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Author: Ute

33 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart - Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, ehemalige (Fast-)Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen - im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

13
Nov.

Siebzehn Jahr, blondes Haar

“Warum tust du dir sowas nur immer wieder freiwillig an?” – eine Frage an mich selbst, als ich im strömenden Regen vor dem Dreisamstadion stand. Der Himmel wolkenverhangen, die Jacke durchnässt, ein kalter Wind pustete uns um die Ohren. Absolutes Anti-Wetter für einen Besuch im (vermutlich) einzigen Stadion der ersten beiden deutschen Ligen, in dem mindestens ein Teil der Gästefans bei widrigen Wetterbedingungen im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen gelassen wird. Ein Bericht über einen kalten, grauen Novembertag im Schwarzwald und plötzliche Hitzewallungen. Ich verbitte mir, von einer “Revange” zu sprechen. Einst besiegten wir Freiburg im Pokal-Halbfinale und fuhren nach Berlin, verloren aber in Freiburg in der laufenden Saison und schieden damit schon nach der 2. Runde aus. Eine Schande, die ich bis heute nicht ganz verwunden habe, es tat verdammt weh an diesem Tag. Wieviel würde es brauchen, bis man tatsächlich von so etwas wie Wiedergutmachung oder…

03
Nov.

Zwei Nummern zu groß

“Wo sind diese Tage, an denen wir glaubten, wir hätten nichts zu verlieren” \” wir müssen verrückt gewesen sein, zu glauben, dass wir in Dortmund etwas Zählbares hätten mitbringen können. Ich kann nicht warten, bis mein Frust verflogen ist \” es würde vermutlich über eine Woche dauern, bis das Flutlichtspiels im Ruhrpott aufgearbeitet gewesen wäre. Es tut weh, diese Zeilen zu schreiben, auch, weil ich mir nun das Spiel nochmal komplett ansehen muss. Jede Minute, jedes Tor, jeder Stich ins Herz, der meine Hoffnung auf eine akzeptable Restsaison blutend zurück gelassen hat. Diese Hoffnung hatten wir tatsächlich, zumindest bis etwa 21:26 Uhr am Freitagabend. Die Schwarz-Gelben fürchteten die Heimspiele gegen uns nicht ohne Grund, fünf Jahre ist es her, dass sie zuletzt im Westfalenstadion gegen uns gewinnen konnten. Jeder erinnert sich noch an das sensationelle 4:4 im März 2012, mein erstes Spiel in Dortmund erlebte ich einige Monate später, ein…

26
Okt.

Tausend Chancen nicht genutzt

So ein nettes 4:0 wäre doch auch mal wieder schön gewesen, mein Tipp für die Flutlichtpartie gegen Nürnberg lautete “Klarer Sieg!”. Trotz des Remis in Hamburg war ich optimistisch (ausgerechnet ich!) und freute mich darauf, dass die Jungs wieder einmal etwas für die Tordifferenz tun würden. Als Kanonenfutter mussten die ungeliebten Franken herhalten, kriselnd und schwächelnd, jedoch mit einem neuen Trainer, der wenige Tage zuvor offiziell bekannt gegeben wurde. Macht uns der Niederländer Gertjan Verbeek doch noch einen Strich durch die Rechnung? Nein, tat er nicht. Denn geschlagen haben wir uns am Freitagabend definitiv selbst. Die Zahl der hochprozentigen Torchancen machte einen geradezu schwindelig, im Minutentakt rollte die Angriffswelle auf den zu, der wohl einer der unbeliebtesten Spieler im VfB-Trikot gewesen war. Wie sagt man doch aber so schön: “Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu”. Das eigene Unvermögen, gepaart mit Raphael Schäfer, dem Schiedsrichter…

