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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

Im freien Fall

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„Es wird spannend sein die nächsten Wochen, soviel steht schon einmal fest. Jeder von uns trägt die große Hoffnung in sich, dass dies nicht nur eine Ausnahme und ein purer Glücksfall war, sondern nur der Anfang von dem Aufbruch, den wir uns alle so ersehnt hatten. […] In der Hoffnung, dass dies häufiger der Fall ist als das Tragen von Schwermut. #aufbruch1893 \“ die Mission hat begonnen!“ – das waren meine Worte nach dem Hinspiel gegen Hoffenheim. 167 Tage waren seither vergangen. Aus dem Aufbruch ist Abstiegskampf geworden. Ein Kampf, den wir Fans offensichtlich alleine führen.

Was soll ich sagen? Schreiben? Empfinden? Zurück bleibt die Ohnmacht. Wut. Frust. Und Hoffnungslosigkeit. Es wird nicht besser, jede Woche das selbe krumme Ding. Wo bleibt die Leidenschaft, mit der man im Abstiegskampf zu Werke geht? Wir sehen sie nicht. Stattdessen: Verunsicherung, schwere Beine und Spieler, die ihre Nerven nicht im Griff haben. Wo das alles enden soll, wenn es nicht besser wird, wissen wir ziemlich genau: die 2. Liga rückt bedrohlich nah.

Lediglich das Chaos beim Hamburger Sportverein lenkt aktuell noch medienübergreifend von unserer eigenen Misere ab. Der HSV verlor trotz Führung mit 2:4 in Braunschweig, dem Tabellenletzten. Darüber spricht man. Eine Frage der Zeit, bis sie sich eventuell wieder fangen, dann steht der VfB blöd da \“ wie so oft, in den letzten Wochen und Monaten. Es gibt im Grunde nichts, was einem Hoffnung machen kann. Durchhalteparolen und Zusammenhalt sollen die nahezu leere Hülle zusammenhalten. Wieder stehen wir mit Nichts da, und fragen uns, warum es diese Mannschaft einfach nicht begreift.

Heimspiel in Sinsheim

Dabei hätte es ein schöner Tag werden können. Heimspiel in Hoffenheim, wenn man so möchte. Mindestens 3.000 Rote sollten sich auf den Weg ins Hopp’sche Stadion begeben, darunter auch wir Vier: Felix, ich, und unsere liebsten Stamm-Auswärtsfahrer Gerd und Ingrid. Es ist die erste gemeinsame Autofahrt zu einem Auswärtsspiel, aus jobtechnischen Gründen schafften wir es lediglich zur Chaos-Fahrt nach Schalke mit der Bahn. So viel haben wir schon gemeinsam erlebt, darunter viele tolle Auswärtssiege.

Ein touristisches Programm hat es seit jeher fast immer gegeben. Mit nur etwa 90 Kilometern Entfernung ist es das näheste aller Auswärtsspiele, das einzige Argument, den Retortenklub in der Liga haben zu wollen. Viel erleben kann man in und um Sinsheim herum nicht gerade, wenn man denn keinen ganzen Tag Zeit hat, wie fürs Auto- und Technikmuseum auf der anderen Seite der Autobahn. So viel die Wahl \“ zu meiner Freude \“ auf ein ausgedehntes Frühstück im Ludwigsburger Ikea.

Frisch gestärkt und inspiriert von einem ungeplanten Gang durch die Möbelausstellung (sehr zu Felix‘ Leid!) ging es schließlich weiter nach Sinsheim. Unangenehmer Dauerregen sollte den Rest des ganzen Tages bestimmen. Mehr als zwei Stunden vor Anpfiff waren wir vor Ort, teilweise hoffnungsvoll, teilweise verängstigt von dem, was kommen könnte, wenn es schief geht. Keiner wollte laut aussprechen, was uns bevorsteht, wenn wir auch dieses Spiel verlieren.

An den Fans soll es nicht scheitern

Als eine der ersten passierten wir die Eingangskontrollen. Ungewöhnlich für Auswärtsspiele beim Kommerzklub: kein Meckern, kein Knatschen. Sehr schön! Nette Plauderei, wie bei jedem Spiel. Es wurde Zeit, rein zu gehen und sich seinen Platz zu sichern. Jedes Jahr wird es ziemlich voll im Gästestehblock, einer der wenigen halbwegs akzeptablen Gastbereiche der Liga. Die Sicht war gut, und auch an der Akustik sollte es heute nicht scheitern \“ wir waren uns sicher, Gehör zu finden.

