leid für die Bands, da ich ihnen nicht absprechen will, dass es nicht wirklich VfB-Anhänger unter ihnen gibt. Die Bühne wurde schnell wieder abgebaut und während sich die Reihen füllten und die leeren roten Sitzschalen im Stadion immer weniger wurden, wurde ich immer nervöser.

Mutiger Beginn

Schon bald war es soweit, es konnte losgehen. Mit dem Einlaufen beider Mannschaften flogen in den inneren Blöcken der Cannstatter Kurve kleine rote Papierrollen in die Luft, was für ein schönes Bild sorgte. Alle auf Position, Vollgas Leute, heute können wir beweisen, das wir mithalten können. Tatenlos zusehen, wie wir abgeschlachtet werden, würden wir mit Sicherheit nicht. Es war ein tolles Gefühl, mal wieder ein volles Stadion zu haben, selbst wenn der Grund dafür eine Mehrzahl an gegnerischen Fans ist, doch dagegen konnten wir schließlich nichts machen.

Während Dortmund mit Bestbesetzung das Feld betrat, hatten wir Personalsorgen: William Kvist wegen der 5. gelben Karte aus Frankfurt gesperrt, Serdar Tasci grippekrank. Mit Vedad Ibisevic, Martin Harnik, Ibrahima Traore und Neuzugang Alexandru Maxim die beste Offensive, die wir aktuell haben. Auf den kleinen sympathischen Rumänen halte ich viele Dinge, ich sehe ihn gern spielen und seine Vorlage zum Siegtor in Frankfurt vor 2 Wochen kam mit Ansage.

Was sich die ersten Minuten abspielte, war zumindest aller Ehren wert. Wie bezeichnend es am Ende tatsächlich ist, mit Borussia Dortmund mithalten zu können, wird am Ende des Spiels die Anzeigetafel beantworten können. Nach 7 Minuten noch nicht zurück gelegen, beim Geisterspiel in Rom hatten wir nach 8 Minuten schon 2 Gegentreffer kassiert. Alexandru Maxim stand zum Eckball bereit, der erste seit langer Zeit, der bei ruhenden Bällen für Gefahr sorgen kann. Im Vorfeld der Partie fragten die Stuttgarter Nachrichten, ob mit ihm der Fußball zum VfB zurückkehren würde.

Spürst du nicht die Kraft, die Leidenschaft?

Ich hätte so gelacht, wenn es (wieder) so gekommen wäre. Ecke Maxim, Kopfballtor Niedermeier. Lediglich die Hand von BVB-Keeper Roman Weidenfeller war der exakten Wiederholung des Siegtores in Frankfurt im Wege. Die Jungs stellten sich nicht einfach hinten rein und hofften das Beste, nein, sie wollten selbst offensiv agieren und sich den Erfolg, den sie so oft haben liegen lassen, selbst erarbeiten.

Das übertrug sich auch auf die Fans, die Beteiligungsrate in meinem doch sonst eher stimmungslosen Block war überraschend hoch: Klatschen, Hüpfen, Singen \“ mit diesem Support war hier Einiges möglich! Angestachelt von der Offensivkraft unserer Mannschaft vermochte auch der stillste Besucher der Cannstatter Kurve, seine Stimme für den VfB zu erheben. Auf Tage wie diese haben wir so lange warten müssen, Heimspiele gehören in dieser Saison bekanntlich nicht zu unserer Spezialität, im Gegenteil.

Von den 6.500 Dortmunder Fans hörte man überraschenderweise mit wenigen Ausnahmen fast das ganze Spiel über nix, sie wurden das erste Mal erhört, als ein Pass in die Gasse Marco Reus auf einmal alleine vor Sven Ulreich auftauchen ließ. Der rannte aus seinem Kasten heraus auf ihn zu und grätschte den Ball ab, grandiose Aktion, es war die erste und bei weitem nicht letzte wichtige Rettungstat gegen die Schwarz-Gelben, wieder einmal schallte es „Ulle, Ulle, Ulle!“ durchs Stadion.

