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In: Heimspiele

10
Dez

(K)ein Grund, nervös zu werden

VfB Stuttgart – Bayer 04 Leverkusen

Es ist nicht so, dass wir eine solche Situation nicht schon einmal erlebt hätten. Als wir im Frühjahr 2016 nach einigen Siegen in Folge plötzlich keine Punkte mehr holten, hielt man mich für verrückt, das Wort Abstieg in den Mund zu nehmen. Oder als wir im Winter 2016/2017 in der zweiten Liga den einen oder anderen Punkt liegen ließen, hielt man mich für paranoid, das Wort Nichtaufstieg anzusprechen. Wann immer es beim VfB nicht so gut lief, wurde ich teilweise hart dafür angegangen, wenn ich anmerkte, dass es nicht rund läuft.

19
Nov

Unverhofft kommt nicht so oft

VfB Stuttgart – Borussia Dortmund

Von allen Dingen, die ich mir an diesem Tag ausgemalt hatte, war dies so ziemlich das Unwahrscheinlichste. Lachend und schreiend lagen wir uns in den Armen, ohne es vermutlich richtig begreifen zu können. Ein Heimsieg gegen Borussia Dortmund. Sieben Jahre, neun Monate, zwei Wochen und drei Tage. Seit man zum letzten Mal die Dortmunder vor heimischer Kulisse bezwingen konnte, ist viel Wasser den Neckar hinuntergeflossen. Spieler und Trainer sind gekommen und gegangen, die Liebe zum Verein ist geblieben, genau wie die sture Überzeugung, dass der VfB nur selten zu wahrhaft großen Heldentaten imstande ist.

31
Okt

In die Karten gespielt

VfB Stuttgart – SC Freiburg

So ganz traute ich dem Braten nicht. Dabei hätte ich eigentlich allen Grund gehabt, fröhlich zu sein, denn schließlich führte der VfB mit 2:0 und hatte einen Mann mehr auf dem Feld. Da konnte doch wirklich nichts mehr schief gehen, oder? Und dann erinnerte ich mich an das Auswärtsspiel in Frankfurt. Im Hier und Jetzt konnte mich die komfortable Führung nicht beruhigen, denn auf dem Feld kam vom VfB lange Zeit gar nichts mehr. Dass der Gedanke in mir wieder hochkam, man könnte ja doch noch durch einen blöden Patzer und einen Elfmeter den sicheren Sieg aus der Hand geben, dagegen konnte ich nicht das geringste machen. Denn sind wir mal ehrlich: dafür kennen wir unseren Verein zu gut.

15
Okt

Helden für einen Tag

VfB Stuttgart – 1. FC Köln

Wer sich für ein solches Leben entscheidet, hat für sich selbst bewusst oder unbewusst eine ganz klare Entscheidung getroffen: man lässt sich bis an sein Lebensende, darauf ein, dass einem der letzte Nerv geraubt wird, dass man sich aufregen wird und nur noch wenig Schlaf bekommen. All der Ärger scheint vergeben in den glücklichen Momenten, wenn der Schmerz vergessen wird, man über beide Ohren lacht, unheimlich glücklich ist und man ganz genau weiß, warum man sich so entschieden hat. Das hier ist keine Geschichte vom Abenteuer Familie, es ist eine Geschichte über das Leben als Fußballfan. Über den schmalen Grenzgang zwischen Freud und Leid und über jene Momente, die über jeden Zweifel erhaben sind.

24
Sep

Eine Frage der Sichtweise

VfB Stuttgart – FC Augsburg

Ich hätte es mir einfach machen können. Eine stabile Abwehr, kein Gegentor, im Jahr 2017 noch ohne Heimniederlage, Hannes Wolf wird der berüchtigten Augsburg-Statistik nicht zum Opfer fallen und für einen Aufsteiger sind es nun sieben Punkte aus sechs Spielen, eine passable Ausbeute. Eigentlich sollte ich zufrieden sein, denn bekanntlich ist alles besser als eine Niederlage. Zufrieden bin ich nicht – im Gegenteil. Warum sollte ich gut finden, wenn man das Tor nicht mehr zu treffen vermag? Warum sollte ich toll finden, dass der Knoten von Simon Terodde noch nicht geplatzt ist? Warum sollte ich mich freuen über einen Punktverlust?