Immer mehr VfBler fanden sich ein in den Reihen zwischen Beton und Metall, während es im Rest des Stadions noch sehr luftig war. So traurig es auch ist, „wir“ \“ für alle Stadionbesucher gesprochen \“ gehen ja selbst daheim im Neckarstadion nicht wirklich mit gutem Beispiel voran. Einige Zeit war noch überbrücken, sehr früh hatte man sich hier bereits eingefunden.

Die Stunden und Minuten gingen vorüber, für das Intro bezog ich Stellung bei Kumpel Sandro, der seinen Mittelfinger nur allzu oft in Richtung Hoffenheimer Heimkurve streckte. Viele weitere kamen hinzu, als das verhasste Badnerlied erklang, Jahr für Jahr sowohl in Sinsheim als auch in Freiburg Verursacher mehrere Tobsuchtsanfälle im Gästeblock. Wer nicht pfeifen kann, so wie meinereiner, der macht seinem Unmut halt irgendwie anders Luft.

Eigentlich sollte es Spaß machen

Bald war es so weit, das Spiel konnte losgehen. An dieser Stelle öffne ich beim Erstellen des Spielberichts im Browser einen neuen Tab mit vfbtv, logge mich ein und klicke auf „Das Spiel in voller Länge \“ 1. Halbzeit“. Heute nicht. Zu groß ist der Frust, den nicht einmal ein ausgedehnter Besuch im Fitnessstudio einigermaßen wieder regulieren konnte.

Immer wieder in den letzten Wochen dauerte es einige Tage, bis die üblen Geschehnisse verarbeitet wurden, weil ich mich zuerst nicht aufraffen konnte und schließlich immer wieder abbrechen musste beim detaillierten Anschauen des Grauens. Wenn jedes Gegentor zum Stich ins Herz wird und deine Angst vor dem Abstieg mit jedem Spiel größer und größer wird, wird es nicht einfacher, meinen Lesern \“ die sich auch in schweren Zeiten wie diesen meine Rückblicke anschauen \“ die Leidenschaft zu vermitteln, die ich für den VfB empfinde.

Es sollte Spaß machen, zum VfB zu gehen, im Block zu stehen, die Mannschaft anzufeuern und mit ihr nach 90 (plus!) Minuten den Sieg zu feiern. Dann geht oder fährt man heim, bearbeitet die Bilder und schreibt am Tag darauf den Bericht. So schöpfe ich immer wieder Kraft für eine neue Woche. Und wenn es mal schief geht, natürlich schimpft man dann, aber insgeheim wissend und hoffend, dass es wieder aufwärts geht. Was ist davon übrig geblieben? Eine Frage ohne Antwort.

Erinnerungen ans letzte Jahr

Letzte Saison war die Situation beim VfB ebenfalls recht prekär. So ziemlich genau ein Jahr ist es her. Damals verlor der VfB fünf Bundesliga-Spiele in Folge, kam zwar im Pokal weiter, doch war dem Abgrund schon bedrohlich nahe. Wir waren Tabellen-Vierzehnter. Wie heute. Doch hatte man sechs Punkte mehr auf dem Konto, der Abstand zum Relegationsplatz betrug sogar neun Punkte. Heute stehen wir hier, mit 19 Punkten und nur zwei Punkten Abstand auf den Relegationsplatz. Das Spiel wurde gewonnen, dank eines frühen Treffers von Martin Harnik.

Es sollte mir doch Mut machen, dass der VfB es trotzdem selbst in schwierigen Situationen irgendwie geschafft hat, oder? Doch wenn dir die Angst im Nacken sitzt und das Vertrauen in die Fähigkeiten deiner Mannschaft ins Bodenlose sinkt, woher will man da Kraft schöpfen? „Wird schon gut gehen“, Felix ist ein solch grenzenloser Optimist. Bis heute rückt er nicht von seiner Meinung ab, dass der VfB mindestens noch Zwölfter wird.