Überraschende Offensive

Es hätte so schön sein können, so wunderschön, so einfach, so genial \“ so bitter. Nach einem Freistoß von Alexandru Maxim stand Vedad Ibisevic im Abseits, das Tor zählte nicht, das alle Fans des VfB kurz jubeln ließ. Wie schade, dennoch leider die korrekte Entscheidung. Der VfB wollte, er drückte und kämpfte.

Nach 13 Minuten hätte der VfB zwingend in Führung gehen müssen. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass Ibrahima Traoré am Ostersonntag ein paar Eier findet. Die hätte er gut gebrauchen können, so viele Stücke ich auch auf ihn halte, das, meine Damen und Herren, war eine Tausendprozentige. Jaja, ich zahl ja schon ein.

Vedad Ibisevics Pass auf seinen Mitspieler, absolut perfekt gemacht, im richtigen Zeitpunkt. Der kleine Flitzer alleine vor Roman Weidenfeller. Das war ihm zu viel, er behielt die Nerven nicht und schoss ihm direkt in die Arme. Du meine Güte ist das aufregend hier! Es sind solche Szenen, die wir sehen wollen, Mut, Leidenschaft, Aggressivität (dazu später mehr). 60.000 Zuschauer sahen hier einen anderen VfB Stuttgart als in den Heimspielen zuvor \“ und erfreuten sich zusehendst daran, zumindest 53.500 Zuschauer davon.

Die Führung längst überfällig

Der Lautstärkepegel stieg und blieb konstant auf hohem Level. Manchmal verstehe ich selbst nicht, warum man gegen Bayern regelmäßig vor Angst in die Hosen macht und gegen den amtierenden Deutschen Meister aus dem Ruhrpott auf einmal auf Augenhöhe mitspielen kann und sich sogar traut, offensiv zu agieren? War es das, was mir mein komisches Bauchgefühl vor dem Spiel sagen wollte? Dass etwas Unerwartetes passieren würde?

Wenige Sekunden nach einem zwischenzeitlichen ergebnislosen Freistoß für die Borussen das selbe Bild, wieder rannte Traoré allen davon, konnte vor der Strafraumgrenze von Marcel Schmelzer und Kevin Großkotz, äh Großkreutz sandwichmäßig in die Mangel genommen werden. Der Ball war weg aber binnen der ersten 15 Minuten gelang es unserer Mannschaft, die Herzen (zurück) zu erobern.

Ich weiß nicht, was Zeugwart Michael Meusch den Jungs in der Kabine zum Snacken gegeben hat, bitte mehr davon, und zwar jedes Mal. Allmählich änderte ich meine Meinung: wenn es so weitergeht, werden wir kein wehrloses Opfer sein, mit so einer Einstellung und mit den Fans im Rücken kann vielleicht etwas funktionieren, was man nicht für möglich gehalten hat. Die Statistik stand gut für uns, für Dortmund sind wir etwas wie ein Angstgegner.

Der Bruddler bei der Lieblingsbeschäftigung

An diesem Tag vor genau einem Jahr, war das denkwürdige 4:4 im Dortmunder Westfalenstadion, was selbst jene nicht vergessen können, die selbst nicht einmal dabei waren. Angestachelt von diesem furiosen Auftakt stimmte die Kurve mit ein, geniale Stimmung wie schon seit Wochen nicht mehr. Das ist es, wofür ich ins Neckarstadion gehe. Natürlich kannst du nicht alles gewinnen, doch zumindest als Fan alles dafür geben, dass die Mannschaft den Glauben daran niemals verliert.

Das alles kam in letzter Zeit zu kurz, Bruddler waren schnell zur Stelle, die äußeren Blöcke unserer Kurve verstummten mehr und mehr zu einem lautlosen Sammelbecken uninspirierter und fauler „Kunden“. Jene Leute, von denen vermutlich viele nur in der Cannstatter Kurve stehen, weil Stehplatz(dauer)karten günstiger sind als Sitzplätze, sind nur dann euphorisch und emotional bei der Sache, wenn es ums Schimpfen und Bruddeln geht. So auch nach nicht einmal 20 Minuten in dieser druckvollen Anfangsphase.