23
Okt.

Vorne Hui und hinten Pfui

“Also vorne spielen wir Europapokal, aber hinten ist Abstiegskampf angesagt” – das waren die Worte eines VfB-Fans, der im gleichen Bus saß wie wir. Einmal quer durch Deutschland und zurück, am Ende wieder einmal zwei Punkte liegen lassen. Wie auch gegen Frankfurt und Bremen, wirklich glücklich machte es einen nicht. Die Chancenverwertung ist ein wenig besser geworden, brandgefährliche Standards, aber hinten die Abwehr wackelt nach wie vor, ein weiteres Mal brachten wir uns selbst um den nicht unverdienten Lohn. Sieg – Sieg – Unentschieden – Sieg – Unentschieden – Unentschieden. So liest sich die Bundesliga-Bilanz von Thomas Schneider. Nicht schlecht, auch wenn man bedenkt, dass unsere Saison mit Niederlage – Niederlage – Niederlage begann. Zwei Wochen waren vergangen seit unserem letzten Spiel. Die Länderspielpause nutzten Felix und ich für einen Kurzurlaub in Strasbourg bei spätsommerlichen Wetter und hunderten Fotos, nun wurde es mal wieder Zeit, dass es uns hinaus treibt…

18
Okt.

Autogramme beim Mannschaftstraining

Lange Zeit ist vergangen, seit es mich das letzte Mal zum Trainingsgelände an die Mercedesstraße verschlagen hat. Seither sind 332 Tage vergangen, zahlreiche Spieler, die einst auf dem Trainingsplatz standen, spielen heute schon gar nicht mehr vom VfB. Es ist einiges passiert in den letzten Monaten, sowohl personell als auch stimmungstechnisch. Es ist lockerer, hoffnungsvoller und optimistischer geworden am Wasen. Grund genug, den zweiwöchigen Urlaub mal dazu zu nutzen, wieder vorbei zu schauen. Leider relativ kurzfristig veröffentlicht der Verein die Trainingstermine auf der Webseite, zu den Trainingseinheiten um 10:00 Uhr und 15:30 Uhr kann man ohne Urlaub fast nicht erscheinen, am Wochenende war ich in den vergangenen Monaten meist entweder mit dem Schreiben von Spielberichten beschäftigt oder ackerte selbst im Fitnessstudio, welches seine Pforten am Wochenende um die selbe Zeit öffnet, wie wann das Mannschaftstraining des VfB beginnt. Wirklich erstaunlich, früher schaffte ich es bei 500 Kilometern Anfahrt weitaus häufiger…

06
Okt.

Fünfzehn Ecken und ein Punkt

So richtig glücklich machte es einen nicht. Ein wenig bedröpppelt blieb man zurück, doch schnell kehrte das Lächeln wieder in die Gesichter zurück, wohlwissend, dass es am Ende auch ganz schnell ganz dumm hätte ausgehen können. Fühlte sich das Unentschieden gegen Frankfurt noch wie eine Niederlage an, kann man mit diesem Punkt durchaus zufrieden sein. Lediglich die Chancenverwertung, ich sag es immer wieder. Und werde einfach nicht müde, mich zu wiederholen. Das einzige Spiel zur besten Uhrzeit: Samstag, 15:30 Uhr. Die DFL meinte es mal wieder nicht gut mit uns und drückte uns trotz des Ausscheidens in der Europa League zahlreiche Sonntagsspiele auf, vorzugsweise solche, die im nördlichen Teil Deutschlands sind. Von so etwas wie Fairness, dass Vereine, deren Fans zu weiten Spielen anreisen wollen und dies am liebsten ohne Urlaub und ohne das Schwänzen der Schule tun möchten, haben die Damen und Herren vom Verband noch nie gehört. Alles…

03
Okt.

Belohnung für die Horrorfahrt

Montag morgen, der Wecker klingelte um 8:30 Uhr in der Früh. “Oh Gott, nein…” stöhnte ich und arbeitete mich langsam von der Matratze herunter auf den birkefarbenen Laminatfußboden in unserer Cannstatter Wohnung. So müde war ich schon ewig nicht mehr. Warum habe ich mich überhaupt hingelegt? Erst anderthalb Stunden zuvor hatte ich mich ins Bett gelegt. Um 6:50 Uhr waren wir nach unserer Auswärtsfahrt nach Braunschweig wieder daheim \” das Protokoll einer Horrorfahrt, die auf jedem Fall in Erinnerung bleiben wird. Dabei waren wir froh, überhaupt nach Braunschweig zu kommen. Schworen wir uns noch im Falle des Auswärtsspiels in Berlin, dass wir künftig unsere Planungen rechtzeitig unter Dach und Fach haben, passierte es gegen den Aufsteiger erneut: “Wie kommen wir jetzt eigentlich hin?”. Die übliche Fahrgemeinschaft würde es aufgrund der Ansetzung am späten Sonntag Nachmittag nicht geben, auf die Rückmeldung eines gemeinsamen Freundes wartete man am Freitag Abend vergeblich. “Niemals…