Nun wäre es Zeit, mir das Spiel anzuschauen. Ich will eigentlich gar nicht. Mein bester Freund schrieb mir gestern Abend: „Dann schreib halt nicht“. Wenn die Jungs nicht richtig spielen, gibt es auch nichts zu berichten im Spielbericht. Wenn es doch nur so einfach wäre? Schau ich mir eben nur die sogenannten „Highlights“ an, sofern man das bei dieser Partie überhaupt sagen kann. „Kurz um schmerzlos“ trifft es nicht ganz \“ denn der Schmerz ist da.

Von süßen Siegen und bitteren Niederlagen

Schon früh beanspruchte der Gästeblock die Stimmgewalt des 30.150 Zuschauer fassenden Stadions, dass man 2009 direkt neben die A6 gesetzt hatte. Wir waren Viele, wir waren laut und wir waren heiß auf den lang ersehnten Sieg. Es gibt Spiele, da machen Siege besonders viel Spaß \“ und Niederlagen werden doppelt bitter. Hoffenheim ist eines dieser Spiele. An uns Fans hatte es an diesem Nachmittag definitiv nicht gelegen. Alles hatten wir gegeben, wir schrien sie nach vorne un heizten ihnen ein, es war eine überdurchschnittliche Support-Demonstration. Genützt hat es nichts.

Der Ball rollte und das Unheil begann. Wie schwer es werden würde, offenbarte sich nach wenigen Sekunden. Die Hoffenheimer, noch derbe angefressen von ihrem Ausscheiden im DFB-Pokal unter der Woche gegen Wolfsburg, hätten hier beinahe früh zum 1:0 für die Gastgeber getroffen. Da half es nicht viel, sich immer und immer wieder einzureden, dass der VfB hier seit dem Aufstieg des Retortenklubs 2008 immer recht gut ausgesehen hatte. Alles hat ein Ende. Man sah auch lange daheim gut aus, bis zu einem schwarzen Tag im September 2012.

Sechs Minuten gespielt, aussichtsreiche Möglichkeit für Martin Harnik. Statt selbst abzuschließen, hätte er lieber rübergeben sollen, Ibrahima Traoré und Timo Werner standen besser postiert und hätten nur einschieben brauchen. Es wäre ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Noch ahnten wir nicht, wie schlimm es uns am Ende dennoch treffen würde.

Führung für die Gastgeber

Besser machten es da die Hoffenheimer, deren Anblick bei jedem Roten Brechreiz auslösen dürfte. Besonders bei jenen, die einmal das Trikot mit dem Brustring getragen haben. Gut sechs Minuten nach Martin Harniks Minichance zur Gästeführung schaltete der VfB nach einem Foul an Andreas Beck seinen Kopf aus, in dem Glauben, es gäbe Freistoß, so zog man sich vorschnell zurück. Es gab keinen Pfiff, die Hausherren rannten weiter und Sven Schipplock staubte ab zum 1:0 für die Gastgeber.

Boah, ne du. Das kann nicht sein. Sven Schipplock. Nachdem er mit seinen Einsatzzeiten im VfB-Trikot nicht zufrieden war, ging er 2011 ablösefrei nach Hoffenheim, machte durchaus auch schwere Zeiten durch und freute sich nun so, als hätte er niemals woanders gespielt. Eigentlich wollte ich nach dem Intro oder spätestens den ersten 15 Minuten wieder nach unten, um meine Foto-Position zu ändern. Felix war im Oberrang unterwegs und lief herum, die Kamera stets im Anschlag.

Es mag die Verzweiflung gewesen sein, mit Sandro eine neue Siegesserie zu starten. Was hatten wir Freude dabei, ein ums andere Mal nebeneinander stehen und feiern zu können, es waren magische Monate, Sandro, es war wirklich toll. Ich blieb dort stehen, in dem engen Gedränge hätte ich anderswo vermutlich nichts mehr vom Spiel gesehen. Und so beobachteten wir weiter, wie der Regen aufs Spielfeld fiel und die Pfützen auf dem Acker immer größer wurden.