Das kollektive „Uuuuh!“ war laut hörbar, die Erleichterung spürbar, die Angst wieder greifbar. Dass er es kann, hat er schon mehrfach bewiesen, wie man auch als Nicht-Dortmund-Fan anerkennen muss: Marco Reus kann definitiv mit dem Ball umgehen, so auch beim Lupfer über Sven Ulreich, der nur knapp am Pfosten vorbei ging. Heidanei!

Nasenbeinbruch bei Marcel Schmelzer

Auf der Anzeigetafel stand noch 0:0, der VfB hätte hier schon führen können, wenn er sich clever angestellt hätte. Aber hier hatten wir Glück, das muss man schon sagen. Auch, dass Mario Götze kurz darauf im Abseits stand. Die Kurve störte das momentan noch nicht, bevor der Schiedsrichter zur Zielscheibe des Ärgers wurde, sangen wir lieber „Scheiß BVB, scheiße scheiße BVB“ \“ nicht besonders kreativ, aber was solls.

Dafür waren die Gäste kreativ, die einen Banner zeigten „Eure Kartenpreise fliegen euch um die Ohren“, basierend auf der Initiative „Kein Zwanni für nen Steher!“. Von weitem sah es kaum anders aus als die „roten Karten“, die wir bei den Spielen in Hoffenheim und in Nürnberg in die Luft hielten, nur waren es in diesem Falle Frisbee-Scheiben, die auf den Platz folgen. In den Farben getrennt, in der Sache vereint \“ schöne Aktion!

Ein Freistoß für den VfB nach Santanas Foul gegen Martin Harnik, ein Fall für Alexandru Maxim, der nach wie vor mit Maske spielen muss, bis sein Nasenbeinbruch komplett verheilt ist. Dieser Freistoß erreichte den Gefoulten, der Marcel Schmelzer hinter sich nicht kommen sah, das Bein recht weit oben hatte, um den Ball noch in die Mitte zu bringen, wo mehrere Mitspieler bereits warteten. Vor Schmerzen gekrümmt fiel der blonde Dortmunder zu Boden, hielt sich das Gesicht fest, die Ärzte eilten sofort herbei.

Deutschland, deine Schiedsrichter

Keine Absicht unseres Österreichers, soviel ist sicher. Einfach unglücklich, weder war es eine Tätlichkeit, noch war es Theatralik von Jürgen Klopps Schützling. Nach einer Behandlung stand schnell fest: er muss raus, Stadionsprecher Holger Laser wünschte ihm noch gute Besserung. Diagnose: Nasenbeinbruch. Im Nachgang sollten viele Dortmunder bitterböse auf uns sein, man habe ja angeblich schon im Hinspiel Sebastian Kehl ausgeknockt, damals war es ein unabsichtliches Foul von unserem anderen Österreicher, Raphael Holzhauser.

Man kann es sich auch einfach machen. Wutentbrannt rannte Roman Weidenfeller gleich aus seinem Kasten heraus und pöbelte gegen Martin Harnik \“ das soll also faires Verhalten sein, gelbe und rote Karten zu fordern? In Stuttgart kennt man sich mit Torhütern aus, die das so handhaben. Beliebt sind jene Leute jedenfalls nicht.

Dazu ein Jürgen Klopp, der tollwutartig auf der Linie umherspringt, vor Verärgerung fast zum Hulk wird, und wundert sich, dass es ein aggressives Spiel war? Verhältnismäßigkeit, lieber BVB? Das wilde Gezeter schien lediglich den Schiedsrichter einzuschüchtern, der angestachelt von den schwarz-gelben Unschuldslämmern dem Österreicher die gelbe Karte zeigte. Damit ist er gesperrt beim Auswärtsspiel in Hannover.

Der Freistoß, den es nie hätte geben dürfen

Für den blutüberströmten Borussen kam Lukasz Piszczek ins Spiel, das seine hitzigen Momente noch lange nicht überstanden haben sollte. Hier war jetzt jede Menge Aggressivität im Spiel. Deutschland, was ist nur mit deinen Schiedrichtern los? Ist es wirklich so schwer, gute Schiedsrichter auszubilden? Man muss es doch besser hinbekommen als die Leistung von Deniz Aytekin an diesem Tag. Auch die Linienrichter sind angesprochen. Was ist so schwer, einen korrekten Einwurf erfolgen zu lassen?