19
Sep

Vom Kampfzwerg bis zum Kieferbruch

VfB Stuttgart – VfL Wolfsburg

“Da ist was Schlimmes passiert” – ich lehnte mich hinüber zu meinen Freunden, sprach mit zitternder Stimme jene Worte aus und musste mit ansehen, wie er krampfhaft nach Luft rang. Weit über 48 Stunden sind vergangen und noch immer stehe ich unter Schock. Es hätte alles so wunderbar sein können, nass triefend bis auf die Unterwäsche den Heimsieg bejubeln, von einem argentinischen Kampfzwerg schwärmen und ein rundum tolles Wochenende genießen. Am Ende bleibt nur der Moment, der uns allen, weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus, den Atem stocken ließ.

28
Aug

Auf ein Neues

VfB Stuttgart – 1. FSV Mainz 05

Ich hatte meine ganz eigene Vorstellung davon, wie das alles laufen würde. Der VfB würde in der Offensive einfach nicht zu Potte kommen und am Ende besorgt Alexandru Maxim, der nach Mainz abgewanderte Liebling der Fans, den Rest: ein wunderschöner, ins Eck gezwirbelter Freistoß kurz vor dem Ende. Ich sah es fast so deutlich, wie ich den Freistoß in Hannover schon im Tor gesehen hatte, der uns direkt zum Aufsteiger gemacht hätte. Wir blieben verschont von jener grausamen Vorstellung und unter der drückenden Hitze Stuttgarts musste ich feststellen, dass das, was ich vor Cottbus und Berlin noch vermisst hatte, langsam zurückkehrt. Bock auf Fußball.

12
Aug

Meine Saison mit dem VfB Stuttgart 2016/2017

Ein Blick zurück

Jahr für Jahr das gleiche Prozedere: ist die Saison einmal überstanden – mal mit einem lachenden, mal mit einem weinenden Auge (oder gar beiden) – ist es, als würde man den Stecker ziehen. Über Wochen und Monate hinweg gaben wir alles, nahmen jegliche Strapazen auf uns und zeigten in einem jeden Stadion, warum unser Herz für den VfB schlägt. Ist es vorüber, erschlaffen die Kraftreserven und man begibt sich erleichtert und erschöpft in die Sommerpause, um Kraft zu tanken für eine neue Spielzeit. Eine neue Spielzeit, die bereits in weniger als 24 Stunden aufs Neue für uns beginnen wird.

25
Mai

An Tagen wie diesen

VfB Stuttgart – Würzburger Kickers

Von diesem Moment habe ich oft geträumt. Lange habe ich mir nur im Entferntesten vorstellen können, wie das wohl wäre, wenn alles vorbei ist. Diese Emotionen, die einen überwältigen und ich vor Worten schlicht und ergreifen übersprudeln würde. Keine 24 Stunden würde es dauern und ich hätte jene Zeilen zu Papier gebracht. Nichts sehnte ich mehr herbei als den Augenblick, wenn das letzte Spiel beendet und der letzte Tag unserer Zweitligasaison vorbei gewesen wäre. Ich hatte geglaubt, es würde leicht fallen, euch alle daran teilhaben zu lassen, so sicher war ich mir, es wäre ganz einfach, euch Einblick in meine Fanseele zu gewähren, die ein ständiges Wechselbad der Gefühle hinter sich hat.

13
Mai

Das Ziel vor Augen

VfB Stuttgart – Erzgebirge Aue

Wer glaubt, beim Fußball ginge es um nicht mehr als 22 Männer, die einem Ball hinterherrennen, hat den tiefen Zauber dieser Sportart niemals verstanden. Es geht um so viel mehr, es geht um die bedingungslose Liebe zu einem Verein, dem Willen, aller Widrigkeiten zum trotz alles zu geben, dafür einzustehen und auch Opfer zu bringen. Es geht um das Gefühl, tief im innersten seines Herzens zu wissen, dass es Momente gibt, die einem alles bedeuten können. In diesen Tagen und Wochen schlagen die Herzen der Mannschaft und der Fans als eines, auf dass wir alle schon bald belohnt werden. Der Weg bis dahin ist noch kurz. Und doch noch so weit.