Immer wieder immer schlimmer

Dass es in der ersten Halbzeit „nur“ beim 1:0 blieb, verdanken wir dem Pfosten, der dem nächsten Tor im Wege stand. Schon gegen Augsburg kassierten wir im ersten Durchgang zwei Tore, damit uns ein erneut derart krasses Ergebnis erspart bleibt, wäre mir fast jedes Mittel recht. Die Unruhe war schon zu spüren, sie wehte einem gemeinsam mit dem kühlen Wind um die Ohren. In der Pause lauschte ich den Gesprächen um mich herum, die meisten waren sich einig: Sieg oder Abstieg. Dinge, die ich nicht hören wollte.

Das Spiel lief wieder. Vier Minuten, Konter, Georg Niedermeier getunnelt, Tor für Hoffenheim. Ohje, VfB. Sie kamen in keiner Situation richtig zum Zuge, taten sich schwer mit dem Pressing der Gastgeber und hatten zu kämpfen mit den widrigen Platzverhältnissen. Spätestens jetzt dämmerte jedem, dass wohl auch diese Partie ohne ein Wunder nicht gewonnen werden könnte. Wir wollten das einfach nicht wahrhaben. „Jetzt erst recht“ \“ und schrien lauter und lauter.

Schwer, sich das einzugestehen, aber mit zunehmender Spieldauer offenbarten sich alle Schwächen des VfB. Wir kennen sie, ich zähle sie jetzt nicht allesamt auf. Es wurde deutlich: während ein langer Abschlag von Sven Ulreich, meist gewähltes Mittel zum „Spielaufbau“, in der Regel entweder im Aus oder beim Gegner landet, leitete Koen Casteels, der zu unserer Freude im Hinspiel in Stuttgart einen rabenschwarzen Tag hatte, den nächsten Angriff ein. Wir Fans konnten nur dabei zusehen. Nur knapp scheiterte Kevin Volland an Sven Ulreich.

Am Ende nur zu Zehnt?

Es passt ins Bild, dass die besten Chance des VfB \“ schlimm genug, dass es nur eine einzige im gesamten Spiel war \“ noch der Linie gekratzt wurde. Immer tiefer versank der VfB im regengetränkten Rasen der Rhein-Neckar-Arena, knöcheltief fanden sie keine Möglichkeit, etwas entgegen zu setzen. Statt von Leidenschaft, von mir aus auch Wut getrieben das Besten zu geben, gab es Übersteiger, Hackentricks, und… Ballverluste. Natürlich. Wie immer.

Die Verwarnungen im Spiel häuften sich. Vier gelbe Karten hatte der VfB bereits gesehen: Moritz Leitner (25. Minute), Rani Khedira (51. Minute), Martin Harnik (53. Minute \“ mit Glück: es hätte auch Rot sein können) und Cacau (60. Minute \“ ersetzte den gelb-rot-gefährdeten Heißsporn Martin Harnik, der seine Nerven einfach nicht in den Griff bekam). Wer sich nicht im Zaum hat, hat im Abstiegskampf nichts verloren. Leidenschaft, Wille, Kampf, ja! Aber nicht mit unfairen Mitteln.

Über eine Stunde war gespielt. Bei den letzten sickerte schließlich durch: uns bleibt hier und heute nichts, aber auch wirklich gar nichts erspart. Sven Schipplock schnürte seinen Doppelpack, ein sehenswerter Lupfer über den viel zu weit rausgeeilten Sven Ulreich. Hoffenheim Drei. Stuttgart Null. Sandro sank neben mir zu Boden, hielt sich die Augen zu und schüttelte langsam den Kopf. Dass das Tor aus einer abseitsverdächtigen Position fiel, interessierte dann auch nicht mehr.

Erneute Stille im Gästeblock

Auch der Support war mit dem 3:0 wie schon gegen Augsburg eingestellt worden. Die Fahnen und Doppelhalter wurden zusammengepackt und nach vorne durchgereicht, es ist einer der schlimmsten Momente, die man als Fan erleben kann. Du solltest für deine Mannschaft da sein, und wenn sie dich braucht, packst du zusammen. Verübeln kann man es ihnen aber auch nicht wirklich, mittlerweile hat man die Schnauze voll. Verständlich.

Nach einer weiteren gelben Karte für Sven Ulreich und dem dumpfen Gefühl, dass wir nicht mit elf Leuten das Spiel beenden werden, traf ausgerechnet Antonio Rüdiger, einer der größten Schwachpunkte im gesamten Spiel, zum Anschlusstreffer. Noch elf Minuten \“ jetzt brauchen wir ein Wunder, sonst ist es nicht mehr als Ergebniskosmetik. Kurz brannte nochmal ein kurzer Jubel auf, ein Reflex, der schnell wieder abebbte.