Unheimlich laute Pfiffe, als Robert Lewandowski zuletzt am Ball war und sogleich seinen eigenen Einwurf ausführte. Wo gibts denn sowas? Deutscher Meister hin oder her, aber das war ja wohl ganz klar unser Einwurf? Damit nahm das Unglück seinen Lauf, das aus einer Fehlentscheidung zum Gegentreffer führte. Georg Niedermeier eroberte sich den Ball zurück, er muss fast taub gewesen durch die laute Kulisse direkt in seinem Rücken. So auch Deniz Aytekin, der anscheinend den Schuss nicht gehört hat.

Foul an Marco Reus \“ angeblich. Dass dieser in Sachen Gravitationssteigerung ganz vorne mit dabei ist und sich nach jeder einzelnen Berührung wie einen Stein fallen lässt, sollte eigentlich mittlerweile Jedem bekannt sein. Zuerst falschen Einwurf übersehen und dann auch noch auf die Schauspielkunst eines lächerlichen Streifenhörnchens hineinfallen? Gehts noch? Die Borussia nahm dankend an, die Cannstatter Kurve tobte vor Wut.

Unverdient im Rückstand

Der Rest ist Geschichte. Der Freistoß des Gefoulten fand den Kopf des frisch eingewechselten Lukasz Piszczek. Der Ball war im Netz, schwarz-gelber Jubel vor der weiß-roten Kurve. Was ich von vornherein als „wahrscheinlich“ und „nicht ganz verhinderbar“ einstufte, ließ in mir dennoch den Frust aufsteigen, denn diesen Freistoß hätte es gar nicht erst geben dürfen.

Wohin man auch schaute, überall sah man die Borussen im Stadion verteilt jubeln. Selbst in der Cannstatter Kurve, getarnt als VfB-Fans. Ich schäme mich, mit solchen Leuten in die Schule gegangen zu sein. Gesehen habe ich erst 2 Tage später die Fotos auf Facebook. Mittendrin, mit einem VfB-Schal, weil es wohl keine anderen Karten mehr gab. Jahrelang gingen wir in Leipzig gemeinsam in die Realschule. Schande auch über den, der ihm die Karte verkauft hat.

Mir war kotzübel, die Art und Weise, wie dieses Tor zustande kam, war einfach nur unsäglich. Der schwarz gekleidete Mann wurde mehr und mehr zum 12. Dortmunder, pfiff Fouls an unseren Spielern nicht mehr, dafür jedoch unsere Fouls am Gegenspieler. „Hängt sie auf, die schwarze Sau!“ – was rüde klingt, hat man mit dieser unsäglichen und unverschämten Leistung des Spielleiters selbst zu verantworten.

Ein Gegentor mit Wirkung

Das Tor zeigte seine erwartete Wirkung, während es unserer Mannschaft nicht mehr so gut gelang, schnell umzuschalten, stand der Gegner hinten besser. Über eine halbe Stunde lang waren wir auf Augenhöhe, nein, ich korrigiere, wir waren sogar besser. Wer etwas anderes behauptet, hat entweder ein anderes Spiel gesehen, oder ist schlicht und ergreifend Borusse. Zur Führung hätte es längst reichen müssen, an der Kaltschnäuzigkeit werden Bruno Labbadia und Eddy Sözer schleunigst arbeiten müssen.

Beide Mannschaften neutralisierten sich dann erst einmal auf einem ähnlichen Level. Kurz vor der Pause musste Sven Ulreich nochmal eingreifen und aus seinem Kasten heraus gerannt kommen und Ibrahima Traoré wurde zu Unrecht wegen angeblichem Abseits zurück gepfiffen, obwohl Santana und Kevin Großkreutz. Das wars dann erstmal mit spannenden Torraumszenen.