29
Sep.

Viel zu spät aufgewacht

Einige Tage ist es nun schon her, der Frust sitzt noch immer tief. Blankes Unverständnis, verbitterte Enttäuschung und verzweifelte Ratlosigkeit ist alles, was an diesem Mittwoch Abend im Breisgau zurück blieb. Die Tränen sind mittlerweile getrocknet, doch der Kratzer, den dieses Spiel hinterlassen hat, ist tief. Die richtigen Worte zu finden, ist nicht gerade leicht. Ausgerechnet Freiburg. Was sich auf dem Papier liest wie ein knappes Spiel zweier Bundesligisten, in dem der Glücklichere gewonnen hatte, ist für uns Fans eine schallende Ohrfeige. Alle sagen nun “Jetzt konzentrieren wir uns halt auf die Bundesliga!” – klar, geht ja nicht anders, denn mehr ist nach dem Ausscheiden in der Europa League und nun auch im DFB-Pokal nicht mehr übrig. Kaum hatte ich das Aus in der Europa League verkraftet, muss ich nun auch hinnehmen, dass mit dem Ausscheiden in der zweiten Runde nun auch eine mögliche Wiederauflage des Pokalfinals 2013 möglich wäre….

28
Sep.

Den Sieg vom Punkt verschenkt

Nicht zu fassen. Es war einfach nicht zu fassen. Entsetzt schlugen wir die Hände über unseren Köpfen zusammen. Unglaublich. Ein einziger Schuss ins Glück hätte das Jubiläumsspiel perfekt gemacht. Was zurück bleibt, ist Ernüchterung, ein wenig Entsetzen und trotz allem das Gefühl, dass dieses Unentschieden in Ordnung geht \” vor gar nicht allzu langer Zeit in genau gleicher Situation, am gleichen Ort, vor dem gleichen Tor, mit dem selben Elfmeterschützen hatte es uns noch bitterer erwischt. Die postwendende Niederlage blieb uns erspart \” verhagelte dennoch die Feierlaune. “Zusammen gewinnen wir das Spiel” hatte Alexandru Maxim noch wenige Tage zuvor im Exklusiv-Interview auf neu erlerntem Deutsch gesagt. Ich glaubte ihm, ist die Aufbruchsstimmung unter dem neuen Coach Thomas Schneider tagtäglich greifbar. Die Partie in Berlin war kein Augenschmaus, aber enorm wichtig, denn zu wissen, dass man auch solche Spiele gewinnen kann, ist teilweise mehr wert als ein phänomenaler Kantersieg gegen die…

22
Sep.

Auswärts in der Heimatstadt

Genau sieben Haltestationen mit der Straßenbahnlinie 4 trennen das Leipziger Zentralstadion von meiner damaligen Wohnung. Im Nordwesten von Leipzig steht das 1956 eingeweihte Stadion mit Platz für 44.345 Zuschauer, eine schöne Spielstätte \” doch seit ich 2010 von hier wegging, ist mit dem Zentralstadion nur Verachtung verbunden. Seither heißt es “Red Bull Arena”, Heimstätte der Rattenbande, äh Red Bull, äh Rasenballsport Leipzig. Viele meiner damaligen Weggefährten und alte Freunde, auch jene, die früher nichts mit Fußball zu tun hatten, sind mittlerweile rübergewechselt. Nüchtern betrachtet für die Region eine tolle Sache, jahrzehntelange Misswirtschaft bei den bisherigen Leipziger Vereinen Lok Leipzig und Chemie Leipzig und damit verbundenes Herumkrebsen in den unteren Ligen, meiner Heimatstadt dürstete es nach großem Fußball, die Spielstätte dafür hatten sie ja bereits. Als der Brausekonzern Red Bull in der Saison 2009/2010 die Mannschaft des SSV Markranstädt aufkaufte und seither mit enormen finanziellen Mitteln pushte, gelangen mehrere Aufstiege. Dass…