Sie ergaben sich ihrem Schicksal, weit entfernt von jeglicher Schlussoffensive, in der man das Unmögliche möglich machen kann. Zwei Minuten später erfüllte sich die Befürchtung und Moritz Leitner flog nach einem wiederholten Foul direkt vor den Augen von Schiedsrichter Bastian Dankert vom Platz. Fehlt eigentlich nur noch ein Elfmeter, um einen unsäglich bitteren Tag noch endgültig zu ruinieren. Bitte sehr, gern geschehen.

Uns bleibt einfach nichts erspart

Die zweiminütige Nachspielzeit brachte noch einmal einen Strafstoß für die Hausherren, Georg Niedermeier hatte Anthony Modeste zu Fall gebracht. Das 4:1 durch Roberto Firmino war nur noch Formsache, Sven Ulreich kann halt keine Elfmeter halten. Dieses unsägliche Jubeln der Anderen. Nicht mehr als ein schlechter Film, so kam es einem vor. Was war nur passiert in diesen 167 Tagen, als ich so glücklich war wie seit langer Zeit nicht mehr. Das grenzdebile Dauergrinsen hielt viele Wochen. So unendlich lang scheint es her zu sein.

Das Echo war gewaltig. Bis Leverkusen klatschte man aufbauend, gegen Augsburg gab es wüste Pfiffe, aber was hier nun in Hoffenheim folgte, lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. Die blanke Wut schlug ihnen entgegen. Da standen sie nun unten vor dem Gästeblock, einer ratloser als der andere. Mit leeren Blicken schauten sie zu uns hinauf, verhöhnten uns teilweise, wie Martin Harnik, der sich damit in der Vergangenheit schon einmal mit dem Zorn seiner eigenen Fans angelegt hat.

Auspfeifen, Buh-Rufe, Abwinken und Beleidigungen. Trauriges Ergebnis einer nun seit vielen Wochen anhaltenden Talfahrt. Wie gehts nun weiter, Thomas Schneider? Was gibt es für Antworten, Fredi Bobic? Wohin führt der Weg, Bernd Wahler? „Zweite Liga“? Es scheint, als wollte man es darauf ankommen lassen. Mit einem „Wir haben die Schnauze voll!“ schickten wir sie mit hängenden Köpfen in die Kabine.

Am Ende wird abgerechnet

Ob es ihnen hilft, sei dahin gestellt. Doch ist nicht auch unsere Wut und unsere Enttäuschung ein Stück weit nachvollziehbar. Lange blieb ich im Block zurück, saß auf einer der kalten Metallstangen und starrte hinaus aufs durchnässte Spielfeld, wo ich meine Mannschaft habe ein weiteres Mal untergehen sehen. Nichts vermag einen nun zu trösten. Ein Blick auf die Statistik zeigt nur, dass es nur einmal so schlimm um uns stand wie jetzt. Damals waren wir abgestiegen. Sie waren richtig schlecht. So wie heute.

Wer hätte das vermutet? In Braunschweig träumten wir noch vom Europapokal. Wer es jetzt noch nicht mit der Angst zu tun bekommen hat, läuft Gefahr, am Ende blind in den Abgrund zu springen. Mit hängenden Köpfen verließen wir das Stadion der Schande. Wir waren die letzten, zusammen mit den Fanbetreuern Christian Schmidt und Peter Reichert. Hinter uns schlossen sie die Tore. Ein beklemmendes Gefühl.

Ohne ein Wort zusagen, bearbeitete ich die Fotos auf dem Laptop. Gut anderthalb Stunden später erreichten wir Weinstadt-Beutelsbach, wo um neun Uhr morgens unsere kurze Auswärtsfahrt begann. Wer tröstende Worte hat, er darf sie gerne hier als Kommentar hinterlassen. Am Ende der Schlacht werden die Toten gezählt \“ und ich habe unsägliche Angst davor, dass die Streitkraft des VfB nicht ausreicht, um heil davon zu kommen.

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Autor: Ute

31 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart - Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen – im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

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