Erstmal war Pause angesagt nach diesem hektischen und mitreißenden Beginn. Was für ein Spiel, der Rückstand mehr als unglücklich, aber noch lange nicht der Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Mit diesem Auftreten brauchten wir uns jedenfalls nicht verstecken. Was aber noch lange nicht bedeutet, dass wir es schaffen, hier als Sieger vom Feld zu gehen. Die Richtung stimmt, definitiv.

Die Sendung mit dem Mäuser

Mit dem Wiederanpfiff gab es mehrere Spruchbänder in der Cannstatter Kurve, die zusammengenommen die Sendung mit der Maus scherzhaft parodierten: „Lach- und Sachgeschichten: Die Sendung mit dem Mäuser. Heute mit: Brutalem Powerfußball, Almklausi, teuren Tickets, dem Stuttgarter Weg, Viagogo… und natürlich… mit dem Mäuser und dem Elefanten“ und zeigte dazu Doppelhalter mit den bekannten Figuren aus der ARD-Sendung für Kinder.

Auf der anderen Seite zeigte man sich ebenfalls solidarisch bei unserem Kampf gegen ViaNOgo. Nach dem Gegentreffer ebbte die bisher so euphorische Stimmung in der Cannstatter Kurve wieder ab, sehr zu meinem Leidwesen, denn was die Mannschaft nicht aus eigener Kraft schaffen kann, beflügelt sie vielleicht durch die Kurve, die hinter ihr steht.

Nach wenigen Minuten schickte Jürgen Klopp ein paar seiner Spieler zum Warmmachen \“ darunter auch Julian Schieber, der uns 2012 den Rücken kehrte, um sich Borussia Dortmund anzuschließen. Entsprechend „liebevoll“ fiel die Begrüßung aus, auf seinen Lippen das selbe selbstgefällige Grinsen eines anderen Verräters, der dem VfB einst den Rücken kehrte.

Hier geht noch was!

Seiner Linie blieb Deniz Aytekin treu \“ immer schön über die Fouls am VfB hinweg sehen. Das sorgte logischerweise für Dauerfrust beim heimischen Publikum. So kann man eine Partie natürlich kaputt pfeifen, seit der verletzungsbedingten Auswechslung von Marcel Schmelzer wurde das Spiel ruppig und unschön, mit einer ganz normalen Härte, die man international teilweise noch nicht einmal pfeifen würde, gingen beide Mannschaften zu Werke, über zu harte Zweikämpfe jammerte am Ende komischerweise nur der arme, arme BVB.

Es wurde wieder wild und hitzig, wie schon zu Beginn der ersten Halbzeit. Zuerst versemmelte der BVB, dann verfehlte Arthur Bokas Versuch das Netz. Hier war Feuer drin, genau so wollten wir das sehen. In dieser Saison tat man sich bereits weitaus schwerer gegen weitaus schlechtere Mannschaften. Hier geht noch aber noch was, Alexandru Maxim, erst seit der Winterpause beim VfB, gestikulierte vor der Cannstatter Kurve, als wolle er sagen „Kommt schon, feuert uns an, nur mit euch schaffen wir das!“. Er wurde erhört, die Stimmung wurde wieder besser.

Die Trageschlaufe meiner Kamera war um mein Handgelenk gewickelt, schmerzhaft schürfte das Band an meiner Haut, meine Waden krampften jedes Mal, wenn ich auf die Zehenspitzen gehen wollte, um ein paar wenige Zentimeter an Höhe zu gewinnen. Die Vorschreier und die Kurve immer stets im Blick, hin und her gerissen zwischen Spielfeld und Fans. Das ist mein Element, meine Aufgabe, mein Job, meine Hingabe.

Das hälst du doch im Kopf nicht aus

Wieder trat unser Maskenmann einen der ruhenden Bälle, der Eckball kam zu Vedad Ibisevic, der den Ball an den Pfosten schoss, Antonio Rüdiger per Kopf mit dem Nachschuss, Mario Götze klärte noch von der Linie, schoss den Ball aber nicht weit genug weg. Antonio Rüdiger – auf dem Boden liegend \“ war nochmal mit dem Fuß dran, dann war der Ball im Aus. Die Dramatik hier war fast nicht mehr auszuhalten. Oh man, mein Herz! Das hätte es doch sein müssen! Auch Martin Harnik stachelte und in Folge dessen noch einmal richtig an.

„Oh VfB, hier im Stadion, schlägt dein Herz, lebt deine Tradition“ brüllten wir in unserer Kurve, schier von Sinnen gaben wir alles, was wir noch hatten, bis zur kompletten Ermüdung, hier hielt es jetzt keinen mehr an Ort und Stelle, selbst Haupt- und Gegentribüne standen. Wieviele hatten wohl schon den Jubelschrei auf den Lippen, das Glück war uns einfach nicht hold in der 58. Minute. Welch kuriose Szenen sich hier abspielten, das war der totale Wahnsinn.

Mit nahezu ungebremsten Tempo ging es weiter, an der Außenlinie kam es zum Zweikampf um den Ball, es gab 2 Einwürfe hintereinander für die Weiß-Roten, begleitet von einem Böller, der von der Cannstatter Kurve Richtung Spielfeld flog. Böller haben im Stadion nichts verloren, der Ordner hinter dem Tor hat sich zu Tode erschrocken, wie auch die Fotografen und Fernsehleute.

Mehr als verdient zum Ausgleich

Es ist die Chronologie der Begeisterung: Einwurf Antonio Rüdiger, weiter zu Christian Gentner, der auf Alexandru Maxim. Was folgte, ist die Geschichte eines Premierentors mit so viel Emotion und Leidenschaft, ich gönne es ihm von Herzen. Ein Schuss zum Tor, meine Sicht darauf war gut, ich sah genau, wie Roman Weidenfeller nicht mehr drankam und der Ball ins Tor einschlug. Ausgleich! Durch Alexandru Maxim!

So schnell wie der Rumäne zur Trainerbank gerannt war, konnte meine Kamera nicht fokussieren. War in dem Moment aber auch völlig egal, die Freude war selbstredend groß und der Ausgleich mehr als verdient. Dass wir erst nach dem Rückstand treffen konnten, ist in Anbetracht der vielen Chancen schon schade, aber besser spät als nie.

Ausnahmezustand in der Cannstatter Kurve, den überfälligen Ausgleich erzielt, ein Gefühl, als würde man all den Frust der vergangenen Wochen für ein paar Minuten einfach hinter sich lassen. Einhellig klang uns das Beschreien des Torschützen in den Ohren, „MAXIIIIM!“. Vorlage gegen Frankfurt, jetzt selbst Torschütze gegen Borussia Dortmund. Der kleine, blonde, unscheinbare Rumäne. Fredi Bobic, das hast du gut gemacht.

Zu Zehnt gegen Zwölf

Nur wenig später hatte man wieder mal Pech mit der Entscheidung des Schiedsrichters, der ein Handspiel von Santana im Strafraum nicht gepfiffen hatte, Sekunden später bemerkte er dafür ein zugegeben unnötiges Einsteigen des bereits gelbverwarnten Georg Niedermeier gegen Mario Götze, der allerdings selbst kein Unschuldslamm war und nachgetreten hatte. Konsequenz: unsere Nummer 6 flog mit Ampelkarte vom Platz, die Tätlichkeit von Mario Götze wurde nur mit Gelb bestraft. Und wieder frage ich: glauben die Dortmunder wirklich, sie wären unfair behandelt worden?

Noch bevor man die rote Karte sehen konnte, wusste man, was loswar. Wutentbrannt stapfte unser Verteidiger davon, riss sich das Trikot vom Leib und schmiss es frustriert zu Boden. Der rote Karton folgte direkt darauf. Höhnischer Beifall des BVB, auf der Tribüne und auf der Trainerbank. Von nun an 20 Minuten in Unterzahl. Zu Zehnt gegen zwölf.

Felix berichtete mir später, dass während der Szene im Mundloch links von der Cannstatter Kurve ein paar Polizisten standen, die sich schnell die Ohren zuhielten, zu laut waren die Pfiffe, die dem „Un“parteiischen zuteil wurden. Natürlich völlig unnötig von „Schorsch“, gelbverwarnt da so rein zu gehen, der Platzverweis damit berechtigt und mit Glück nur Gelb-Rot statt Glatt-Rot. Damit hat er uns wirklich keinen Gefallen getan.

Eier, wir brauchen Eier!

Natürlich wollten die Borussen gewinnen, aber das wollten wir auch. Mit einem Loch in der Abwehr gegen den Deutschen Meister, da können wir nur noch mehr auf Ulle hoffen, der kurz darauf einen Schuss von Lukasz Piszczek mit dem Kinn abwehren konnte. Alles, was recht ist, um einen weiteren Gegentreffer zu verhindern. Jetzt war die Unterstützung von den Rängen noch wichtiger, wir waren nah dran am Punktgewinn. Selbst mit einem Remis in Unterzahl hätte ich leben können.

Fighten und so richtig Gras fressen, diesem Kampf und diese Leidenschaft haben sie oft vermissen lassen, es war fast so, als stünde hier ein ganz anderer VfB auf dem Platz, nur die Spieler sehen komischerweise genauso aus wie jene, die unter Verweigerung jeglicher Mitarbeiter sicher geglaubte Drei-Punkte-Spiele wie gegen Düsseldorf, Wolfsburg, Bremen und Hamburg verloren haben.

Die Lücke, die Georg Niedermeier hinterlassen hat, musste geschlossen werden, denn Sven Ulreich hatte immer mehr zu tun. Das Feld verlassen musste der Torschütze, nicht ohne den wohlwollenden Applaus der VfB-Fans. Für ihn kam der von den Amateuren hochgezogene Benedikt Röcker, mit 1,97 cm nur einen Zentimeter größer als meine bessere Hälfte, der von der anderen Seite der Cannstatter Kurve fleißig weiter Fotos machte.

Elfmeter? Fehlanzeige!

Die Torchancen wurden weniger, meine Aufregung wurde es aber nicht. Ich stellte fast das Fotografieren ein, oder beschränkte es zumindest auf ein Minimum. Stattdessen schaute ich einfach nur fast apathisch aufs Feld hinaus, aus Angst, hier den Dortmunder Treffer, der die Niederlage besiegelt, in Kauf nehmen zu müssen. Kommt schon Jungs, macht jetzt keinen Scheiß, ihr habt das bisher so super gemacht, jetzt brecht bitte nicht zusammen.

Gotoku Sakai klärte noch sensationell für den geschlagenen Sven Ulreich, spannend blieb die Partie bis zum \“ wortwörtlich \“ bitteren Ende. Die darauffolgende Ecke für den BVB brachte eine Kontergelegenheit für Ibrahima Traoré und den mitgelaufenen Arthur Boka, der sich den Ball nach der Flanke des Ex-Augsburgers vom Gegenspieler Moritz Leitner zurück eroberte und im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Das muss einen Elfmeter geben!

Gäbe es, wenn man denn einen ordentlichen Schiedsrichter gehabt hätte. Kein Strafstoß, dafür Gelb für den Ivorer wegen einer angeblichen Schwalbe. Deniz Aytekin hat sich das komplette Spiel über den Frust der Stuttgarter Fans durch diverse Fehlentscheidungen zugezogen und pfeift schlussendlich nicht einmal den fälligen Elfmeter.

Doch noch der Gegentreffer

Weniger als 10 Minuten waren jetzt noch zu spielen. Die Kurve stand hinter der Mannschaft, voller Hoffnung, dass es am Ende zur gerechten Punkteteilung kommt. Roman Weidenfeller führte nach dieser Szene einen Freistoß aus, der Ball blieb in BVB-Besitz und zirkelte dort durch die Reihen. Man wurde unruhig, keiner traute sich so recht, drauf zu gehen. Eine Flanke, Robert Lewandowski war zur Stelle.

Mir schnürte sich die Kehle zu. 6.500 Dortmunder waren von ihren Plätzen aufgesprungen. Nur 8 Minuten trennten uns noch von einem Punktgewinn, einer, der so wichtig gewesen wäre im Kampf um den Klassenerhalt. 82 Minuten gut mitgespielt, dann gepennt, und schon war es passiert. Unfassbar, einfach nur so unglaublich unfassbar. Alle Mühen, alle Leidenschaft, aller Kampf \“ umsonst?!

Kurz darauf verließ er den Platz für Julian Schieber, der mit Pfiffen in seinem alten Stadion empfangen wurde. Er kann nicht zufrieden sein mit seinem ersten Jahr beim BVB, nur Kurzeinsätze hatte er bisher, diverse höchst arrogant anmutende Interviews ließen die VfB-Fans schnell vergessen, dass er einmal einer von uns war. Einwas muss man ihm zu gute halten: er war der einzige BVB-Spieler, der sich in den Interviews nach dem Spiel traute, von vielen Fouls auf beiden (!!) Seiten zu sprechen.

Was bleibt sind Licht und Schatten

Die Order für den Mann in Schwarz lautete unmissverständlich „Die verfrühte Meisterschaft der Bayern verhindern“. Aus dem Nichts heraus pfiff er Fouls an leicht zu Boden fallende Borussen, verhinderte mehrfach gute Chancen für unseren Ausgleich. „Ohne Schiri habt ihr keine Chance“ skandierte die Kurve, der Gästeblock jubelte. Wie es mich ankotzt… Wäre es mir lieber gewesen, wir hätten von vornherein keine Aussichten auf Erfolg gehabt?

Julian Schieber markierte beinahe noch das 1:3, das wäre auch zu viel des Guten und den Spielanteilen nicht angemessen gewesen. Kurz vor Schluss kam noch unsere Leihgabe aus Manchester ins Spiel, doch auch Federico Macheda konnte nicht mehr die bittere Niederlage verhindern. Vier Minuten Nachspielzeit, das lange quälende und hoffnungsvolle Warten auf die Erlösung, das eine einzige Tor, das uns zum Punktgewinn verhelfen würde.

Leere Blicke, Kopfschütteln und ein verzweifeltes „Scheiße“. Was zurückbleibt ist bittere Enttäuschung, großer Ärger über ein verpfiffenes Spiel und selbstgefällige Dortmunder, die meinen, unter Artenschutz zu stehen. Aber auch Hoffnung. In Unterzahl „nur“ 1:2 zu verlieren gegen den amtierenden Deutschen Meister, ein Lichtblick in Form des Rumänen Alexandru Maxim, der tatsächlich brauchbare Ecken und Freistöße schießen kann, und die Leidenschaft, die heute an den Tag gelegt wurde \“ es ist zu verschmerzen, wenn auch schade.

Mund abwischen, weitermachen \“ genau so!

Ein geiles Spiel. Dass es am Ende nicht einmal zu einem Punkt gereicht hat, konnte einem schon ein bisschen die Laune verhageln. Der Einsatz hat gestimmt, das nächste Mal vielleicht etwas weniger hart, denn wie wir wissen, gibt es Schiedsrichter, denen die Karten besonders locker sitzen. Ich freue mich auch für unseren Neuzugang und sein Tor, spätestens jetzt gehört er in die Startelf. Das könnte durchaus funktionieren.

Wir klatschten ihnen zu, als sie in die Kurve kam. Am Ende 0 Punkte, aber in Sachen Wille und Einsatz volle Punktzahl. Wir waren stolz auf die Jungs, sie blieben lange stehen und hörten sich den Applaus an. Wenn sie nur immer so spielen könnten, dann wären wir gar nicht erst in diese missliche Lage gekommen, dass der Blick in der Tabelle eher nach unten als nach oben geht.

Der Block leerte sich nur langsam, nach einer kurzen Stippvisite im Fancenter trennten sich unsere Wege, ich lief alleine nach Hause. Felix wollte mit Freunden noch ein Bier trinken gehen, drückte mir sein Bauchtäschle mit der Kamera in die Hand, für mich war Bilder bearbeiten angesagt. Ich war nicht so frustriert wie bei manch anderen Niederlagen, ich hatte etwas gesehen, was mir Mut macht. Auswärts in Hannover könnten wir uns vorzeitig vom Abstiegskampf verabschieden \“ wenn sie wieder so spielen wie gegen Dortmund.

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Autor: Ute

31 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart - Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen – im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

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